nnz-online

Minister als Geldbote: 730.000 Mark Nordthüringer Lebenshilfe

Dienstag, 19. September 2000, 08:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Es ist immer noch selten, daß Minister aus Erfurt oder gar Berlin den Weg in die nordthüringer Provinz finden. Und wenn sie kommen, dann etwa nicht, um sich über Probleme zu informieren. Meistens erweisen sich die Ministerialen aus Erfurt als Geldboten. Auch Sozialminister Frank-Michael Pietsch macht da heute keine Ausnahme. Und dabei schlägt er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
Am Mittag will sich Pietsch das organisierte Spektakel der "Karawane 2000 für mehr Kinderfreundlichkeit" vor dem Nordhäuser Rathaus nicht entgehen lassen. Anschließend fährt er dann weiter in Richtung Straße der Genossenschaften. Hinter der Steinmühle 6, dort wo die Nordthüringer Lebenshilfe ihren Sitz hat, wird der Gast aus der Landeshauptstadt einen Bewilligungsbescheid übergeben. 730.000 Mark steht da drauf. Geld für die Erweiterung der Werkstatt und die Schaffung von zusätzlichen 38 Plätzen. Die Erweiterung der Einrichtung kostet insgesamt fast zwei Millionen Mark. Davon übernehmen das Thüringer Sozialministerium und das Bundesarbeitsministerium jeweils 730.000 Mark. Die Lebenshilfe als Träger der Einrichtung beteiligt sich an der Finanzierung mit rund 300.000 Mark, der Rest wird durch ein Darlehen des Landesarbeitsamtes abgedeckt. Im Vorfeld der Übergabe erklärte Minister Pietsch: "Die Werkstätten für behinderte Menschen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für diejenigen Menschen, die wegen Schwere und Art ihrer Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht oder zeitweise nicht tätig sein können. Darüber hinaus vermitteln sie den Menschen Zuversicht und Selbstvertrauen, das sie für die Teilnahme an allen Lebensbereichen dingend brauchen."
Autor: psg

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de