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nnz-Rückspiegel: 17. Dezember 2001

Dienstag, 17. Dezember 2002, 07:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Euro-Start, Sozialhilfe und Demo


Euro ist seit heute „greifbar“
Seit heute gibt es den fassbaren Vorgeschmack auf den Euro. Die ersten Starterkits konnten abgeholt werden. Ob es zu einem Run auf die neue Währung kam, das erfahren Sie in der nnz.

Euro im Plastikbeutel Mehr als 50 Kunden der Nordhäuser Kreissparkasse konnten es am Morgen kaum erwarten. Sie hatten sich vor Öffnung der Hauptstelle am Kornmarkt ordentlich aufgereiht, um die neue Währung in ihre Hände zu bekommen. Das Kreditinstitut hatte sich auf den ersten Ansturm eingerichtet und einen Sonderstand in der Schalterhalle aufgebaut. Nach dem ersten Andrang ging es dann im Verlaufe des Tages „normal“ zu, bestätigte KSK-Vorstandsmitglied Wolfgang Asche der nnz. „Unser Haus ist supergut vorbereitet, alle Kunden können mit ihrer Erstausstattung versorgt werden“, beschreibt Asche den jetzigen Arbeitsstand der Sparkasse.

Auch für die Firmenkunden sind die Banker vom Kornmarkt jetzt der richtige Ansprechpartner. Für diese Kunden sind spezielle Teams eingerichtet worden. Die heiße Phase der Euro-Einführung wird dann aber mit Beginn des kommenden Jahres anlaufen. So werden die Geldausgabeautomaten der Kreissparkasse mit sehr vielen kleinen Scheinen bestückt. Das wiederum verlangt nach einer rascheren Auffüllung der Automaten, zudem wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Auch aus dem Bereich des Handels, aus dem bis zum 28. Februar sowohl der Rücklauf der D-Mark, als auch des Euros zum Geldhaus zurückkommt, stehen die Signale auf Grün, bestätigt Wolfgang Asche...ausführlich im nnz-Archiv


Sozialhilfe: Vorschläge für Änderung
Im kommenden Jahr soll die Auszahlung der Sozialhilfe nur im Landratsamt vorgenommen werden. So jedenfalls die Vorstellung der Kreisverwaltung. Da haben die Verwalter des Landkreises allerdings die berühmte „Rechnung ohne die Wirte“ gemacht. Die Wirte, das sind in diesem Fall Bürgermeister oder Chefs von Verwaltungsgemeinschaften des Landkreises. Die wollen die Auszahlung der Sozialhilfe nicht ohne Weiteres abgeben, wollen damit nicht dem Vorbild der Stadt Nordhausen folgen. Deren Abgabe dieser Leistungen hat den Stein ins Rollen gebracht, den nun unter anderem Bleicherodes Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU) aufhalten will. In die Beschlussvorlage 208/01 will Kochbeck im Namen einiger Amtskollegen gern eine Änderung eingearbeitet haben. So sollen nur die Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften die Auszahlung abgeben, die diese Leitung nicht erbringen können oder wollen...ausführlich im nnz-Archiv


Demo im Landratsamt
Den Montag hätten sich die MitarbeiterInnen des Nordhäuser Landratsamtes anders vorgestellt. Statt vorweihnachtlicher Stimmung wurde die Behörde von einer Demonstration heimgesucht. Asylbewerber aus Ellrich hatten sich am Vormittag auf den Weg nach Nordhausen gemacht. Ihr Ziel war die Ausländerbehörde des Landratsamtes. Ihr Hintergrund war der Tod des Asylbewerber Achidi John, der in Ellrich untergebracht war (siehe dazu auch im nnz-Archiv). Der Mann aus Kamerun starb nach dem Zwangseinflößen eines Brechmittels durch die Polizei unlängst in Hamburg. Wie die nnz erfuhr, wollten die Ausländer ihren toten Freund noch einmal sehen.

Kurz vor 10 Uhr protestierten rund 12 Asylberber im Landratsamt. Die Verwaltungsspitze als Hausherr informierte daraufhin die Polizei, da die Situation zu eskalieren drohte. Da wurden die Mitarbeiter der Ausländerbehörde mit „Nazi-Deutschland“ beschimpft, nur weil sie nicht sagen konnten, wo sich der Tote befindet. Die Beamten konnten die Ausländer beruhigen, im polizeideutsch heißt das: Deeskalation! Doch die Demonstranten ließen sich nicht abbringen, ein zweiter Einsatz der Polizei folgte. Diesmal erteilten die Beamten Platzverweise, denn der Arbeitsablauf im Bereich der Ausländerbehörde wurde zum Beispiel durch Gesänge und Geschrei der Asylbewerber massiv gestört. Nach nnz-Informationen werden Mitarbeiter der Kreisverwaltung gegen einige Ausländer Anzeige wegen Beleidigung erstatten...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnz

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