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Neues aus der Heimatforschung

Samstag, 21. Dezember 2002, 21:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Die „Beiträge zur Heimatkunde in Stadt und Landkreis Nordhausen“ ist eine der wenigen regionalhistorischen Publikationsreihen im Osten Deutschlands, die die Wende überdauert haben und sich ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Über den jetzt erschienenen 27. Band dieser Ausgabe informiert nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

Wer keine Vergangenheit besitzt, hat auch keine Zukunft. Von dieser alten Weisheit lassen sich die Heimatforscher leiten. Oft werden sie belächelt, wenn sie bei schönstem Wetter in Archiven hocken und mühselig recherchieren, wenn sie im stillen Kämmerlein ihre Ergebnisse zu Papier bringen, während wir gemütlich vor der Klotze sitzen. Unzählige Stunden widmen sie der Erforschung der näheren Heimat, sind ständig auf den Spuren der Vergangenheit. So mancher weiße Fleck in der Geschichtsschreibung wurde durch sie getilgt. Die Befriedigung, etwas für die Nachwelt getan zu haben, ist ihr Lohn.

Seit 27 Jahren veröffentlichen die Hobbyforscher der Region ihre Arbeiten in den „Beiträgen zur Heimatkunde in Stadt und Landkreis Nordhausen“. Die neueste Ausgabe dieser vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein herausgegebenen Publikationsreihe hält auf 172 Seiten vierzehn interessante Arbeiten bereit. Die Themenvielfalt reicht von der Stadtarchäologie über Familienforschung und dem 75jährigen Jubiläum des Rosengartens bis hin zum Hubertusburger Frieden 1763 in der Reichsstadt Nordhausen.

Anett Dallu nahm den 125. Geburtstag von Architekt Gustav Ricken zum Anlass, mit einer umfassenden Biografie dem Mann zu gedenken, der die Architektur in Nordhausen sowohl vor als auch nach dem Krieg entscheidend mit prägte. Nach den Plänen von Ricken wurden u.a. das Badehaus, die Wiedigsburg, der Harzquerbahnhof, das Säuglingsheim und die Frauenklinik, mehrere Wohnhäuser in der Oberstadt sowie das Verwaltungs- und Sozialgebäude des VEB Nordbrand gebaut.

Die Leser erfahren von Rainer Dittmann viel Interessantes über 100 Jahre Industriegeschichte im Ellricher Feld. Jörg-Michael Junker berichtet über die Geschichte der Familie von Eberstein in Auleben, Stadtarchivar Dr. Peter Kuhlbrodt brachte seine Studien über politische Parteien und Bewegungen am Ende der Weimarer Republik zu Papier, Münzexperte Paul Lauerwald beleuchtet städtische Ereignisse im Medaillenbild, Andreas Lesser gibt einen Überblick über die historischen Veröffentlichungen von Friedrich Christian Lesser (1692-1754), Fritz Reinboth stellt seine Forschungen über die Erschließung des sogenannten Töpferlochs bei Bleicherode vor, über den Stand der archäologischen Forschung in Nordhausen und seiner Umgebung informiert Dr. Diethard Walter und der Entwicklung der Schaufensterfassaden in Nordhausen widmet sich Markus Veit in einem sehr ausführlichen Beitrag.

Aufsätze von Dr. Arno Wand über Burg und Domstift Nordhausen, Hans-Jürgen Grönke über das älteste Schreibgerät von Nordhausen, Gelinde Schlenker über die Kaiserin Adelheid und ihrer Tochter, Siegrid Westphal zum Hubertusburger Frieden 1763 und Dr. Dieter Pötschke zum Thema „Was ist älter - der Sachsenspiegel oder das Mühlhäuser Rechtsbuch nach des Reiches Recht“ komplettieren das bemerkenswerte Buch (ISBN 3-929767-59-7), das in allen Buchhandlungen zum Preis von 10 EUR zu haben ist.
Autor: rh

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