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Erdfall: Kein Gips gefunden

Donnerstag, 18. März 2010, 13:45 Uhr
Da werden die Experten wohl noch ein wenig rätseln. Selbst bei 45 Bohrtiefe ist am Erdfall in Nordhausen kein Gips gefunden worden. Was ist nun zu tun?


Die Erkundungsbohrungen bis in 45 Meter Tiefe haben die unmittelbare Ursache des Erdfalls am Feuerwehr­technischen Zentrum in Nordhausen nicht zu Tage gefördert. „Bei der Bohrung bis 45 Meter gab es keine Besonderheiten. Damit haben wir nachgewiesen, dass es keine oberflächennahen Störungen oder Hohlräume gibt und wir statisch-konstruktiv etwas unternehmen können, um das Gebäude zu sichern“, sagte heute Geotechniker Konrad Rose von der IHU – Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie.

Bei den Bohrungen sind die Fachleute nach dem Kies unter der Oberfläche nur auf Buntsandstein gestoßen. Der Gips liegt also tiefer als 45 Meter. Erst dieser Gips ist auslaugungsfähig, das heißt, Gipsgestein löst sich in Wasser auf, was die Substanz beeinflusst und – als ein Phänomen des Gipskarsts – zu Erdfällen führen kann.

Nun sind die Ingenieure und Statiker am Werk, um das Gebäude des Feuerwehrtechnischen Zentrums des Landratsamtes Nordhausen, das teilweise direkt über dem Erdfall steht, zu sichern. Erste Bohrungen innerhalb des Gebäudes ins Erdreich haben bereits gezeigt, dass sich noch ein Rest des Hohlraums verursacht durch den Erdfall unter dem Gebäude befindet. Der wird im ersten Schritt mit Kies zugeschüttet. Langfristig wird das Gebäude mit einem Netz von Messpunkten überwacht. Im Loch der Erkundungsbohrung wurde ein Pegel eingesetzt, um den Wasserstand zu beobachten.
Autor: nnz

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