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Immer weiter nach unten

Montag, 25. November 2002, 19:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Viel wird sich in den kommenden Monaten in punkto Straßen im Landkreis Nordhausen verändern. Die Kraftfahrer werden davon nicht allzu viel merken, wohl aber die Kämmerer in den Städten und Gemeinde. nnz mit den Hintergründen.


Die Geschichte begann in diesem Jahr in der Landeshauptstadt. Wieder einmal dachten die Ministerialen darüber nach, wie man sparen kann. Da gibt es einen einfachen Weg. Man gebe Leistungen an die Kreise und Kommunen ab. Das Veterinäramt ist dafür nur ein Beispiel. Jetzt geht es mit den Straßen weiter.

Das Land Thüringen wird seine Verantwortlichkeit für die Landesstraßen „ausdünnen“. Sie wird einfach an den Landkreise delegiert. Was aber macht der Kreis mit dem vielen zusätzlichen Straßen? Der überlegt im Falle unseres Landkreises, wie er die lästigen Aufgaben einfach weiter „delegieren“ kann. Da gibt es in der kommunalen Hierarchie ja auch noch die Städte und Gemeinden.

Also werden nicht nur aus Landesstraßen nun Kreisstraßen, sondern aus Kreisstraßen werden Gemeindestraßen. In einem Entwurf, der nnz vorliegt, sollen elf Kreisstraßen zu Gemeindestraßen mutieren. Die Bürgermeister dürfen sich schon jetzt freuen. Sie erhalten zwar vom Kreis völlig sanierte Straßen, doch die künftige Instandhaltung und Pflege sowie der jährliche Winterdienst, den dürfen jetzt die Städte und Gemeinden bezahlen. Nach einer Faustformel wird von 5.000 Euro pro Jahr und Kilometer ausgegangen. Und so kann sich die Gemeinde Ilfeld auf rund 35.000 Euro zusätzlicher Ausgaben freuen.

Weiter nach unten in der Hierarchie geht es leider nicht mehr. Vielleicht könnte man einem Bürger eine Straße zum Verkauf anbieten. Aber auch da sollen Angebot und Nachfrage entscheidend sein. Eine Möglichkeit bleibt dennoch. Die Straße wird „stillgelegt“, die Trägerschaft abgegeben, die Verantwortung auch. Was bleibt: Jetzt funktionierende Straßen, zum Beispiel die jetzigen Kreisstraße von Ilfeld nach Appenrode, werden verkommen. Langsam aber sicher.

Halt! Es geht auch noch schneller. Das Land Thüringen widmet Landesstraße gleich zu Gemeindestraßen um, ohne Umweg über den Kreis. Vorgesehen sind dafür fünf Straßen, so zum Beispiel die L 1011 von der B 80 in Niedergebra nach Bleicherode. Für die 3,1 Kilometer sind das die Bleicheröder Verwalter verantwortlich.
Autor: nnz

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