Menzel und Nordhausen (1)
Dienstag, 16. März 2010, 14:38 Uhr
Ab 7. August 2010 wird es im Kunsthaus Meyenburg eine Ausstellung über den weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmten Künstler Adolph Menzel geben. Gibt es Verbindungen aus Nordhausen zu ihm? Die Antwort darauf vermittelt nnz-Autorin Heidelore Kneffel in einem ersten Teil...
Im Stadtarchiv wird ein Schriftstück verwahrt, das von dem vielseitigen Künstler von Berlin aus in die Stadt am Harzrand gesandt wurde. Dieses Gebirge war für Menzel nicht unbekannt, er besuchte diese Gegend dreimal. Darüber wird man in der Ausstellung einiges erfahren. Das erwähnte Schreiben beinhaltet die Antwort auf einen Brief, den der damalige Stadtarchivar Hermann Heineck mit einer Anfrage an den berühmten Mann gerichtet hatte. Die betraf eine Lithographie, die man der Stadt mit dem Hinweis geschenkt hatte, dass das ein echter Menzel sei.
Zwar konnte der Gefragte nicht bestätigen, dass die Druckgrafik von ihm stammte, aber durch das Antwortschreiben besitzt Nordhausen ein Blatt Papier, veredelt mit der Handschrift eines der bedeutendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Auch wenn es kein gezeichnetes Blatt ist, so ist es doch ein Autograph, der durch die Art der Linienführung der Buchstaben und Wörter künstlerischen Wert besitzt. Man weiß, wie begehrt auf Auktionen die Briefe von berühmten Männern und Frauen sind.
Dass Menzel ein begnadeter Zeichner war, bekundet auch sein Brief. Auffällig ist auf den ersten Blick die souveräne Blattaufteilung. Zum anderen labt sich das Auge an der flüssigen Aneinanderreihung der Buchstaben. Da ist kein kleinlicher Geist zu spüren, sondern eine souveräne Handhabung. Der einzelne Buchstabe fügt sich in das Ganze. Besonders graphisch gestaltet sind einige Anfangsbuchstaben, eine Erinnerung an die herausgehobenen Initialen mittelalterlicher Handschriften.
Initiale (Foto: privat)
Bereits der erste Buchstabe des Briefes ist beeindruckend - ein D vom Wort Das. Mit großer Leichtigkeit, so spürt man es förmlich, hat er die Linien gesetzt. Und das kleine s am Ende nimmt diesen Schwung gekonnt auf.
Unter das Schreiben hat er den Ort und das Datum des 30. Novembers 1904 gesetzt. Eine wahre Hieroglyphe wurde das Wort Berlin. Vielleicht wäre das B noch zu deuten, aber das sich daran anschließende graphische Zeichen ist nur zu erraten – ein schwungvoller Schlenker nach oben.
Dann folgt als Höhepunkt des Briefes der Nachname. Der Künstler hat dafür eine Form gefunden, die diesen Schriftzug zu einer ästhetischen Kostbarkeit werden lässt. Dieses Wortbild betrachtet jeder gern, der es vor Augen hat. Dieser Autograph wird in der Ausstellung im Sommer zu sehen sein.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzIm Stadtarchiv wird ein Schriftstück verwahrt, das von dem vielseitigen Künstler von Berlin aus in die Stadt am Harzrand gesandt wurde. Dieses Gebirge war für Menzel nicht unbekannt, er besuchte diese Gegend dreimal. Darüber wird man in der Ausstellung einiges erfahren. Das erwähnte Schreiben beinhaltet die Antwort auf einen Brief, den der damalige Stadtarchivar Hermann Heineck mit einer Anfrage an den berühmten Mann gerichtet hatte. Die betraf eine Lithographie, die man der Stadt mit dem Hinweis geschenkt hatte, dass das ein echter Menzel sei.
Zwar konnte der Gefragte nicht bestätigen, dass die Druckgrafik von ihm stammte, aber durch das Antwortschreiben besitzt Nordhausen ein Blatt Papier, veredelt mit der Handschrift eines der bedeutendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Auch wenn es kein gezeichnetes Blatt ist, so ist es doch ein Autograph, der durch die Art der Linienführung der Buchstaben und Wörter künstlerischen Wert besitzt. Man weiß, wie begehrt auf Auktionen die Briefe von berühmten Männern und Frauen sind.
Dass Menzel ein begnadeter Zeichner war, bekundet auch sein Brief. Auffällig ist auf den ersten Blick die souveräne Blattaufteilung. Zum anderen labt sich das Auge an der flüssigen Aneinanderreihung der Buchstaben. Da ist kein kleinlicher Geist zu spüren, sondern eine souveräne Handhabung. Der einzelne Buchstabe fügt sich in das Ganze. Besonders graphisch gestaltet sind einige Anfangsbuchstaben, eine Erinnerung an die herausgehobenen Initialen mittelalterlicher Handschriften.
Initiale (Foto: privat)
Bereits der erste Buchstabe des Briefes ist beeindruckend - ein D vom Wort Das. Mit großer Leichtigkeit, so spürt man es förmlich, hat er die Linien gesetzt. Und das kleine s am Ende nimmt diesen Schwung gekonnt auf.Unter das Schreiben hat er den Ort und das Datum des 30. Novembers 1904 gesetzt. Eine wahre Hieroglyphe wurde das Wort Berlin. Vielleicht wäre das B noch zu deuten, aber das sich daran anschließende graphische Zeichen ist nur zu erraten – ein schwungvoller Schlenker nach oben.
Dann folgt als Höhepunkt des Briefes der Nachname. Der Künstler hat dafür eine Form gefunden, die diesen Schriftzug zu einer ästhetischen Kostbarkeit werden lässt. Dieses Wortbild betrachtet jeder gern, der es vor Augen hat. Dieser Autograph wird in der Ausstellung im Sommer zu sehen sein.
Heidelore Kneffel


