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Die „sicheren Häfen“

Freitag, 20. Dezember 2002, 12:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Vorsichtig ausgedrückt: Ein schwieriges Jahr liegt (fast) hinter uns. Das haben auch die Kreditinstitute der Region gespürt. Zu dieser Einschätzung kommt das Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, Wolfgang Asche. nnz hat sich mit dem Banker unterhalten.


„Wir haben ein verhaltenes Jahr hinter uns gebracht. Das ist auch nicht verwunderlich, denn es gab wenig Impulse, weder von der Anlagenseite, noch aus dem Kreditbereich“, schätzt Wolfgang Asche die zurückliegende Zeit ein. Die KSK-Kunden agierten im Anlagebereich sehr „vorsichtig“. Sicherheit statt Risiko, könnte man das Verhalten beschreiben. Sichere Häfen werden kurz- und mittelfristig gesucht. Und trotzdem: In der Kreissparkasse Nordhausen ist das Wertpapiergeschäft entgegen dem Thüringentrend nicht eingebrochen, „wir liegen da im Freistaat an der Spitze“, konstatiert Asche und verweist auf einen Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Der Renner in dieser Anlageform seien die Investmentfonds, wo bei die Aktienfonds denen mit Immobilien ausgestatteten den Vorzug erweisen mussten – sichere Häfen sind gefragt. Die Anleger verlassen sich in zunehmendem Maße auf die Erfahrung der Wertpapierexperten des Geldhauses am Kornmarkt.

Natürlich beschäftigt sowohl Kunden als auch Banker das Thema Zinsen. Als Branchenschädigung empfindet Wolfgang Asche die Aussage vom Chef des Bundesverbandes deutscher Banken, Rolf Breuer, der den Kredithäusern empfahl, die Leitzinssenkung der EZB nicht an die Kunden weiterzugeben. „Wir haben bislang zweimal in diesem Jahr die Zinssenkungen an unsere Kunden weitergereicht. Das Geld für Investitionen im privaten sowie im geschäftlichen Bereich ist so billig wie lange nicht mehr“, meint der Vorständler.

Die KSK muß in diesem Geschäft einfach reagieren, „sonst ist man raus“. Die Zeit, da auch Sparkassenkunden eine „Ein-Bank-Verbindung“ pflegten, die sei im Zeitalter des Internets endgültig vorbei. Das Geld dort angelegt, wo es die besten Erträge bringt. „Da müssen wir am Ball bleiben, den Markt und die Mitbewerber ständig beobachten“, so Asche im nnz-Gespräch. Ein Ausruhen gebe es selbst im ruhigen Nordhausen nicht. Und: Trotz Informations- und Angebotsflut, trotz Internet – auch im Jahr 2002 zählte in Nordhausen eine kompetente Beratung der Kunden. Und da kann die Kreissparkasse auf dem Erreichten weiter aufbauen.
Autor: nnz

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