nnz-Forum: Gedanken eines Besuchers
Freitag, 12. März 2010, 17:38 Uhr
Die nnz hatte in dieser Woche ausführlich über den ersten Workshop zur künftigen Gestaltung des Blasiikirch-Platzes berichtet. Im Forum der nnz das Statement eines Besuchers...
Den Blasiikirchplatz würde ich im Wesentlichen in den alten Fluchten bebauen, um eine Verdichtung von Geschäften und Gebäuden im Bereich der Andockstelle zwischen neuer und alter Stadt zu erreichen. Dieses neue Viertel würde mit und ohne Einkaufszentrum funktionieren. Diese sollte in kleinen Parzellen um das Haus Kranichstraße 8 erfolgen, anstelle eines großen Klotzes. Bereitwillige Investoren für diese Grundstücke gab es in der Vergangenheit bereits einige!
Ein Brunnen auf dem Blasiikirchplatz, Nutzungsbereiche für Kaffee und Restaurantanlieger müssen geschaffen werden und vielleicht eine Galerie auf Stelzen wäre denkbar, um den Platz zum Pferdemarkt hin vom Verkehrslärm etwas abzuschirmen. Der Markttag sollte nicht fehelen und auch die Martinsfeier nicht.
Die Nordseite – also der Bereich hinter der St.-Blasii-Kirche – böte sich eventuell für die Kirchgemeinde als Investitionsfläche an. Das Pfarrhaus platzt ja inzwischen aus allen Nähten. Die Eselsgasse könnte vielleicht mit transparenten Verbindungselementen eine später zu errichtende Straßenzeilenbebauung am Rande der Blasiistraße zusammenkoppeln und dennoch Licht in dieses schmale, enge Nordhäuser Gässchen bringen.
Den Pferdemarkt sollte man nur für den Anliegerverkehr befahrbar machen. Nicht aber für den Durchgangsverkehr – was natürlich den Interessen des Investors des Einkaufszentrums entgegen stehen wird. Automatisch wäre Ruhe, saubere Luft und vor allem eine Einbindung des Pferdemarktes in die Gestaltung des Blasiikirchplatzes gegeben. Eltern müssten nicht um ihre Kinder fürchten, die auf dem Platz sich aufhielten, wenn 12.500 Fahrzeuge am Tag sich als Schneise zwischen avisierten Einkaufszentrum und Blasiikirchplatz entlang zwängen. Gleichzeitig würde ein ruhiger Platz die Einkaufsbummellust in Richtung Altstadt erheblich steigern.
Markus Veit, Nordhausen
Der Blasiikirchplatz
Alle Anzeichen deuten darauf, dass das Einkaufszentrum nicht kommen wird. Wenn die Stadt unbedingt einen großen Eventplatz haben will, könnte sie ihn dort anlegen, wo jetzt ein großes Loch klafft. Der Investor des Einkaufszentrums hat inzwischen einen Antrag auf Teilnutzungsänderung gestellt, da ihm die Mieter weglaufen oder er nicht genug bekommt.Den Blasiikirchplatz würde ich im Wesentlichen in den alten Fluchten bebauen, um eine Verdichtung von Geschäften und Gebäuden im Bereich der Andockstelle zwischen neuer und alter Stadt zu erreichen. Dieses neue Viertel würde mit und ohne Einkaufszentrum funktionieren. Diese sollte in kleinen Parzellen um das Haus Kranichstraße 8 erfolgen, anstelle eines großen Klotzes. Bereitwillige Investoren für diese Grundstücke gab es in der Vergangenheit bereits einige!
Ein Brunnen auf dem Blasiikirchplatz, Nutzungsbereiche für Kaffee und Restaurantanlieger müssen geschaffen werden und vielleicht eine Galerie auf Stelzen wäre denkbar, um den Platz zum Pferdemarkt hin vom Verkehrslärm etwas abzuschirmen. Der Markttag sollte nicht fehelen und auch die Martinsfeier nicht.
Die Nordseite – also der Bereich hinter der St.-Blasii-Kirche – böte sich eventuell für die Kirchgemeinde als Investitionsfläche an. Das Pfarrhaus platzt ja inzwischen aus allen Nähten. Die Eselsgasse könnte vielleicht mit transparenten Verbindungselementen eine später zu errichtende Straßenzeilenbebauung am Rande der Blasiistraße zusammenkoppeln und dennoch Licht in dieses schmale, enge Nordhäuser Gässchen bringen.
Den Pferdemarkt sollte man nur für den Anliegerverkehr befahrbar machen. Nicht aber für den Durchgangsverkehr – was natürlich den Interessen des Investors des Einkaufszentrums entgegen stehen wird. Automatisch wäre Ruhe, saubere Luft und vor allem eine Einbindung des Pferdemarktes in die Gestaltung des Blasiikirchplatzes gegeben. Eltern müssten nicht um ihre Kinder fürchten, die auf dem Platz sich aufhielten, wenn 12.500 Fahrzeuge am Tag sich als Schneise zwischen avisierten Einkaufszentrum und Blasiikirchplatz entlang zwängen. Gleichzeitig würde ein ruhiger Platz die Einkaufsbummellust in Richtung Altstadt erheblich steigern.
Die Kreisel
Die Stadt hat leider den zweiten bzw. dritten Schritt vor dem ersten gemacht. Die Verkehrskreiselkonzeption, die während der baulichen Begleitmaßnahmen zur Landesgartenschau umgesetzt wurde, hat keine der erhofften Ergebnisse gebracht. Der Verkehr ist mehr geworden statt weniger. Er ist zähflüssiger geworden an den Kreiseln (das wollte man ja). Von einer Verlangsamung in Rauten- und Töpferstraße kann dennoch keine Rede sein, denn die Masse der Autofahrer versucht, mit der Straßenbahn im Rücken, vor dieser am nächsten Kreisel anzugelangen, um dort noch die Grünphase zu nutzen. Resultat des Ganzen ist eine Verkehrs-Beschleunigung in der verschmälerten Rauten- und Töpferstraße und damit eine zusätzlichen Gefahrenquelle.Der Stadtring
Die Umfahrung der Innenstadt über einen Stadtring sollte eigentlich den Innenstadtverkehr vermindern. Sie ist jedoch nicht konsequent durchgezogen worden und bringt deshalb auch keine Entlastung. Zunächst einmal sollte die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Hagentor Ecke Wallrothstraße geändert werden. Damit einhergehend muss die Verbindungsachse zwischen Rothleimmühle und dem Großobjekt Am Alten Tor 7 (ehemals Rulf & Friese) zu einer mehrspurigen Straße mit Einbindung in die Europakreuzung erfolgen. Eine Verlegung der dortigen Straßenbahnhaltestelle um einige Meter wäre natürlich notwendig. Dadurch wäre die Ausfahrt der Wallrothstraße in den Beethovenring entlastet und der Weg der Verkehrsteilnehmer von der Oberstadt in die Unterstadt erheblich verkürzt. Eine Nutzung der Altstadt als Verbindung würde somit sehr unattraktiv, die ganze unausgereifte Pollerdiskussion wäre hinfällig und auch vom Pferdemarkt her würde die Altstadt nicht mehr in der Masse befahren werden können, wenn der untere Pferdemarkt eine Fußgängerzone würde.Das Ergebnis
Leider werden die Ergebnisse der Verkehrsanbindung aus dem europäischen Ausschreibungsverfahren keinen Gewinn bringen, denn sie werden auf dem Vorhandensein des Einkaufszentrums basieren. Es wurde eine verfahrene Kiste geschaffen. Eine halbherzig durchgesetzte Verkehrskonzeption die in krasser Diskrepanz zum Einkaufszentrum steht, soll offensichtlich über ein Ausschreibungsverfahren gelöst werden, in dem der Blasiikirchplatz zum Mittel des Zweckes gerät. Die Erfüllung für die Altstadt wird das Ergebnis wahrscheinlich nicht bringen. Das ist sehr bedauerlich. Viel schlimmer jedoch wird sein – entweder mit dem Einkaufszentrum wird extrem viel Verkehr in die Innenstadt gelangen und zu einer zusätzlichen Belastungsprobe für den bereits jetzt katastrophalen Verkehrfluss beitragen. Wobei das Dilemma der Kreisel mit Sicherheit nicht behoben werden wird, oder das Einkaufszentrum kommt nicht und wir haben eine weitere Verkehrsplanung, die auf ein Projekt angepasst wird, welches nicht realisiert wird.Fazit
Vielleicht sollte man abwarten, ob wirklich mit dem Einkaufszentrum zu bauen begonnen wird und die Verkehrsproblematik solange ruhen lassen bis man weiß, was man beplant, denn auch die Planungen kosten viel Geld. Unabhängig davon sollte man eine Bebauung des Bezirks zwischen Südseite Blasiikirchplatz und Nordseite Kranichstraße vornehmen und den Platz zur Kirche in Angriff nehmen. Das Südliche Viertel an der Blasiikirche funktioniert mit oder ohne Einkaufszentrum sowie mit oder ohne Verkehr.Markus Veit, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
