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Alles beim Alten

Dienstag, 12. Januar 2010, 08:13 Uhr
Politik - im Bund wie im Land oder in der Kommune - ist immer wieder auch Bedienung des eigenen Wählerklientels. Oftmals passiert dies durch ein Hintertürchen. Bei der FDP ist das anders, da werden Geschenke offen verteilt...


Zum Beispiel an die Hoteliers dieses Landes. Die können nun richtig schön sparen. Bei der Umsatzsteuer. Damit sie gegenüber ihren Kollegen in den anderen EU-Ländern wettbewerbsfähig bleiben. Bei den Hoteliers der Nordhäuser Region ist das mit den EU-Grenzen zwar ein wenig weit weg, doch auch hier können jetzt auf den Rechnungen für die Übernachtung sieben statt 19 Prozent verrechnet und an das Finanzamt abgeführt werden.

Eigentlich gut für den Gast, denn der Wert des Zimmers, der drückt sich ja nicht im Brutto-, sondern im Nettopreis aus. Für die Kunden der gehobenen Etablissements in und um Nordhausen müsste es also preiswerter zugehen. Die nnz hatte noch im vergangenen Jahr nach Preisen gefragt oder im Netz "nachgeschaut". Zum Beispiel beim "Handelshof" in Nordhausen, im "Landhotel Neustädter Hof", in der "Wolfsmühle" oder "Zur Hoffnung" in Werther.

Heute haben wir erneut nachgesehen und siehe da, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es gab in keiner der vier Übernachtungsmöglichkeiten auch nur einen Cent Nachlass. Alles beim Alten.

Hotel 2009 2010
Handelshof DZ: 60 Euro DZ: 60 Euro
Zur Hoffnung DZ: 63 Euro DZ: 63 Euro
Neustädter Hof DZ: 80 Euro DZ: 80 Euro
Wolfsmühle DZ: 30 Euro DZ: 30 Euro


Und so freuen sich die Inhaber über zusätzliche Einnahmen, die sie vermutlich für künftige Investitionen einsetzen werden. Der Gast in und um Nordhausen herum, der geht leer aus. Aber der gehört vermutlich auch nicht zum Klientel liberaler Politik. Oder nur die 15 Prozent, die blau-gelb gewählt haben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz/kn

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