Förderantrag nie bereut
Freitag, 26. März 2010, 08:00 Uhr
Mittwochs, 9.30 Uhr: Um diese Zeit treffen sich meist zehn Nordhäuser mit Migrationshintergrund in der Evangelischen Freikirchlichen Baptisten-Gemeinde zum Deutschunterricht. Nora Praetorius und Conny Heise kümmern sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um russische Spätaussiedler und Migranten. Die nnz stellt das Projekt vor...
Wir wollen ihnen die Angst vor der deutschen Sprache nehmen, sagen die beiden Nordhäuserinnen. Um ein Deutschprojekt professionell gestalten zu können, haben sie im vergangenen Jahr einen Antrag für das Förderprogramm STÄRKEN vor Ort beim Landratsamt gestellt. Am Anfang haben wir schon sehr überlegt, ob wir einen Förderantrag stellen sollen – vor allem wegen der bürokratischen Hürden. Wir hatten ja auch keine Ahnung von diesen Fachbegriffen. Aber dann haben wir hier im Landratsamt sehr viel Unterstützung bei der Antragstellung bekommen.
Und es hat geklappt: Ihr Antrag unter der Überschrift Integrationsprojekt für Aussiedler, jüdische Immigranten und Ausländer war erfolgreich. Mit den Fördergeldern haben sie Wörter- und Grammatikbücher sowie Arbeitshefte gekauft. Und einen Schrank, in dem wir die Bücher verstauen können. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Kurs attraktiv zu gestalten. Und wir konnten so einen wunderschönen Ausflug zum Erfurter Weihnachtmarkt ermöglichen. Davon schwärmen alle heute noch, sagt Nora Praetorius.
Für die Projektteilnehmer mit Migrationshintergrund war diese typisch deutsche Tradition eines Weihnachtsmarkts eine neue Erfahrung – ein Stück deutsche Kultur, die sie so kennen gelernt haben. Wir haben auch erklärt, was Advent ist und wie Traditionen wie der Adventskranz entstanden sind. Dafür haben uns die Aussiedler aus Russland erklärt, wie sie ihr Neujahrsfest feiern, beschreibt Nora Praetorius den kulturellen Austausch im Projekt.
Dazu gehört auch, dass die Teilnehmer gemeinsam kochen und essen – wieder eine Möglichkeit, die deutsche Sprache unbeschwert zu nutzen, im kleinen Kreis, ohne Angst vor Fehlern. Bei uns herrscht eine fröhliche, entspannte Atmosphäre, sagt Nora Praetorius. Deutschunterricht im klassischen Sinne gebe es nicht. Wir schreiben zwar auch Tests, korrigieren sie aber dann gemeinsam. Unser Angebot ist eher anwenderorientiert. Wir üben spielerisch und stellen zum Beispiel Dialoge zwischen Arzt und Patient nach.
Sie sind auch als Ansprechpartner da, wenn Projektteilnehmer ein Formular nicht verstehen oder Hilfe beim Gang zur Behörde oder zum Arzt brauchen. Zwei russische Muttersprachlerinnen unterstützen sie dabei. Ludmilla Vinokurova hat zum Beispiel bei unserem ersten Deutschkurs mitgemacht und jetzt hilft sie uns beim Unterricht, sagt Nora Praetorius. An diesem Beispiel sieht man, dass das Projekt nachhaltig wirkt – ein ganz wichtiger Punkt beim Förderprogramm STÄRKEN vor Ort, sagt Petra Bankewitz vom Fachbereich Jugend und Soziales. Als EU-gefördertes Programm sei STÄRKEN vor Ort so angelegt, dass es Projekte anschiebt, die langfristig auch ohne Fördergelder mit Leben erfüllt werden.
Mit STÄRKEN vor Ort können so genannte Mikroprojekte mit bis zu 10.000 Euro für ein Kalenderjahr gefördert werden. In Frage kommt das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, finanziert aus dem Europäischen Sozialfond der Europäischen Union, nicht nur für freie Träger oder andere größere Organisationen.
Auch einzelne Personen, Vereine und andere Gruppen können sich mit ihrem Mikroprojekt bewerben. Passen müssen die Mikroprojekte zu den Zielen des Förderprogramms, nämlich Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren, Frauen und Migranten bei der beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen.
Wichtig für alle Interessenten und Antragsteller ist die lokale Koordinierungsstelle, die ab jetzt in einem neuen Büro in der Grimmelallee 27 in Nordhausen sitzt. Ansprechpartnerin Steffi Bönisch ist persönlich und telefonisch dienstags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung erreichbar unter der Nummer 03631/46 25 46.
Auch mit einer ersten Idee – ohne konkrete Projektplanung – finden dort Interessenten Hilfe und Beratung, um gemeinsam zunächst die Förderfähigkeit zu prüfen und gemeinsam einen Förderantrag zu formulieren. Nora Praetorius und Conny Heise sind sich einig: Wir haben es nie bereut, dass wir den Förderantrag gestellt haben. Es hat sich wirklich gelohnt und es ist schön, dass es so etwas wie STÄRKEN vor Ort gibt.
Autor: nnzWir wollen ihnen die Angst vor der deutschen Sprache nehmen, sagen die beiden Nordhäuserinnen. Um ein Deutschprojekt professionell gestalten zu können, haben sie im vergangenen Jahr einen Antrag für das Förderprogramm STÄRKEN vor Ort beim Landratsamt gestellt. Am Anfang haben wir schon sehr überlegt, ob wir einen Förderantrag stellen sollen – vor allem wegen der bürokratischen Hürden. Wir hatten ja auch keine Ahnung von diesen Fachbegriffen. Aber dann haben wir hier im Landratsamt sehr viel Unterstützung bei der Antragstellung bekommen.
Und es hat geklappt: Ihr Antrag unter der Überschrift Integrationsprojekt für Aussiedler, jüdische Immigranten und Ausländer war erfolgreich. Mit den Fördergeldern haben sie Wörter- und Grammatikbücher sowie Arbeitshefte gekauft. Und einen Schrank, in dem wir die Bücher verstauen können. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Kurs attraktiv zu gestalten. Und wir konnten so einen wunderschönen Ausflug zum Erfurter Weihnachtmarkt ermöglichen. Davon schwärmen alle heute noch, sagt Nora Praetorius.
Für die Projektteilnehmer mit Migrationshintergrund war diese typisch deutsche Tradition eines Weihnachtsmarkts eine neue Erfahrung – ein Stück deutsche Kultur, die sie so kennen gelernt haben. Wir haben auch erklärt, was Advent ist und wie Traditionen wie der Adventskranz entstanden sind. Dafür haben uns die Aussiedler aus Russland erklärt, wie sie ihr Neujahrsfest feiern, beschreibt Nora Praetorius den kulturellen Austausch im Projekt.
Dazu gehört auch, dass die Teilnehmer gemeinsam kochen und essen – wieder eine Möglichkeit, die deutsche Sprache unbeschwert zu nutzen, im kleinen Kreis, ohne Angst vor Fehlern. Bei uns herrscht eine fröhliche, entspannte Atmosphäre, sagt Nora Praetorius. Deutschunterricht im klassischen Sinne gebe es nicht. Wir schreiben zwar auch Tests, korrigieren sie aber dann gemeinsam. Unser Angebot ist eher anwenderorientiert. Wir üben spielerisch und stellen zum Beispiel Dialoge zwischen Arzt und Patient nach.
Sie sind auch als Ansprechpartner da, wenn Projektteilnehmer ein Formular nicht verstehen oder Hilfe beim Gang zur Behörde oder zum Arzt brauchen. Zwei russische Muttersprachlerinnen unterstützen sie dabei. Ludmilla Vinokurova hat zum Beispiel bei unserem ersten Deutschkurs mitgemacht und jetzt hilft sie uns beim Unterricht, sagt Nora Praetorius. An diesem Beispiel sieht man, dass das Projekt nachhaltig wirkt – ein ganz wichtiger Punkt beim Förderprogramm STÄRKEN vor Ort, sagt Petra Bankewitz vom Fachbereich Jugend und Soziales. Als EU-gefördertes Programm sei STÄRKEN vor Ort so angelegt, dass es Projekte anschiebt, die langfristig auch ohne Fördergelder mit Leben erfüllt werden.
Mit STÄRKEN vor Ort können so genannte Mikroprojekte mit bis zu 10.000 Euro für ein Kalenderjahr gefördert werden. In Frage kommt das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, finanziert aus dem Europäischen Sozialfond der Europäischen Union, nicht nur für freie Träger oder andere größere Organisationen.
Auch einzelne Personen, Vereine und andere Gruppen können sich mit ihrem Mikroprojekt bewerben. Passen müssen die Mikroprojekte zu den Zielen des Förderprogramms, nämlich Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren, Frauen und Migranten bei der beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen.
Wichtig für alle Interessenten und Antragsteller ist die lokale Koordinierungsstelle, die ab jetzt in einem neuen Büro in der Grimmelallee 27 in Nordhausen sitzt. Ansprechpartnerin Steffi Bönisch ist persönlich und telefonisch dienstags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung erreichbar unter der Nummer 03631/46 25 46.
Auch mit einer ersten Idee – ohne konkrete Projektplanung – finden dort Interessenten Hilfe und Beratung, um gemeinsam zunächst die Förderfähigkeit zu prüfen und gemeinsam einen Förderantrag zu formulieren. Nora Praetorius und Conny Heise sind sich einig: Wir haben es nie bereut, dass wir den Förderantrag gestellt haben. Es hat sich wirklich gelohnt und es ist schön, dass es so etwas wie STÄRKEN vor Ort gibt.




