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Wie weiter mit einem Gedenkstein?

Donnerstag, 09. Januar 2003, 10:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Einst stand er am Nordhäuser Bahnhof – der Albert-Kuntz-Gedenkstein. Mit der Umgestaltung Bahnhofvorplatzes ist er verschwunden. nnz hat sich nach seinem Schicksal erkundigt.


Gemeinsam mit einer Vereinigung von Antifaschisten hat die PDS-Stadtratsfraktion eine Lösung für das weitere Schicksal des Steins vorgeschlagen. Wie Fraktionsvorsitzender Frank Hernsdorf der nnz sagte, werde diese Variante auch von dem zuständigen Amt der Stadtverwaltung unterstützt. Und so sieht sie aus:

Am Bahnhof soll eine Gedenktafel aufgestellt werden. Sie soll an den Stein erinnern, der als Zeichen dem antifaschistischen Kampf von Albert Kuntz aber auch den Opfern des KZ Mittelbau-Dora gedenken soll. Der Stein selbst soll nicht wieder das Licht der Öffentlichkeit erblicken und einem historischen Museum zur wissenschaftlichen Aufarbeitung angeboten werden. Ob das auch ein Nordhäuser Museum sein könnte, das konnte Hermsdorf nicht sagen. Den Vorschlag hätte die PDS den anderen Stadtratsfraktionen zugesandt mit der Bitte, die Problematik im Ältestenrat zu diskutieren. Eine Antwort der drei Fraktionen stehe noch aus, so Frank Hermsdorf.

Das Pikante an dem Stein ist die Tatsache, dass bei der Restauration entdeckt wurde, dass der Stein Bestandteil eines Denkmals aus nationalsozialistischen Zeiten war. Eine gefundene Inschrift erinnert an Nazigrößen. Was für die Zeit nach 1945 kein Problem darstellte, zeigt sich heute als ein solches. Der Stein soll auch deshalb nicht aufgestellt werden, um nicht als Pilgerstätte für „rechte Kräfte“ zu fungieren. Mit dem von der PDS vorgeschlagenen Verfahren können sich auch die Antifa-Verbände anfreunden, meinte Hermsdorf abschließend.
Autor: nnz

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