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Weihnachtsgeld auch in der Krise?

Montag, 25. November 2002, 08:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit der Nähe des Weihnachtsfestes ergibt sich für viele Arbeitnehmer die Frage, ob ihr Arbeitgeber angesichts der angespannten wirtschaftlichen Verhältnisse Weihnachtsgeld zahlen wird. Zu dieser Überlegung informiert Ihre nnz.


Tatsächlich wird in manchen Unternehmen die Zahlung eines Weihnachtsgeldes in diesem Jahr bescheidener ausfallen als vielleicht noch im Vorjahr. Von flächendeckenden Kürzungen oder gar Streichungen aber kann nicht die Rede sein. In den meisten Branchen ist der Anspruch auf Weihnachtsgeld tarifvertraglich gesichertes. Eine solche Zahlung darf demzufolge nicht vom Arbeitgeber einseitig gekürzt werden.

Nach einer Übersicht des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben 98 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 90 Prozent in Ostdeutschland einen solchen tarifvertraglichen Anspruch. Die festgelegten Sonderzahlungen aus Urlaubs- und Weihnachtsgeld machten im vergangenen Jahr im Westen jeweils fast ein volles Monatsgehalt aus. In den neuen Bundesländern kamen laut IW rund 85 Prozent in den Genuss eines vollen Monatslohns. Insgesamt dürften die Zahlungen wegen der Konjunkturflaute jedoch niedriger als im Vorjahr ausfallen, erwartet das IW. Die Höhe des Weihnachtsgeldes differiert nach Angaben des Instituts nach Branchen und teilweise auch nach Regionen.

Sehr viel unsicherer ist das nicht tariflich vereinbarte Weihnachtsgeld: Zahlte der Arbeitgeber bislang vorbehaltlich eines Widerrufs oder als jeweils betonte „Freiwillige Leistung“, kann er es in Zeiten einer Konjunkturflaute kürzen oder sogar ganz streichen. Auch kann per Betriebsvereinbarung von geltenden Regelungen abgewichen werden. Das wird in diesem Jahr z.B. beim Reiseveranstalter TUI der Fall sein: „In den letzten Jahren gab es immer 100 Prozent eines Gehalts. Nachdem aber dieses Geschäftsjahr alles andere als rosig war, haben wir eine neue Betriebsvereinbarung abgeschlossen,“ war von der Pressestelle der TUI zu erfahren. Nun garantiert das Unternehmen 60 Prozent. Bei Opel gibt es in diesem Jahr 30 Prozent weniger, man will allerdings dafür bei einer besseren Wirtschaftslage 2004 und 2005 130 Prozent zahlen

Keine Unterschiede zwischen Ost und West gibt es übrigens in den Bereichen Banken, Papier erzeugende Industrie, Reisebürogewerbe. Am niedrigsten sind die Überweisungen im Bauhaupt- und Gastgewerbe.
Autor: nnz

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