Grußworte zum Nachlesen und Nachfragen
Dienstag, 02. Januar 2001, 15:29 Uhr
Grußwort von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke zum Neuen Jahr:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das erste Jahr des neuen Jahrtausends geht seinem Ende entgegen und gibt Anlass zurückzublicken und vorauszuschauen. Mit meiner Wiederwahl zum Stadtoberhaupt erhielt ich für weitere sechs Jahre die Gelegenheit meine Kraft und mein Wissen in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu stellen. Für das mir entgegengebrachte Vertrauen sei an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt. So kann Begonnenes fortgeführt, Liegengebliebes aufgegriffen und Neues in Angriff genommen werden.
Das Jahre 2001 wird seinen Schwerpunkt im Bereich von Kultur und Bildung haben. Die Schulentwicklungsplanung und die Kulturkonzeption werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Nachdem der Stadtrat sich nun zu den verbleibenden Schulstandorten eine eindeutige Meinung erarbeitet hat, wird es darum gehen, die verbleibenden Schulen attraktiver zu gestalten. Hierbei wird es sowohl um Instandsetzung von Schulen gehen als auch um inhaltliche Schwerpunktsetzung. Bei dem Investitionsprogramm für die Grund- und Regelschulen hoffen wir nach wie vor auf die tatkräftige Unterstützung des Landes Thüringen. Die Investitionspauschale für die Schulen war in den letzten Jahren leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Weil wir wissen, dass Bildungsarbeit neben dem schulischen Bereich auch zunehmend mehr auf den Freizeitbereich verlagert wird, werden wir auch im kommenden Jahr die Initiativen der Träger der Jugend- und Bildungsarbeit in der Stadt unterstützen. Allerdings erwarten wir hier eine qualitativ gute Arbeit, die sich mehr als bisher an den wirklichen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Mit der Eröffnung des Hallenbades im Frühjahr 2001 wird ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt gesetzt. Viele haben die Rekonstruktion mit Interesse und Aufmerksamkeit begleitet und wir hoffen sehr, dass der Besucherstrom nicht lange auf sich warten lässt.
Natürlich wird auch im nächsten Jahr die Ansiedlung von neuen Unternehmen sowie die Begleitung von ortsansässigen Unternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen. Wir freuen uns, dass mehrere Unternehmen in unserer Stadt mit dem Neubau von Fertigungshallen neue Arbeitsplätze schaffen werden, wie z. B. die Firma Meyer Logistik am Standort Erfurter Straße, oder die Firma Eaton in der Bochumer Straße. Wir haben mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass für die Firma Bike Systems ein Weiterbestand möglich ist.
Nordhausen im Jahre 2000. Da gab es Höhepunkte, wie z. B. 100 Jahre Straßenbahn, da gab es viel Alltägliches in Behörde und Verwaltung, aber es gab auch Ärgerliches und Beschämendes. So mussten auch wir begreifen, dass menschenverachtendes Gedankengut und Rassismus um unsere Stadt keinen Bogen machten. An dieser Stelle sei allen gedankt, die bei den öffentlichen Demonstrationen und der Lichterkette durch ihre Anwesenheit Gesicht gezeigt haben. Sie haben gezeigt, dass Gewalt und Rassismus in unserer Stadt keinen Platz finden werden. Auch im nächsten Jahr werden wir gefragt sein, ob wir bereit sind, für Flüchtlinge und Fremde einzutreten, den Opfern von Gewalt Schutz zu gewähren und Hilfesuchende und Schwache zu begleiten. Hier ist jeder von uns aufgerufen, seinen persönlichen Beitrag zu leisten.
In diesem Sinne wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ein friedvolles und erfolgreiches neues Jahr.
Ihre
Barbara Rinke
Oberbürgermeisterin
Grußwort des Landrates Joachim Claus, zum Ausklang des Jahres 2000
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
es mag vielen von uns vorkommen, als seien die Feierlichkeiten zum Jahrtausendwechsel von 1999 auf 2000 gerade eben erst zu Ende gegangen, da sind wir schon wieder dabei, das erste Jahr des zweiten Jahrtausends zu verabschieden und uns dem neuen Jahr, dem Jahr 2001 zuzuwenden. Natürlich ist auch am Ende des Jahres 2000 eine Bilanz zu ziehen. Die Bilanz über das, was im kommunalen Bereich im Landkreis Nordhausen erreicht wurde. Natürlich, und das halte ich für genauso wichtig, soll man auch offen zu den Dingen stehen, die nicht verwirklicht wurden oder die nicht verwirklicht werden konnten.
So steht, leider, auch weiterhin die für uns alle immer noch viel zu hohe Arbeitslosenquote auf der Sorgenliste ganz oben. Trotz einer leichten, bundesweit erkennbaren Verringerung der Arbeitslosenzahlen, ist im Landkreis Nordhausen davon allerdings wenig zu bemerken. Während, in einer der letzten Statistiken sichtbar, im Freistaat insgesamt ein leichtes Sinken der Arbeitslosenzahlen erkennbar war, so blieb der Landkreis Nordhausen als einziger Landkreis leider von diesem Trend unberührt. Das erfüllt mich persönlich mit großer Sorge. Natürlich kann ich als Landrat, als Kommunalpolitiker und Chef der Kreisverwaltung direkt keine Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenteil, vor allem die Politik erwartet von mir, dass ich die Personalkosten in meiner Verwaltung drastisch senke, obwohl das Landratsamt Nordhausen vom Personalkostenvolumen her gesehen, zu den kostengünstigsten Landkreisverwaltungen im Freistaat Thüringen zählt.
Dennoch, Arbeitsplätze entstehen in der Wirtschaft. Und sie entstehen nur dann, wenn die Rahmenbedingungen für den Fortbestand der Unternehmen und für die Ansiedlung von Unternehmen gegeben sind. Das gegenwärtige politische Klima im Landkreis Nordhausen, die unbefriedigende Diskussion, ob Wirtschaftsförderung im Landkreis sein soll und wenn ja, bitte nur zum Nulltarif, oder die Diskussion darüber, welcher Tourismusverein im Landkreis denn der bessere sei, sind Dinge, die einer gesunden Entwicklung im Landkreis abträglich sind.
Der Verband der Wirtschaft Nordhausen hat es in den letzten Tagen auf den Punkt gebracht. Der Wirtschaft auf allen Ebenen, vom produzierenden Bereich, über Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Handwerk und Gewerbe bis hin zur Tourismusbrache, fehlt in unserer Region die nötige wirtschaftspolitische "Nestwärme". Ich meine, hier bringen die Geschäftsführer unserer Unternehmen zum Ausdruck, wie sie die momentane Situation im Landkreis empfinden. Ich glaube, an diesem Punkt können wir nur etwas positiv verändern, wenn wir im Landkreis Nordhausen mit vereinter Kraft gemeinsam ansetzen. Fernab vom populistischen Parteiengezänk, vom unsäglichen und medienwirksam aufgemachten Gerangel um Posten, Ämter und Macht - die meisten Bürgerinnen und Bürger des Landkreises schütteln dabei ohnehin nur mit dem Kopf - muss extrem schnell Entwicklungsnormalität in unserem Landkreis sichtbar werden. Sensibilität im Umgang miteinander, Kreativität über Parteiengrenzen hinweg, Konstruktivität bei der Lösung unserer vielschichtigen Probleme, sind aus meiner Sicht die Kriterien, die man im Landkreis Nordhausen sehr bald erkennen können muss.
Ich möchte den Beginn des neuen Jahres dazu nutzen, alle Verantwortungsträger - von der Politik bis hin zur Wirtschaft - aufzurufen, sich mit aller Kraft konstruktiv und auf höchstem Niveau ausschließlich für die gedeihliche Entwicklung der Stadt Nordhausen und des Landkreises Nordhausen einzubringen. Wir alle tragen Verantwortung für die Menschen in unserer Region und haben diese Verantwortung auch nach bestem Wissen und Gewissen parteiübergreifend wahrzunehmen. Hierfür möchte ich mich mit ganzer Kraft einbringen. Deshalb rufe ich über alle Parteigrenzen hinweg alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, mit mir an einem gemeinsamen Strang zum Nutzen für unsere Region zu ziehen.
Wir haben die Potentiale für eine gedeihliche Entwicklung unserer Region ja regelrecht "vor der Tür" liegen. Die A 38 nimmt mehr und mehr Gestalt an und führt in den Thüringer Teilbereichen bereits zu Entlastungen im innerörtlichen Verkehr. Die Fachhochschule wird zunehmend zum anerkannten wissenschaftlichen Zentrum. Die Landesgartenschau führt bereits jetzt zu sichtbaren Veränderungen. Das sind nur einige Beispiele, die hier genannt sind. Diese Potentiale dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Wir müssen sie vielmehr als Möglichkeiten verstehen, unsere Region gemeinsam nachhaltig zu gestalten. Wenn wir es verstehen, diese Potentiale mit einem guten kommunalpolitischen Klima zu ergänzen, dann schaffen wir die besagte "Nestwärme", die gerade in unserer noch sehr jungen Geschichte die Firmen und Unternehmen brauchen.
"Nestwärme" aber auch für unsere jungen Menschen im Landkreis. Wenn wir Ausbildungsplätze anbieten können, wenn unsere Wirtschaft in der Lage ist, den Facharbeitern und den Studierenden nach dem Studium eine attraktive und angemessen bezahlte Anstellung anzubieten, wenn das kulturelle und gesellschaftliche Umfeld in unserem Landkreis stimmt, dann lohnt es sich auch für unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger, in unserer Region zu bleiben.
Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2000 war für mich persönlich ein Jahr mit großen Höhepunkten. Sicher durch das für die Bürgerinnen und Bürger unverständliche politische Gezerre der letzten Wochen schon fast in Vergessenheit geraten, ist für mich die Wiederwahl zum Landrat des Landkreises am 15. Mai 2000 von ganz besonderer Bedeutung. Besonders auch deshalb, weil gleich im ersten Wahlgang für mich ein Ergebnis zustande kam, von dem ich nicht einmal zu träumen gewagt habe. Und so ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich gerade in diesem Jahresrückblick nochmals bei all denen bedanken möchte, die mir im Mai dieses Jahres mit ihrer Stimme Ihr Vertrauen geschenkt haben. Um so mehr wird es mir in der kommenden Zeit darum gehen, mich dieses Vertrauens auch würdig zu erweisen.
Dass ich auch denen danke, die mir in der Vorbereitungszeit auf den Wahltag auf vielfältigste Weise behilflich waren, ist für mich nicht nur eine Herzenssache, sondern auch selbstverständlich. Die Damen und Herren, die einem anderen Kandidaten ihre Stimme gegeben haben, möchte ich aus dem demokratischen Selbstverständnis heraus ermuntern, mir trotzdem für die nächsten Jahre hilfreich zur Seite zu stehen und mir ihr Vertrauen zu schenken. Die auch in unserer Region sehr hochsteckenden Ziele kann man nur gemeinsam erreichen. Zu dieser Gemeinsamkeit möchte ich hiermit nochmals aufrufen.
Gleichzeitig bedanke ich mich bei all den Bürgerinnen und Bürgern, bei all den Weggefährten und Freunden, die mir persönlich in den Zeiten, wo es hinsichtlich meiner Person, besonders aber hinsichtlich meines Amtes berechtigt oder unberechtigt "politische Kälte" gegeben hat, mit Zuversicht und menschlicher Wärme zur Seite gestanden haben und dessen bin ich mir sicher, auch künftig stehen werden.
Ihnen allen wünsche ich einen guten und besinnlichen Jahreswechsel, im Jahr 2001 eine gute Zeit, viel Gesundheit und Erfolg. Den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, denen es aus den verschiedensten Gründen heraus momentan nicht besonders gut geht, die nötige Zuversicht und die Kraft, die erforderlich ist, um positive Veränderungen für sich selbst erkennen und bewirken zu können.
Ihr
Joachim Claus
Landrat des Landkreises Nordhausen
Autor: nnzLiebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das erste Jahr des neuen Jahrtausends geht seinem Ende entgegen und gibt Anlass zurückzublicken und vorauszuschauen. Mit meiner Wiederwahl zum Stadtoberhaupt erhielt ich für weitere sechs Jahre die Gelegenheit meine Kraft und mein Wissen in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu stellen. Für das mir entgegengebrachte Vertrauen sei an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt. So kann Begonnenes fortgeführt, Liegengebliebes aufgegriffen und Neues in Angriff genommen werden.
Das Jahre 2001 wird seinen Schwerpunkt im Bereich von Kultur und Bildung haben. Die Schulentwicklungsplanung und die Kulturkonzeption werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Nachdem der Stadtrat sich nun zu den verbleibenden Schulstandorten eine eindeutige Meinung erarbeitet hat, wird es darum gehen, die verbleibenden Schulen attraktiver zu gestalten. Hierbei wird es sowohl um Instandsetzung von Schulen gehen als auch um inhaltliche Schwerpunktsetzung. Bei dem Investitionsprogramm für die Grund- und Regelschulen hoffen wir nach wie vor auf die tatkräftige Unterstützung des Landes Thüringen. Die Investitionspauschale für die Schulen war in den letzten Jahren leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Weil wir wissen, dass Bildungsarbeit neben dem schulischen Bereich auch zunehmend mehr auf den Freizeitbereich verlagert wird, werden wir auch im kommenden Jahr die Initiativen der Träger der Jugend- und Bildungsarbeit in der Stadt unterstützen. Allerdings erwarten wir hier eine qualitativ gute Arbeit, die sich mehr als bisher an den wirklichen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Mit der Eröffnung des Hallenbades im Frühjahr 2001 wird ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt gesetzt. Viele haben die Rekonstruktion mit Interesse und Aufmerksamkeit begleitet und wir hoffen sehr, dass der Besucherstrom nicht lange auf sich warten lässt.
Natürlich wird auch im nächsten Jahr die Ansiedlung von neuen Unternehmen sowie die Begleitung von ortsansässigen Unternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen. Wir freuen uns, dass mehrere Unternehmen in unserer Stadt mit dem Neubau von Fertigungshallen neue Arbeitsplätze schaffen werden, wie z. B. die Firma Meyer Logistik am Standort Erfurter Straße, oder die Firma Eaton in der Bochumer Straße. Wir haben mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass für die Firma Bike Systems ein Weiterbestand möglich ist.
Nordhausen im Jahre 2000. Da gab es Höhepunkte, wie z. B. 100 Jahre Straßenbahn, da gab es viel Alltägliches in Behörde und Verwaltung, aber es gab auch Ärgerliches und Beschämendes. So mussten auch wir begreifen, dass menschenverachtendes Gedankengut und Rassismus um unsere Stadt keinen Bogen machten. An dieser Stelle sei allen gedankt, die bei den öffentlichen Demonstrationen und der Lichterkette durch ihre Anwesenheit Gesicht gezeigt haben. Sie haben gezeigt, dass Gewalt und Rassismus in unserer Stadt keinen Platz finden werden. Auch im nächsten Jahr werden wir gefragt sein, ob wir bereit sind, für Flüchtlinge und Fremde einzutreten, den Opfern von Gewalt Schutz zu gewähren und Hilfesuchende und Schwache zu begleiten. Hier ist jeder von uns aufgerufen, seinen persönlichen Beitrag zu leisten.
In diesem Sinne wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ein friedvolles und erfolgreiches neues Jahr.
Ihre
Barbara Rinke
Oberbürgermeisterin
Grußwort des Landrates Joachim Claus, zum Ausklang des Jahres 2000
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
es mag vielen von uns vorkommen, als seien die Feierlichkeiten zum Jahrtausendwechsel von 1999 auf 2000 gerade eben erst zu Ende gegangen, da sind wir schon wieder dabei, das erste Jahr des zweiten Jahrtausends zu verabschieden und uns dem neuen Jahr, dem Jahr 2001 zuzuwenden. Natürlich ist auch am Ende des Jahres 2000 eine Bilanz zu ziehen. Die Bilanz über das, was im kommunalen Bereich im Landkreis Nordhausen erreicht wurde. Natürlich, und das halte ich für genauso wichtig, soll man auch offen zu den Dingen stehen, die nicht verwirklicht wurden oder die nicht verwirklicht werden konnten.
So steht, leider, auch weiterhin die für uns alle immer noch viel zu hohe Arbeitslosenquote auf der Sorgenliste ganz oben. Trotz einer leichten, bundesweit erkennbaren Verringerung der Arbeitslosenzahlen, ist im Landkreis Nordhausen davon allerdings wenig zu bemerken. Während, in einer der letzten Statistiken sichtbar, im Freistaat insgesamt ein leichtes Sinken der Arbeitslosenzahlen erkennbar war, so blieb der Landkreis Nordhausen als einziger Landkreis leider von diesem Trend unberührt. Das erfüllt mich persönlich mit großer Sorge. Natürlich kann ich als Landrat, als Kommunalpolitiker und Chef der Kreisverwaltung direkt keine Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenteil, vor allem die Politik erwartet von mir, dass ich die Personalkosten in meiner Verwaltung drastisch senke, obwohl das Landratsamt Nordhausen vom Personalkostenvolumen her gesehen, zu den kostengünstigsten Landkreisverwaltungen im Freistaat Thüringen zählt.
Dennoch, Arbeitsplätze entstehen in der Wirtschaft. Und sie entstehen nur dann, wenn die Rahmenbedingungen für den Fortbestand der Unternehmen und für die Ansiedlung von Unternehmen gegeben sind. Das gegenwärtige politische Klima im Landkreis Nordhausen, die unbefriedigende Diskussion, ob Wirtschaftsförderung im Landkreis sein soll und wenn ja, bitte nur zum Nulltarif, oder die Diskussion darüber, welcher Tourismusverein im Landkreis denn der bessere sei, sind Dinge, die einer gesunden Entwicklung im Landkreis abträglich sind.
Der Verband der Wirtschaft Nordhausen hat es in den letzten Tagen auf den Punkt gebracht. Der Wirtschaft auf allen Ebenen, vom produzierenden Bereich, über Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Handwerk und Gewerbe bis hin zur Tourismusbrache, fehlt in unserer Region die nötige wirtschaftspolitische "Nestwärme". Ich meine, hier bringen die Geschäftsführer unserer Unternehmen zum Ausdruck, wie sie die momentane Situation im Landkreis empfinden. Ich glaube, an diesem Punkt können wir nur etwas positiv verändern, wenn wir im Landkreis Nordhausen mit vereinter Kraft gemeinsam ansetzen. Fernab vom populistischen Parteiengezänk, vom unsäglichen und medienwirksam aufgemachten Gerangel um Posten, Ämter und Macht - die meisten Bürgerinnen und Bürger des Landkreises schütteln dabei ohnehin nur mit dem Kopf - muss extrem schnell Entwicklungsnormalität in unserem Landkreis sichtbar werden. Sensibilität im Umgang miteinander, Kreativität über Parteiengrenzen hinweg, Konstruktivität bei der Lösung unserer vielschichtigen Probleme, sind aus meiner Sicht die Kriterien, die man im Landkreis Nordhausen sehr bald erkennen können muss.
Ich möchte den Beginn des neuen Jahres dazu nutzen, alle Verantwortungsträger - von der Politik bis hin zur Wirtschaft - aufzurufen, sich mit aller Kraft konstruktiv und auf höchstem Niveau ausschließlich für die gedeihliche Entwicklung der Stadt Nordhausen und des Landkreises Nordhausen einzubringen. Wir alle tragen Verantwortung für die Menschen in unserer Region und haben diese Verantwortung auch nach bestem Wissen und Gewissen parteiübergreifend wahrzunehmen. Hierfür möchte ich mich mit ganzer Kraft einbringen. Deshalb rufe ich über alle Parteigrenzen hinweg alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, mit mir an einem gemeinsamen Strang zum Nutzen für unsere Region zu ziehen.
Wir haben die Potentiale für eine gedeihliche Entwicklung unserer Region ja regelrecht "vor der Tür" liegen. Die A 38 nimmt mehr und mehr Gestalt an und führt in den Thüringer Teilbereichen bereits zu Entlastungen im innerörtlichen Verkehr. Die Fachhochschule wird zunehmend zum anerkannten wissenschaftlichen Zentrum. Die Landesgartenschau führt bereits jetzt zu sichtbaren Veränderungen. Das sind nur einige Beispiele, die hier genannt sind. Diese Potentiale dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Wir müssen sie vielmehr als Möglichkeiten verstehen, unsere Region gemeinsam nachhaltig zu gestalten. Wenn wir es verstehen, diese Potentiale mit einem guten kommunalpolitischen Klima zu ergänzen, dann schaffen wir die besagte "Nestwärme", die gerade in unserer noch sehr jungen Geschichte die Firmen und Unternehmen brauchen.
"Nestwärme" aber auch für unsere jungen Menschen im Landkreis. Wenn wir Ausbildungsplätze anbieten können, wenn unsere Wirtschaft in der Lage ist, den Facharbeitern und den Studierenden nach dem Studium eine attraktive und angemessen bezahlte Anstellung anzubieten, wenn das kulturelle und gesellschaftliche Umfeld in unserem Landkreis stimmt, dann lohnt es sich auch für unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger, in unserer Region zu bleiben.
Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2000 war für mich persönlich ein Jahr mit großen Höhepunkten. Sicher durch das für die Bürgerinnen und Bürger unverständliche politische Gezerre der letzten Wochen schon fast in Vergessenheit geraten, ist für mich die Wiederwahl zum Landrat des Landkreises am 15. Mai 2000 von ganz besonderer Bedeutung. Besonders auch deshalb, weil gleich im ersten Wahlgang für mich ein Ergebnis zustande kam, von dem ich nicht einmal zu träumen gewagt habe. Und so ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich gerade in diesem Jahresrückblick nochmals bei all denen bedanken möchte, die mir im Mai dieses Jahres mit ihrer Stimme Ihr Vertrauen geschenkt haben. Um so mehr wird es mir in der kommenden Zeit darum gehen, mich dieses Vertrauens auch würdig zu erweisen.
Dass ich auch denen danke, die mir in der Vorbereitungszeit auf den Wahltag auf vielfältigste Weise behilflich waren, ist für mich nicht nur eine Herzenssache, sondern auch selbstverständlich. Die Damen und Herren, die einem anderen Kandidaten ihre Stimme gegeben haben, möchte ich aus dem demokratischen Selbstverständnis heraus ermuntern, mir trotzdem für die nächsten Jahre hilfreich zur Seite zu stehen und mir ihr Vertrauen zu schenken. Die auch in unserer Region sehr hochsteckenden Ziele kann man nur gemeinsam erreichen. Zu dieser Gemeinsamkeit möchte ich hiermit nochmals aufrufen.
Gleichzeitig bedanke ich mich bei all den Bürgerinnen und Bürgern, bei all den Weggefährten und Freunden, die mir persönlich in den Zeiten, wo es hinsichtlich meiner Person, besonders aber hinsichtlich meines Amtes berechtigt oder unberechtigt "politische Kälte" gegeben hat, mit Zuversicht und menschlicher Wärme zur Seite gestanden haben und dessen bin ich mir sicher, auch künftig stehen werden.
Ihnen allen wünsche ich einen guten und besinnlichen Jahreswechsel, im Jahr 2001 eine gute Zeit, viel Gesundheit und Erfolg. Den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, denen es aus den verschiedensten Gründen heraus momentan nicht besonders gut geht, die nötige Zuversicht und die Kraft, die erforderlich ist, um positive Veränderungen für sich selbst erkennen und bewirken zu können.
Ihr
Joachim Claus
Landrat des Landkreises Nordhausen
