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Post von Luisa (19)

Donnerstag, 10. Dezember 2009, 17:54 Uhr
Luisa Schäfer, eine junge Frau aus Niedersachswerfen, schreibt in der nnz ein ungewöhnliches Tagebuch über ihre Erlebnisse am anderen Ende der Welt. Heute unter anderem über Wellness in Argentinien...


Tja irgendwie hat sich das Wetter gerade gegen uns verschworen. Es ist zwar noch ziemlich oft sehr heiss und da ich jetzt wieder intensiver Tennis spiele bin ich auch schon ganz schön braun, aber die letzten Tage gibt es immer wieder Regen.

An sich mag ich das genau so gern wie Sonne aber hier gestaltet sich der Tag dann ein bisschen schwieriger. Denn schon das relativ moderne Zentrum ist nicht dafuer ausgelegt, dass es wie aus Eimern schüttet. Es steht dann das Wasser auf den Strassen und fuer Autos gibt es kaum noch ein Durchkommen. In den Vierteln in denen ich arbeitet ist die Situation nochmal etwas verschärft. Es gibt dort keine fest geteerten Strassen. Das bedeutet es sieht da im Moment immer noch aus wie Sumpfgebiet.

Schon allein deshalb wünscht man sich wieder die brennend heisse Sonne. Und auch zum Tennis spielen waere das wohl besser. Vor allem wo ich jetzt in "Gruppe am Morgen" eingestiegen bin (ja sehr kreativer Name). Das sind fast alles Rentner mit denen ich nun immer Doppel spiele. Macht sehr viel Spass und die Herren wollen mich auch alle ihren Söhnen vorstellen, also werde ich wohl bald einen vollen Terminkalender haben!

Am letzten Wochenende waren wir auf viele Empfehlungen hin zu den Thermen in der Gegend gefahren. So wie ich das verstanden habe, stellt ich mir ein bisschen wellnessartige Anlagen vor in denen man einmal in Ruhe entspannen kann. Als wir ankamen wurden wir erstmal vom Regen und einer groessen Gruppe junger Fussballspieler begrüßt. Das Thema Blondinen (das sind wir hier alle) und maennlichen argentinischen Testosteronwerten kann und werde ich wohl einmal ein ganzes Kapitel widmen koennen. Auf jeden Fall ergriffen wir erstmal die Flucht und suchten unsere Wellnessanwendungen. Was wir fanden war ein kleiner, nicht sehr hygienisch aussehende Pool voller kleiner wasserballspielender Kinder. Da wollte ich auf keinen Fall rein.

Wir liessen uns also eine Wegbeschreibung zu einer anderen Therme geben. Die war zwar dann nicht viel neuer und moderner, es war aber auch nicht gleich die Gefahr gegeben, dass man einen Ball an den Kopf geworfen bekommt. Also besuchten wir die naja eine Art von Umkleidekabinen und rein ging es ins Vergnuegen. Das Wasser war wirklich schön warm, aber mehr war auch nicht. Naja so habe ich also einmal Wellness in Suedamerika kennengelernt!

Und da am Dienstag einer der vielen Feiertag war, konnten wir auch eine Einladung zu einem 18. Geburtstag eines Freundes am Montag wahrnehmen. Das ist hier so ein Grossereignis wie der 15. Geburtstag eines Mädchens. Da wir bei den Vorbereitungen diesmal mit eingespannt waren, kann ich mir nun nicht nur vorstellen, wie viel Aufwand diese Feiern machen. Aber lohnen tut sich der auf jeden Fall! Das schoene ist, dass wirklich die ganze Nacht getanzt wird, nur das neue Gesetz setzt diesem um 4.00 Uhr morgends ein Ende. Naja fast! Es wären nicht Argentinier, wenn sie uns nicht noch in ein Haus eines Freundes eingeladen haetten. Dort wird dann weiter getrunken, getanzt… Wenn man sich dann morgens um 9.00 Uhr ins Bett legt, gehört man nicht unbedingt zu den Letzten!

Insgesamt freue ich mich einfach das alles hier erleben zu dürfen. Nur eins hat sich noch nicht eingestellt, eine Art Weihnachtsstimmung. Hier wird zwar auch sehr geschmückt, aber bei den Temperaturen fühlt es sich einfach nicht echt an. Aber das ist vielleicht ganz gut, so kommt man nicht dazu zu Hause zu sehr zu vermissen! Bis bald und liebe Grüße aus Argentinien!
Luisa
Autor: nnz

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