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Über 1.300 Einsätze

Samstag, 23. Januar 2010, 11:31 Uhr
So häufig wie niemals zuvor wurde der an der Station des Deutschen Roten Kreuzes am Südharz-Krankenhaus stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung im vergangenen Jahr alarmiert.

Abgehoben (Foto: DRF) Abgehoben (Foto: DRF)

2009 leistete er 1.305 Einsätze und damit rund neun Prozent mehr als im Jahr zuvor (2008: 1.199 Einsätze). Christoph 37“, so der Funkrufname des Rettungshubschraubers, wird hauptsächlich als schneller Notarztzubringer alarmiert. Im vergangenen Jahr startete der Hubschrauber zu 1.210 Notfalleinsätzen. Darüber hinaus wurde er 95-mal für den dringenden Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken eingesetzt.

Durch die bundesweit zunehmende Spezialisierung von Kliniken müssen Patienten immer häufiger in für ihre Behandlung geeignete Krankenhäuser transportiert werden. Der Hubschrauber bietet dabei einen entscheidenden Zeitvorteil, da er selbst größere Entfernungen in kürzester Zeit zurücklegen kann.

Abgehoben (Foto: DRF) Abgehoben (Foto: DRF)

Martin Wagner, Stationsleiter und Pilot in Nordhausen, erläutert: „Wie wichtig der Hubschrauber für die Notfallrettung der Region ist, zeigt die Steigerung unserer Einsätze seit Übernahme der Station im Juli 2006. Häufig sind wir als erstes Rettungsmittel vor Ort und können dadurch Leben retten. So auch bei einem Verkehrsunfall im Juli, als wir einen schwer verletzten Autofahrer medizinisch versorgten und ihn anschließend schnellstens in eine Spezialklinik flogen.“

Zu den häufigsten Alarmierungsgründen für „Christoph 37“ zählten im vergangenen Jahr internistische Erkrankungen. So wurden beispielsweise 157 Schlaganfallpatienten medizinisch versorgt. Verkehrs- und Arbeitsunfälle machten 10,8 Prozent der Gesamteinsätze aus.

Von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang ist der Nordhäuser Hubschrauber der DRF Luftrettung täglich einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern kann „Christoph 37“ in maximal 15 Minuten erreichen.

In Thüringen sind neben „Christoph 37“ in Nordhausen zwei weitere Hubschrauber der DRF Luftrettung in Bad Berka („Christoph Thüringen“) und Suhl („Christoph 60“) stationiert. Zusammen leisteten sie rund acht Prozent aller Einsätze der DRF Luftrettung im Jahr 2009 (3.353 von 40.375 Einsätzen).

Kosten der Luftrettung

Die Kosten der Luftrettung machen bundesweit nur einen kleinen Teil des Gesamtbudgets im Gesundheitswesen aus, die Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen werden jedoch immer schwieriger. „Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Bisher müssen wir diese Investitionskosten selbst tragen. Wir wünschen uns, dass ein Teil von den Krankenkassen übernommen wird. Nur so können wir auch zukünftig Luftrettung auf sehr hohem Niveau leisten“, betont Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

Die DRF Luftrettung

Bundesweit setzt die DRF Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. In Österreich werden zwei weitere Stationen betrieben. Über die Hubschrauberrettung hinaus führt die DRF Luftrettung weltweite Patientenrückholungen mit eigenen Ambulanzflugzeugen und hoch qualifiziertem Personal durch. Rund 550 Notärzte, 250 Rettungsassistenten, 180 Piloten und 70 Techniker sind für die DRF Luftrettung im Einsatz.

Die DRF Luftrettung besteht aus einem gemeinnützigen Förderverein, einer öffentlich-rechtlichen Stiftung, einer gemeinnützigen AG sowie deren Tochterunternehmen. Die Stiftung, die der Aufsicht des Regierungspräsidiums Stuttgart unterliegt, überwacht die operative Arbeit der gemeinnützigen AG. Zur Finanzierung dieser oft lebensrettenden Arbeit tragen die rund 500.000 Förderer des DRF e.V. entscheidend bei.

Um Förderer zu gewinnen, gehen in vielen Orten Beauftragte von Tür zu Tür, um über die Arbeit der DRF Luftrettung zu informieren. Sie sammeln an den Haustüren kein Geld, tragen Dienstkleidung und können sich ausweisen. Fragen zur Fördermitgliedschaft beantwortet das Service-Team des DRF e.V. auch gerne telefonisch: Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr, Telefon: 0711-70072211.
Autor: nnz/kn

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