Post von Luisa (24)
Mittwoch, 24. Februar 2010, 07:01 Uhr
Luisa Schäfer, eine junge Frau aus Niedersachswerfen, schreibt in der nnz ein ungewöhnliches Tagebuch über ihre Erlebnisse am anderen Ende der Welt. Auf dieser Tagebuchseite berichtet Luisa von Karneval auf Argentinisch...
Karneval gefeiert (Foto: privat)
Eigentlich fast zeitgleich mit der Faschingszeit in Deutschland hat auch hier die Zeit der Narren begonnen. Allerdings mit dem Unterschied, dass hier wirklich alle ein bisschen verrückt geworden sind. Egal ob Kleinkind oder Omi, alle freuen sich und machen mit. Denn hier muss man selbst ran, es gibt kein Programm, dass man sich in aller Ruhe angucken könnte. Es gibt Musik und viel Platz. Der auch gebraucht wird. Denn es tanzen einfach alle. Naja es ist vielleicht eher so eine Art hüpfen, denn man legt Wert auf die Traditionen. Daher wird immer paarweise das Tanzbein zu folkloreartiger Flöten- und Trommelmusik geschwungen.
Wem das zu langweilig wird, für den gibt es auch anderen Beschäftigungsmöglichkeiten. Mit Sprühschnee und weißem Pulver bewaffnet geht es los. Man zielt einfach auf alles was sich bewegt. Bevorzugt, wie ich am eigenen Leib erfahren habe, schießt man sich geschlechtergetrennt ab. So war man fünf Minuten nach dem Eintritt von
oben bis unten weiß. Eingeseift und beworfen von vielen netten jungen Männern.
Das konnte ich dann aber nicht auf mir sitzen lassen, so viel Ehrgeiz muss sein. Und da sich meine Zielgenauigkeit ziemlich schnell verbessert hat, war ich wohl nicht unbeteiligt, dass einige Herren ebenfalls von oben bis unten voll gesprüht waren. Ich glaube ich habe ein neues Lieblingshobby entdeckt. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo man dieses tolle Sprühspray in Deutschland bekommt. Obwohl ich nicht weiß ob man das dort als so super lustig empfindet, aber ich kann ja auch einigermaßen schnell laufen…
Damit man den Charakter vom Karneval richtig nachvollziehen kann muss man vielleicht auch noch das wissen. Es wird am Beginn der Teufel ausgegraben. Eigentlich eher untypisch für ein so katholisches Land, aber wie so oft mischen sich da einfach die verschiedenen kulturellen Einflüsse. Der Sinn der Sache ist auch eher unchristlich, denn der Teufel wird in der ganzen kommenden Zeit für alle großen und kleinen Sünden der Menschen verantwortlich gemacht, denn er ist ja auch im wahrsten Sinne des Wortes (in sehr schönen, bunten Kostümen) unter ihnen.
Kurz gesagt, man kann sich jetzt benehmen wie man möchte, man kann ja nichts dafür, denn das ist alles dem Einfluss des aus der Hölle Gesandten zu verdanken. So fließt der Alkohol in Strömen und auch zwischenmenschlich nährt man sich an und lernt sich besser kennen. Und da gerade in der Provinz Jujuy die Menschen dieses Fest so lieben, gibt es hier, im Gegensatz zu allen anderen Provinzen des Landes, extra zwei Feiertage.
Aber auch diese schöne Zeit geht vorbei. Könnte man jedenfalls meinen. Aber der Argentinier ist da nicht so. Der Teufel wurde zwar vergangenen Sonntag wieder eingegraben, aber dann denkt man sich eben was Neues aus. So wird an den nächsten Wochenenden eben der Karneval der Blumen gefeiert. Wie der sich dann gestaltet, kann ich vielleicht beim nächsten Mal berichten. Mal sehen…
Bis dahin viele Grüße aus der Hitze! Eure Luisa
Autor: nnz
Karneval gefeiert (Foto: privat)
Eigentlich fast zeitgleich mit der Faschingszeit in Deutschland hat auch hier die Zeit der Narren begonnen. Allerdings mit dem Unterschied, dass hier wirklich alle ein bisschen verrückt geworden sind. Egal ob Kleinkind oder Omi, alle freuen sich und machen mit. Denn hier muss man selbst ran, es gibt kein Programm, dass man sich in aller Ruhe angucken könnte. Es gibt Musik und viel Platz. Der auch gebraucht wird. Denn es tanzen einfach alle. Naja es ist vielleicht eher so eine Art hüpfen, denn man legt Wert auf die Traditionen. Daher wird immer paarweise das Tanzbein zu folkloreartiger Flöten- und Trommelmusik geschwungen.Wem das zu langweilig wird, für den gibt es auch anderen Beschäftigungsmöglichkeiten. Mit Sprühschnee und weißem Pulver bewaffnet geht es los. Man zielt einfach auf alles was sich bewegt. Bevorzugt, wie ich am eigenen Leib erfahren habe, schießt man sich geschlechtergetrennt ab. So war man fünf Minuten nach dem Eintritt von
oben bis unten weiß. Eingeseift und beworfen von vielen netten jungen Männern.
Das konnte ich dann aber nicht auf mir sitzen lassen, so viel Ehrgeiz muss sein. Und da sich meine Zielgenauigkeit ziemlich schnell verbessert hat, war ich wohl nicht unbeteiligt, dass einige Herren ebenfalls von oben bis unten voll gesprüht waren. Ich glaube ich habe ein neues Lieblingshobby entdeckt. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo man dieses tolle Sprühspray in Deutschland bekommt. Obwohl ich nicht weiß ob man das dort als so super lustig empfindet, aber ich kann ja auch einigermaßen schnell laufen…
Damit man den Charakter vom Karneval richtig nachvollziehen kann muss man vielleicht auch noch das wissen. Es wird am Beginn der Teufel ausgegraben. Eigentlich eher untypisch für ein so katholisches Land, aber wie so oft mischen sich da einfach die verschiedenen kulturellen Einflüsse. Der Sinn der Sache ist auch eher unchristlich, denn der Teufel wird in der ganzen kommenden Zeit für alle großen und kleinen Sünden der Menschen verantwortlich gemacht, denn er ist ja auch im wahrsten Sinne des Wortes (in sehr schönen, bunten Kostümen) unter ihnen.
Kurz gesagt, man kann sich jetzt benehmen wie man möchte, man kann ja nichts dafür, denn das ist alles dem Einfluss des aus der Hölle Gesandten zu verdanken. So fließt der Alkohol in Strömen und auch zwischenmenschlich nährt man sich an und lernt sich besser kennen. Und da gerade in der Provinz Jujuy die Menschen dieses Fest so lieben, gibt es hier, im Gegensatz zu allen anderen Provinzen des Landes, extra zwei Feiertage.
Aber auch diese schöne Zeit geht vorbei. Könnte man jedenfalls meinen. Aber der Argentinier ist da nicht so. Der Teufel wurde zwar vergangenen Sonntag wieder eingegraben, aber dann denkt man sich eben was Neues aus. So wird an den nächsten Wochenenden eben der Karneval der Blumen gefeiert. Wie der sich dann gestaltet, kann ich vielleicht beim nächsten Mal berichten. Mal sehen…
Bis dahin viele Grüße aus der Hitze! Eure Luisa
