ver.di verschenkt Nikolaus-Ruten
Freitag, 06. Dezember 2002, 13:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit einer außergewöhnlichen Aktion will die Gewerkschaft ver.di auf die laufenden Tarifverhandlungen aufmerksam machen. Heute erhalten Geschäftsführer von Unternehmen Nikolaus-Ruten, die nicht nach Tarif zahlen...
Dorothee Schmidt, die Nordthüringer ver.di-Chefin, machte sich am Nachmittag auf zu fünf Unternehmen im Landkreis Nordhausen, die vorwiegend im sozialen Bereich agieren. Besuche erhalten das Nordhäuser Südharz-Krankenhaus, der DRK-Kreisverband, die Nordthüringer Lebenshilfe, die Rehaklinik in Sülzhayn und das Jugendsozialwerk. Bei letzterem sei nach Angaben von Schmidt in den zurückliegenden Wochen und Monaten eine Situation entstanden, die aus Sicht der Gewerkschaft fast nicht mehr hinnehmbar sei. Der Arbeitgeber hatte eine erneute Kürzung der Wochenarbeitszeit von 28 auf 25 Stunden durchgesetzt. Betroffen davon seien fast 400 Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten. Einige Mitarbeiten hätten dagegen geklagt. Da bleibt oft nicht mehr viel zum Leben, so Dorothee Schmidt gegenüber nnz.
Den fünf Arbeitgebern wird die Gewerkschaft Nikolaus-Ruten übergeben, an denen neben kleinen Naschereien auch Wunschzettel von Beschäftigten angebracht sind. Dort fordern die Mitarbeiter unter anderem Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, die eine 3 vor dem Komma haben, auch eine zügige Angleichung an West-Gehälter wird gefordert. So soll es vor allem in den medizinischen Einrichtungen in Sülzhayn derzeit eine große Fluktuation bei gut ausgebildeten Mitarbeitern geben. Wer 20 Kilometer weiter in Niedersachsen einen Job und gutes Geld bekommt, der ist weg, so Schmidt.
Das Aussteigen aus Tarifverträgen habe in den letzten Jahren eine unheimliche Automatik erhalten, die Spirale scheint nach unten nicht aufzuhalten zu sein. Mit dem Einkommensverlust geht nach Ansicht von ver.di natürlich auch ein Verlust der Kaufkraft einher. Diese Spirale solle nun endlich aufgehalten werden, im Sinne der betroffenen Mitarbeiter aber auch im Sinne einer konjunkturellen Erholung in Deutschland.
Autor: nnz
Dorothee Schmidt, die Nordthüringer ver.di-Chefin, machte sich am Nachmittag auf zu fünf Unternehmen im Landkreis Nordhausen, die vorwiegend im sozialen Bereich agieren. Besuche erhalten das Nordhäuser Südharz-Krankenhaus, der DRK-Kreisverband, die Nordthüringer Lebenshilfe, die Rehaklinik in Sülzhayn und das Jugendsozialwerk. Bei letzterem sei nach Angaben von Schmidt in den zurückliegenden Wochen und Monaten eine Situation entstanden, die aus Sicht der Gewerkschaft fast nicht mehr hinnehmbar sei. Der Arbeitgeber hatte eine erneute Kürzung der Wochenarbeitszeit von 28 auf 25 Stunden durchgesetzt. Betroffen davon seien fast 400 Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten. Einige Mitarbeiten hätten dagegen geklagt. Da bleibt oft nicht mehr viel zum Leben, so Dorothee Schmidt gegenüber nnz.Den fünf Arbeitgebern wird die Gewerkschaft Nikolaus-Ruten übergeben, an denen neben kleinen Naschereien auch Wunschzettel von Beschäftigten angebracht sind. Dort fordern die Mitarbeiter unter anderem Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, die eine 3 vor dem Komma haben, auch eine zügige Angleichung an West-Gehälter wird gefordert. So soll es vor allem in den medizinischen Einrichtungen in Sülzhayn derzeit eine große Fluktuation bei gut ausgebildeten Mitarbeitern geben. Wer 20 Kilometer weiter in Niedersachsen einen Job und gutes Geld bekommt, der ist weg, so Schmidt.
Das Aussteigen aus Tarifverträgen habe in den letzten Jahren eine unheimliche Automatik erhalten, die Spirale scheint nach unten nicht aufzuhalten zu sein. Mit dem Einkommensverlust geht nach Ansicht von ver.di natürlich auch ein Verlust der Kaufkraft einher. Diese Spirale solle nun endlich aufgehalten werden, im Sinne der betroffenen Mitarbeiter aber auch im Sinne einer konjunkturellen Erholung in Deutschland.
