Bedarf beschlossen
Dienstag, 26. Januar 2010, 11:06 Uhr
In der zweiten Lesung beschloss der Jugendhilfeausschuss gestern die Bedarfsfeststellung 2010 für Kita- und Hortplätze im Landkreis. Nach der öffentlichen Auslegung des Plans hat der zuständige Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes einige kleine Änderungen vorgenommen...
Beispielsweise wurde die Kindertageseinrichtung an der Fachhochschule Nordhausen aufgenommen, die zurzeit entsteht. Die genaue Kapazität der Kita wird erst in der Übersicht ergänzt, wenn das Landeskultusministerium die Betriebserlaubnis erteilt hat.
Die Quote von Betreuungsplätzen für 35 Prozent der Kleinkinder, wie sie der Bund bis 2013 anstrebt, erfüllt der Landkreis bereits. Insgesamt betrachtet stehen im Durchschnitt für gut 36 Prozent der Unter-Zweijährigen Betreuungsplätze bereit. Allerdings passen Angebot und Nachfrage nicht in allen Kommunen zusammen, so dass es in Teilen dennoch zu Engpässen bzw. Überkapazitäten kommt. Prinzipiell sei ein gestiegener Bedarf an Plätzen für Einjährige und Hortkinder zu beobachten, so Heike Kopischke vom Fachbereich Jugend und Soziales.
In Bielen, Werther, Bleicherode und Ilfeld sei schon ein erweitertes Angebot an Krippenplätzen geplant. Auch die ausgebaute Kita in Ellrich und die neue Krippengruppe im Nordhäuser Montessori-Kinderhaus tragen zur Entspannung der Situation bei. Ausschussmitglied Matthias Ehrhold, Bürgermeister von Ellrich, bedankte sich bei der Kreisverwaltung und dem Jugendhilfeausschuss für die gute Zusammenarbeit. Von den 24 neuen Plätzen seien schon 18 belegt. Ehrhold regte an, dass die Eltern die Betreuungsplätze in ihrem Ort nutzen sollten – statt ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise mit nach Nordhausen zu nehmen, wo die Nachfrage ohnehin höher sei. Dieser Trend in die Städte, weg von den Einrichtungen im ländlichen Raum, sei in der Tat zu beobachten, so Heike Kopischke. Allerdings hätten Eltern ein Wunsch- und Wahlrecht.
Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses war der Thüringer Bildungsplan der Landesregierung, der bis 2010 in Kitas und Grundschulen implementiert werden soll, wie es im Fachjargon heißt. Für diese Implementierung waren zwei Jahre vorgesehen, allerdings haben alle betroffenen Träger signalisiert, dass diese Zeit zu kurz bemessen ist und die Erzieherinnen auch nach 2010 eine fachliche Begleitung brauchen.
So berichtete beispielsweise Sandra Schneider, die beim Jugendsozialwerk die Umsetzung des Bildungsplans betreut, dass zwar schon ein großer Teil der mehr als 180 Erzieherinnen sowie alle Leiterinnen und ihre Stellvertreterinnen geschult wurden. Es bestehe aber nach wie vor ein hoher Fortbildungsbedarf, dem aber auch finanzielle und personelle Grenzen gesteckt seien. Beanke Juch, die für die Implementierung des Bildungsplans in den 17 kommunalen, oft vergleichsweise kleinen Kitas und bei den Tagesmüttern verantwortlich ist, berichtete von einem ähnlichen Weiterbildungsbedarf. Anhand von Ist- und Soll-Analysen hat sie gemeinsam mit den Kitas Aktionspläne entwickelt und Arbeitsgruppen mehrerer Einrichtungen angeregt.
Übereinstimmend berichteten die Träger, dass das Qualitätsmanagement eine zentrale Rolle spiele. Dabei gehe es beispielsweise darum, die Konzeptarbeit auszubauen, die eigene Arbeit zu reflektieren und Materialien zur Beobachtung und Dokumentation des Entwicklungsstandes der Kinder zu erarbeiten, um so auch den Übergang zur Grundschule zu erleichtern. Das Jugendsozialwerk nutze beispielsweise spezielle Messinstrumente, um Qualitätskriterien der Einrichtungen zu analysieren und Verbesserungen anzuregen.
Schließlich ging es in der gestrigen Sitzung in erster Lesung um den Etat 2010 im Jugendbereich. Vor der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs des Landkreises insgesamt in der nächsten Sitzung des Kreistages, wird der zuständige Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses die vorgelegten Zahlen des Fachbereichs Jugend und Soziales diskutieren.
Autor: nnzBeispielsweise wurde die Kindertageseinrichtung an der Fachhochschule Nordhausen aufgenommen, die zurzeit entsteht. Die genaue Kapazität der Kita wird erst in der Übersicht ergänzt, wenn das Landeskultusministerium die Betriebserlaubnis erteilt hat.
Die Quote von Betreuungsplätzen für 35 Prozent der Kleinkinder, wie sie der Bund bis 2013 anstrebt, erfüllt der Landkreis bereits. Insgesamt betrachtet stehen im Durchschnitt für gut 36 Prozent der Unter-Zweijährigen Betreuungsplätze bereit. Allerdings passen Angebot und Nachfrage nicht in allen Kommunen zusammen, so dass es in Teilen dennoch zu Engpässen bzw. Überkapazitäten kommt. Prinzipiell sei ein gestiegener Bedarf an Plätzen für Einjährige und Hortkinder zu beobachten, so Heike Kopischke vom Fachbereich Jugend und Soziales.
In Bielen, Werther, Bleicherode und Ilfeld sei schon ein erweitertes Angebot an Krippenplätzen geplant. Auch die ausgebaute Kita in Ellrich und die neue Krippengruppe im Nordhäuser Montessori-Kinderhaus tragen zur Entspannung der Situation bei. Ausschussmitglied Matthias Ehrhold, Bürgermeister von Ellrich, bedankte sich bei der Kreisverwaltung und dem Jugendhilfeausschuss für die gute Zusammenarbeit. Von den 24 neuen Plätzen seien schon 18 belegt. Ehrhold regte an, dass die Eltern die Betreuungsplätze in ihrem Ort nutzen sollten – statt ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise mit nach Nordhausen zu nehmen, wo die Nachfrage ohnehin höher sei. Dieser Trend in die Städte, weg von den Einrichtungen im ländlichen Raum, sei in der Tat zu beobachten, so Heike Kopischke. Allerdings hätten Eltern ein Wunsch- und Wahlrecht.
Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses war der Thüringer Bildungsplan der Landesregierung, der bis 2010 in Kitas und Grundschulen implementiert werden soll, wie es im Fachjargon heißt. Für diese Implementierung waren zwei Jahre vorgesehen, allerdings haben alle betroffenen Träger signalisiert, dass diese Zeit zu kurz bemessen ist und die Erzieherinnen auch nach 2010 eine fachliche Begleitung brauchen.
So berichtete beispielsweise Sandra Schneider, die beim Jugendsozialwerk die Umsetzung des Bildungsplans betreut, dass zwar schon ein großer Teil der mehr als 180 Erzieherinnen sowie alle Leiterinnen und ihre Stellvertreterinnen geschult wurden. Es bestehe aber nach wie vor ein hoher Fortbildungsbedarf, dem aber auch finanzielle und personelle Grenzen gesteckt seien. Beanke Juch, die für die Implementierung des Bildungsplans in den 17 kommunalen, oft vergleichsweise kleinen Kitas und bei den Tagesmüttern verantwortlich ist, berichtete von einem ähnlichen Weiterbildungsbedarf. Anhand von Ist- und Soll-Analysen hat sie gemeinsam mit den Kitas Aktionspläne entwickelt und Arbeitsgruppen mehrerer Einrichtungen angeregt.
Übereinstimmend berichteten die Träger, dass das Qualitätsmanagement eine zentrale Rolle spiele. Dabei gehe es beispielsweise darum, die Konzeptarbeit auszubauen, die eigene Arbeit zu reflektieren und Materialien zur Beobachtung und Dokumentation des Entwicklungsstandes der Kinder zu erarbeiten, um so auch den Übergang zur Grundschule zu erleichtern. Das Jugendsozialwerk nutze beispielsweise spezielle Messinstrumente, um Qualitätskriterien der Einrichtungen zu analysieren und Verbesserungen anzuregen.
Schließlich ging es in der gestrigen Sitzung in erster Lesung um den Etat 2010 im Jugendbereich. Vor der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs des Landkreises insgesamt in der nächsten Sitzung des Kreistages, wird der zuständige Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses die vorgelegten Zahlen des Fachbereichs Jugend und Soziales diskutieren.
