Sie haben es sich verdient
Donnerstag, 15. April 2010, 15:15 Uhr
Jedes Jahr kann man sie durch die Stadt ziehen sehen: Junge Menschen in schrillen Kostümen, mit bunten Perücken, viel Gerät zum Krach machen und am besten noch den alten Schulranzen auf dem Rücken oder der ersten Zuckertüte in der Hand. In Nordhausen feiern die Abschlussjahrgänge der Gymnasien ihren "Idiotentag".
Das man nach zwölf Jahren Schule ausgelassen feiern möchte, dürfte jedem klar sein. Und das es dabei auch mal etwas lauter zugeht verstehen die meisten Nordhäuser ebenso, man war ja schließlich auch einmal Schüler.
Dennoch, nach einem unschönen Zwischenfall im vergangenen Jahr hat sich das Herder-Gymnasium dieses mal dazu entschieden, die Veranstaltung am morgigen Freitag etwas anders zu gestalten als bisher üblich. Eigentlich fiel der Idiotentag der beiden Gymnasien "Herder" und "Humboldt" auf einen Tag und die Zeugnisse wurden erst am darauf folgendem Morgen ausgegeben.
Nach einer Art Unterrichtsstunde der Zwölften Klasse für die Unterstufe wird es eine Programmveranstaltung in der Aula geben und anschließend werden die Zeugnisse ausgeteilt. Traditionell geht es weiterhin beim aufräumen zu: die elften Klassen müssen ran.
Unter den größtenteils vernünftigen Jugendlichen befinden sich nun auch einmal "ein paar Chaoten", sagt Schulleiter Uwe Spieß, und man habe das Prozedere nur geändert, um die Feierlichkeiten und die damit verbundenen "Nachfolgeerscheinungen" besser regulieren zu können. Bei den Schülern herrscht hingegen Unmut über die Entscheidung der Schulleitung: "Wir müssen büßen für das, was die Jahrgänge vor uns falsch gemacht haben" sagte eine Schülerin der nnz.
Für die Abiturienten in Spe des Humboldt Gymnasiums, die bereits heute feierten, bleibt indes alles beim alten. In der Sporthalle ließen es die zwölften Klassen zusammen mit ihren Lehrern ordentlich krachen. Heute Abend werden sie unter sich sein und der eine oder andere wird sein Zeugnis morgen dann sicherlich mit einem ordentlichen Kater entgegennehmen.
Richtige Beschwerden ob der ausgelassenen Jugendlichen gab es noch keine, berichtet der Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe. "Sie haben gute Leistungen erbracht und es sich verdient". Er hat Vertrauen in seine Schüler und sollte doch einmal jemand über die Stränge schlagen, dann, so Köthe, gibt es immer Mitschüler, die vernünftig bleiben und darauf achten, dass die Party auf einem akzeptablen Niveau bleibt.
Nur mit dem Terminus "Idiotentag" hat der Schulleiter ein Problem. Da sich der Begriff aber nun einmal unter den Nordhäuser Schülern etabliert hat, und auch keine wirkliche Alternative in Sicht ist, werden wohl auch nächstes Jahr wieder die "Idioten" unterwegs sein.
Nach der Party ist dann übrigens erst einmal wieder Lernen angesagt. Denn gefeiert wird nur der letzte offizielle Schultag, die Abiturprüfungen stehen den Schülern erst noch bevor.
Angelo Glashagel
Autor: aglDas man nach zwölf Jahren Schule ausgelassen feiern möchte, dürfte jedem klar sein. Und das es dabei auch mal etwas lauter zugeht verstehen die meisten Nordhäuser ebenso, man war ja schließlich auch einmal Schüler.
Dennoch, nach einem unschönen Zwischenfall im vergangenen Jahr hat sich das Herder-Gymnasium dieses mal dazu entschieden, die Veranstaltung am morgigen Freitag etwas anders zu gestalten als bisher üblich. Eigentlich fiel der Idiotentag der beiden Gymnasien "Herder" und "Humboldt" auf einen Tag und die Zeugnisse wurden erst am darauf folgendem Morgen ausgegeben.
Nach einer Art Unterrichtsstunde der Zwölften Klasse für die Unterstufe wird es eine Programmveranstaltung in der Aula geben und anschließend werden die Zeugnisse ausgeteilt. Traditionell geht es weiterhin beim aufräumen zu: die elften Klassen müssen ran.
Unter den größtenteils vernünftigen Jugendlichen befinden sich nun auch einmal "ein paar Chaoten", sagt Schulleiter Uwe Spieß, und man habe das Prozedere nur geändert, um die Feierlichkeiten und die damit verbundenen "Nachfolgeerscheinungen" besser regulieren zu können. Bei den Schülern herrscht hingegen Unmut über die Entscheidung der Schulleitung: "Wir müssen büßen für das, was die Jahrgänge vor uns falsch gemacht haben" sagte eine Schülerin der nnz.
Für die Abiturienten in Spe des Humboldt Gymnasiums, die bereits heute feierten, bleibt indes alles beim alten. In der Sporthalle ließen es die zwölften Klassen zusammen mit ihren Lehrern ordentlich krachen. Heute Abend werden sie unter sich sein und der eine oder andere wird sein Zeugnis morgen dann sicherlich mit einem ordentlichen Kater entgegennehmen.
Richtige Beschwerden ob der ausgelassenen Jugendlichen gab es noch keine, berichtet der Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe. "Sie haben gute Leistungen erbracht und es sich verdient". Er hat Vertrauen in seine Schüler und sollte doch einmal jemand über die Stränge schlagen, dann, so Köthe, gibt es immer Mitschüler, die vernünftig bleiben und darauf achten, dass die Party auf einem akzeptablen Niveau bleibt.
Nur mit dem Terminus "Idiotentag" hat der Schulleiter ein Problem. Da sich der Begriff aber nun einmal unter den Nordhäuser Schülern etabliert hat, und auch keine wirkliche Alternative in Sicht ist, werden wohl auch nächstes Jahr wieder die "Idioten" unterwegs sein.
Nach der Party ist dann übrigens erst einmal wieder Lernen angesagt. Denn gefeiert wird nur der letzte offizielle Schultag, die Abiturprüfungen stehen den Schülern erst noch bevor.
Angelo Glashagel

