nnz-online

Eine "uneinheitliche" Bilanz

Freitag, 13. Dezember 2002, 11:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit einigen Monaten ist in Nordhausen ein Koordinator für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit im Einsatz. Wolfram Thiele legte jetzt eine durchaus „uneinheitliche“ Bilanz vor...


„Teilweise erfreulich, teilweise unerfreulich“, so die Bilanz 2002 von Wolfram Thiele, dem städtischen Koordinators für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit. „Eine positive Tendenz zu mehr Ordnung und Sicherheit ist zu spüren“, sagte Thiele. Viele mündliche und mehr als 60 schriftliche Aufforderungen zur Einhaltung der Straßenreinigungssatzung hätten positive Folgen gezeigt. „Ein 'Mahn-Brief' reichte in der Regel, dann war die Sache erledigt“, sagte der Koordinator. Insgesamt seien seit seinem Amtsantritt im Juni mehr als 400 Hinweise von Bürgern und den Außendienstmitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes bei ihm eingetroffen.

„Unerfreulich ist: Wildes Plakatieren, Schmierereien, mutwillige Zerstörung von öffentlichem Eigentum wie Papierkörbe oder Verkehrsschilder - das gibt es noch zu oft“, sagte Thiele. Der neue Meerpferdbrunnen am Postplatz beispielsweise sei mit Farbe besprüht worden; mit schweren Steinen habe man versucht, die Bodenstrahler zu zerstören. Was für den Brunnen gelte, treffe oft auch für andere Untaten zu: Es fehle an Zeugen beziehungsweise schnellen Hinweisen aus der Bevölkerung.

Diese Hinweise aus der Bevölkerung seien aber wichtig, das zeige das Beispiel von drei 25jährigen, die vor einigen Monaten einen Wanderer-Unterstand bei Leimbach in Flammen aufgehen ließen. Auf Grund des Anrufes eines Bürgers habe man die Täter fassen können. Dieser Fall widerlege auch die oft gehörte Meinung, ausschließlich Jugendliche würden Straßen, Gehwege und Plätze verschmutzen, obwohl die Schulwege oft stark verschmutzt seien. „Auch die Erwachsenen geben häufig kein gutes Vorbild ab, wenn sie Verpackungen, Dosen, Zigarettenkippen und -schachteln auf die Erde schmeißen oder gar den Auto-Aschenbecher auf öffentlichen Parkplätzen ausschütten.“ Gerade in der Wirkung auf Kinder und Jugendliche sei dieses Verhalten fatal - „denn Strafen sind keine Heilmittel, wichtiger ist die Erziehungsarbeit“.

Die habe zum Beispiel bei den Schülern eingesetzt, die die Bus-Haltestelle gegenüber der „Schönen Aussicht“ beschädigt hatten. „Dort konnte die Schulleitung die `Schmierfinken´ ausfindig machen. Sie wurden zu Arbeitsstunden verpflichtet“, sagte Thiele. „Nordhausen muss von uns allen gepflegt, geschützt und erhalten werden. Das gilt besonders vor der Landesgartenschau und beginnt mit dem eigenen Verhalten, dem sprichwörtlichen Kehren vor der eigenen Haustür - was leider noch nicht immer und überall funktioniert“, sagte Thiele.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de