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Weiter mit der "Lizenz zum Senden"

Freitag, 15. November 2002, 14:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit zweieinhalb Jahren hört man Menschen mit komischen Dialekten in Nordhausen im Radio. Wenn Ihnen da die eine oder andere Stimme bekannt vorkommt, dann liegen Sie vielleicht richtig. Und sie werden das „etwas andere Radio“ auch weitere vier Jahre hören. Auf 100,4! nnz hat sich heute umgehört.


Vier Jahre weiter senden Wie die nnz bereits berichtete, hat die Thüringer Landesmedienanstalt dem Trägerverein für den Offenen Kanal Nordhausen (OKN) die Lizenz für weitere vier Jahre übergeben (siehe auch im nnz-Archiv). Damit ist die Zukunfts-Grundlage für das Bürgerradio gesichert. Der OKN hat sich in den zurückliegenden 30 Monaten von einer CD-Abspielstation zu einem Medium gemausert, das vielleicht schon aus den Kinderschuhen heraus ist.

Da geben sich Pastoren, Gewerkschafter, der Seniorenbeirat und viele, die sich als Moderatoren ausprobieren die Klinken in die Hand. Unter Anleitung probieren sie sich an Reglern, Pegeln und Mischpulten aus und proklamieren der „Gemeinde“ ihre Worte. Radio nicht von Profis, sondern vom Bürger. Hier zählt keine Quote, kein Format, keine Verpackung, kein nerviger Trailer oder das knallende Promo. Hier wird einfach mitgeteilt. Und zwar das, was der Produzent denkt mitteilen zu müssen. Und alle haben einen Namen: Nutzer!

Es könnten noch mehr sein, als bislang die fast 300 eingetragenen Namen, meint OKN-Leiter Olaf Schulze. Mehr Nutzer gleich mehr Vielfalt, so die Rechnung. Der Gesetzgeber in Thüringen hat die Voraussetzungen geschaffen. Reichlich Geld ist in den vergangenen Monaten am August-Bebel-Platz investiert worden. Da steht Technik vom Feinsten, nach der sich die Techniker der privaten Radiostationen die filigranen Fingerchen lecken würden.

Vereinschef Dr. Klaus Zeh bedankte sich denn heute auch bei der sechsköpfigen Mannschaft des OKN, aber auch bei denen, die sich bislang als eben diese Nutzer eingebracht haben. Der Offene Kanal ist auch weiterhin offen für neue Mitmacher, neue Ideen und neue Konzepte. Und vielleicht nutzen auch die Schulen des Landkreises endlich mal diese Kommunikationsmöglichkeit. Das eine oder andere Projekt ließe sich vielleicht realisieren. Und schließlich macht das Radiomachen richtig viel Spaß. Oder?
Autor: nnz

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