"Wir leisten Widerstand"
Mittwoch, 31. März 2010, 19:03 Uhr
Die nnz hatte in der vergangenen Woche über einen genehmigten Abbau von Gips im Südharz berichtet. Jetzt regt sich der Widerstand. Zuerst aus dem Nordhäuser Rathaus...
Angesichts des Beschlusses des Thüringer Bergamtes, einen unterirdischen Gipsabbau im Thüringer Südharz als FFH-verträglich einzustufen, hält Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) den Widerstand der gesamten Region für nötig. Dann werden die Menschen hier eben erneut nachdrücklich deutlich machen müssen, dass wir den Abbau nicht wollen, wie wir das in der Vergangenheit zum Thema Gipsabbau schon mehrfach erfolgreich getan haben, sagte Frau Rinke.
Bei diesem Thema gibt es einen gemeinde- und parteienübergreifenden Konsens, der im Bedarfsfall eine große Widerstandskraft entfalten wird. Es muss endlich Schluss sein, dass ständig neue Teile der einmaligen Gipskarstlandschaft vom Abbau bedroht werden. Die Menschen hier wollen den Abbau- und die Zerstörung ihres Lebensumfeldes nicht – das sollte den Verantwortlichen langsam klar werden , so Frau Rinke.
Sie kündigte zugleich an, im Bedarfsfall rechtlich gegen einen drohenden Abbau vorzugehen, da auch Teile der Nordhäuser Gemarkung betroffen sein würden. Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen.
Die Stadt Nordhausen wie die gesamte Region stelle schon jetzt ausreichende und große Flächen für den Gipsabbau bereit. Für die Stadt Nordhausen gilt das zum Beispiel mit Blick auf die Abbaugebiete der Firma Knauf, mit der es auch seit Jahren ein gutes Einvernehmen gibt. Es ist nachgewiesen, dass diese Vorräte in diesen vorhandenen Abbaugebieten für die nächsten hundert Jahre reichen. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, weitere Gebiete anzutasten.
Zumal der Abbau Folgen einschneidende und belastende Folgen nach sich ziehen werde: Die Rohstoffe müssen mit Sprengungen heraus gebrochen werden, müssen mit großen Lastern abtransportiert werden. Ungeklärt sind auch die langfristigen hydrogeologischen Folgeerscheinungen wie mögliche Senkungen oder gar Erdfälle, die die benachbarten Grundstückseigentümer bedrohen werden. Und aus Sicht von Experten gilt schon jetzt als gesichert, dass in Folge der unterirdischen Entnahme der Rohstoffe die oberirdische Flora und Fauna unheilbar geschädigt- und eine europaweit einmalige Landschaft auf lange Sicht verloren gehen wird. Auch gilt das von der Industrie genannte Arbeitsplatzargument nur beschränkt – insbesondere im Verglich zu den Potenzialen der Landschaft für den Tourismus und die damit verbundenen Arbeitsplätze im Gaststätten- oder Übernachtungsgewerbe. Widerstand gegen die Abbaupläne ist also aus vielen Gründen angesagt.
Autor: nnzAngesichts des Beschlusses des Thüringer Bergamtes, einen unterirdischen Gipsabbau im Thüringer Südharz als FFH-verträglich einzustufen, hält Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) den Widerstand der gesamten Region für nötig. Dann werden die Menschen hier eben erneut nachdrücklich deutlich machen müssen, dass wir den Abbau nicht wollen, wie wir das in der Vergangenheit zum Thema Gipsabbau schon mehrfach erfolgreich getan haben, sagte Frau Rinke.
Bei diesem Thema gibt es einen gemeinde- und parteienübergreifenden Konsens, der im Bedarfsfall eine große Widerstandskraft entfalten wird. Es muss endlich Schluss sein, dass ständig neue Teile der einmaligen Gipskarstlandschaft vom Abbau bedroht werden. Die Menschen hier wollen den Abbau- und die Zerstörung ihres Lebensumfeldes nicht – das sollte den Verantwortlichen langsam klar werden , so Frau Rinke.
Sie kündigte zugleich an, im Bedarfsfall rechtlich gegen einen drohenden Abbau vorzugehen, da auch Teile der Nordhäuser Gemarkung betroffen sein würden. Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen.
Die Stadt Nordhausen wie die gesamte Region stelle schon jetzt ausreichende und große Flächen für den Gipsabbau bereit. Für die Stadt Nordhausen gilt das zum Beispiel mit Blick auf die Abbaugebiete der Firma Knauf, mit der es auch seit Jahren ein gutes Einvernehmen gibt. Es ist nachgewiesen, dass diese Vorräte in diesen vorhandenen Abbaugebieten für die nächsten hundert Jahre reichen. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, weitere Gebiete anzutasten.
Zumal der Abbau Folgen einschneidende und belastende Folgen nach sich ziehen werde: Die Rohstoffe müssen mit Sprengungen heraus gebrochen werden, müssen mit großen Lastern abtransportiert werden. Ungeklärt sind auch die langfristigen hydrogeologischen Folgeerscheinungen wie mögliche Senkungen oder gar Erdfälle, die die benachbarten Grundstückseigentümer bedrohen werden. Und aus Sicht von Experten gilt schon jetzt als gesichert, dass in Folge der unterirdischen Entnahme der Rohstoffe die oberirdische Flora und Fauna unheilbar geschädigt- und eine europaweit einmalige Landschaft auf lange Sicht verloren gehen wird. Auch gilt das von der Industrie genannte Arbeitsplatzargument nur beschränkt – insbesondere im Verglich zu den Potenzialen der Landschaft für den Tourismus und die damit verbundenen Arbeitsplätze im Gaststätten- oder Übernachtungsgewerbe. Widerstand gegen die Abbaupläne ist also aus vielen Gründen angesagt.
