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Gute Nachricht mit Wermutstropfen

Samstag, 20. Februar 2010, 07:10 Uhr
Eine gute Nachricht aus der Rolandstadt: Das Schlimmste, die Obdachlosigkeit von Menschen, kann in den meisten Fällen verhindert werden. Allerdings sinkt das Alter der Betroffenen. Hier die Einzelheiten...


Im Jahr 2009 hat der Soziale Dienst der Stadtverwaltung 24 obdachlose Nordhäuser im Obdachlosenhaus unterbringen müssen. Das sagte jetzt Sandra Linder, Sachgebietsleiterin im städtischen Amt für Kultur, Soziales und Bildung. „Der Großteil der Obdachlosen waren Einzelpersonen.“ Verglichen mit anderen Städten der Größe von Nordhausen sei die Zahl aber eher gering, „wenn auch hinter jedem Fall von Obdachlosigkeit ein Schicksal steht“, so Frau Linder.

Zurückzuführen sei die vergleichsweise geringe Zahl auch auf die frühzeitige Intervention ihrer zwei Kolleginnen Margita Schwarzenberger und Eleonore Weinreich beim Sozialen Dienst der Stadt Nordhausen. „Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den großen Wohnungsunternehmen der Stadt erfahren wir frühzeitig vom drohenden Wohnungsverslust und können Zwangsräumungen durch unser Eingreifen in den meisten Fällen vermeiden“, sagte Margita Schwarzenberger, Sozialarbeiterin beim Sozialen Dienst.

Sei die Unterbringung im Obdachlosenhaus unvermeidbar, „so setzen wir alles daran, dass der Aufenthalt dort so kurz wie möglich gehalten wird, in dem wir Alternativen anbieten.“ So werde mit den Obdachlosen auf Wohnungssuche gegangen, man erarbeite einen Hilfeplan, mit dessen Hilfe sich die Betroffenen wieder frei strampeln können“, so Frau Schwarzenberger.

Zwischenstationen auf dem Weg zur eigenen Wohnung und zu geregelten Verhältnissen seien in einigen Fällen auch die Suchtberatung, die Entgiftung und unterschiedliche Therapien. „Und entscheidend für die Betroffenen ist, dass wir helfen beim dem Weg durch den Dschungel von zuständigen Behörden, durch den Wust von Anträgen auf Unterstützungsleistungen. Wegen Mietschulden muss in Nordhausen niemand seine Wohnung verlieren, er muss nur frühzeitig handeln, wenn dies auch oftmals schwer ist.“

Grundsätzlich gewandelt habe sich die Altersstruktur der Nordhäuser Obdachlosen. „Bis vor wenigen Jahren war eher die Altersgruppe zwischen 40 und 50 Jahren betroffen. Heute sind die Menschen deutlich jünger. Die Zahl der unter 25-jährigen steigt. Viele von ihnen kommen aus komplizierten Familienverhältnissen“, so Sandra Linder. „Da die jungen Menschen, wenn sie auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind, in vielen Fällen als eigene so genannte Bedarfsgemeinschaft gelten, sind sie mit dieser Verantwortung relativ jung allein gelassen, müssen früh auf eigenen Beinen stehen, ohne im Krisenfall auf eine Familie zurückgreifen zu können. Da ist man schnell überfordert. Um ihnen künftig noch effizienter helfen zu können, arbeiten wir derzeit mit dem Landkreis und der ARGE am Zustandekommen einer Zweckvereinbarung, damit Hilfen unbürokratischer gewährt werden könne.“, so Frau Linder.
Autor: nnz

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