nnz-Forum: Erfolgreich blockiert
Montag, 15. Februar 2010, 07:01 Uhr
Das Aktionsbündnis Dresden nazifrei! hatte dazu aufgefordert, am 13. Februar der Bombardierung Dresdens vor 65 Jahren zu gedenken und friedlichen Widerstand gegen den geplanten Naziaufmarsch zu leisten. Auch Nordhäuser waren dabei...
Die Landtagsfraktion und der Kreisverband der LINKEN hatten dazu einen Bus organisiert. Aus Nordhausen fuhren 40 Personen- vor allem junge Menschen, unter ihnen Studenten der Nordhäuser Fachhochschule- nach Dresden und stellten sich symbolisch mit Zehntausenden den rechten Demonstranten in den Weg.
Früh um 6 Uhr ging es trotz Schneefall, ausgerüstet mit warmer Kleidung, Essen und Trinken, pünktlich los. Ankunftsort war in Dresden die Leipziger Straße. Die Nordhäuser wollten sich an der Blockade der Aufmarschwege der Nazis bzw. an der Menschenkette um die Innenstadt beteiligen.
Aber ab 10 Uhr waren bereits alle Brücken und Straßenknoten dicht. Deshalb wurde sich in größere Gruppen aufgeteilt und an unterschiedlichen Standorten wie z B. am Albrechtsplatz Position bezogen. Sechs Stunden wurde bei Minusgraden ausgeharrt und so der Aufmarsch allein durch die Ansammlung friedfertiger Menschen verhindert.
In der Dresdener Neustadt sollten die Nazis mittags am Bahnhof losmarschieren. Dies sollte durch friedliche Massenblockaden verhindert werden; zumal der Neustädter Bahnhof in der NS-Zeit als Ausgangsort für die Deportation von Juden in die Vernichtungslager diente. Eine Verhöhnung der Opfer! Die Vorstellung, dass Neonazis auf diesem geschichtlich belasteten Ort aufmarschieren dürfen, ist für mich unerträglich.
Letztlich wurde mit der friedlichen Blockade der Marsch der Nazis verhindert und deren Versammlung musste von der Polizei aufgelöst werden. Auf der Rückfahrt im Bus wurde der Tag von allen Beteiligten als Erfolg gewertet. Das vielfältige Engagement vor allem junger Menschen hat gezeigt, dass auch in Dresden kein Platz ist für Rassismus, Antisemitismus und die unerträgliche Umdeutung von Schuld.
Es gibt aber immer noch Menschen, die denken, die Neonazis würden von selbst verschwinden, wenn nur niemand hinschaut, wenn ihnen keine Bedeutung geschenkt würde und wenn sie unter sich blieben. Dies ist ein Trugschluss! Auch deshalb haben sich die Nordhäuser entschlossen den Nazis entgegengestellt.
Aus meiner Sicht betrachtet möchte ich der Polizei für diesen Tag meine Anerkennung aussprechen, denn die Sicherheitspartnerschaft hat nicht nur während der Demo, sondern auch während der An- und Abreise bestens funktioniert.
Rainer Bachmann, Kreisvorsitzender DIE LINKE
Die Landtagsfraktion und der Kreisverband der LINKEN hatten dazu einen Bus organisiert. Aus Nordhausen fuhren 40 Personen- vor allem junge Menschen, unter ihnen Studenten der Nordhäuser Fachhochschule- nach Dresden und stellten sich symbolisch mit Zehntausenden den rechten Demonstranten in den Weg.
Früh um 6 Uhr ging es trotz Schneefall, ausgerüstet mit warmer Kleidung, Essen und Trinken, pünktlich los. Ankunftsort war in Dresden die Leipziger Straße. Die Nordhäuser wollten sich an der Blockade der Aufmarschwege der Nazis bzw. an der Menschenkette um die Innenstadt beteiligen.
Aber ab 10 Uhr waren bereits alle Brücken und Straßenknoten dicht. Deshalb wurde sich in größere Gruppen aufgeteilt und an unterschiedlichen Standorten wie z B. am Albrechtsplatz Position bezogen. Sechs Stunden wurde bei Minusgraden ausgeharrt und so der Aufmarsch allein durch die Ansammlung friedfertiger Menschen verhindert.
In der Dresdener Neustadt sollten die Nazis mittags am Bahnhof losmarschieren. Dies sollte durch friedliche Massenblockaden verhindert werden; zumal der Neustädter Bahnhof in der NS-Zeit als Ausgangsort für die Deportation von Juden in die Vernichtungslager diente. Eine Verhöhnung der Opfer! Die Vorstellung, dass Neonazis auf diesem geschichtlich belasteten Ort aufmarschieren dürfen, ist für mich unerträglich.
Letztlich wurde mit der friedlichen Blockade der Marsch der Nazis verhindert und deren Versammlung musste von der Polizei aufgelöst werden. Auf der Rückfahrt im Bus wurde der Tag von allen Beteiligten als Erfolg gewertet. Das vielfältige Engagement vor allem junger Menschen hat gezeigt, dass auch in Dresden kein Platz ist für Rassismus, Antisemitismus und die unerträgliche Umdeutung von Schuld.
Es gibt aber immer noch Menschen, die denken, die Neonazis würden von selbst verschwinden, wenn nur niemand hinschaut, wenn ihnen keine Bedeutung geschenkt würde und wenn sie unter sich blieben. Dies ist ein Trugschluss! Auch deshalb haben sich die Nordhäuser entschlossen den Nazis entgegengestellt.
Aus meiner Sicht betrachtet möchte ich der Polizei für diesen Tag meine Anerkennung aussprechen, denn die Sicherheitspartnerschaft hat nicht nur während der Demo, sondern auch während der An- und Abreise bestens funktioniert.
Rainer Bachmann, Kreisvorsitzender DIE LINKE
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

