Trauer und Freude im Herzen
Samstag, 09. November 2002, 16:58 Uhr
Nordhausen (nnz). In Tausenden deutschen Städten ist heute an die schrecklichen Ereignisse der Pogromnacht von 1938 erinnert worden. Auch in Nordhausen. nnz war dabei.
Klaus Wahlbuhl, der Bürgermeister der Stadt Nordhausen, hatte am Vormittag bereits befürchtet, dass zu dieser Unzeit nur wenige Menschen den Weg zu dem Gedenkstein finden, der an die Zerstörung der Nordhäuser Synagoge erinnert. Klaus Wahlbuhl sollte sich täuschen. Vertreter der Stadtratsfraktionen, andere Kommunalpolitiker, aber auch viele Nordhäuser ohne Amt und dafür mit viel Würde, nahmen sich Zeit für das Gedenken. Kränzen, Blumen und Gebinde wurden niedergelegt.
Am Montag fährt eine Delegation der Stadt Nordhausen nach Bet Shemesh. Dort, in der Nähe von Jerusalem, soll der 10. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen den beiden Kommunen begangen werden. Sicher, so Wahlbuhl, werden wir Deutsche immer mit einem Gefühl der Beklemmung nach Israel fahren. Doch wir können aus Nordhausen die Gewissheit mitnehmen, dass wir alles Mögliche tun werden, damit sich die Ereignisse vor 64 Jahren nicht wiederholen.
Es ist doch aber gerade dieser 10. Geburtstag, der als Symbol wirkt: eine Freundschaft zwischen einer deutschen und einer israelischen Stadt. Es ist das unwiderrufliche Verdienst des damaligen Bürgermeisters Dr. Manfred Schröter, dass Nordhausen die erste ostdeutsche Kommune überhaupt war, die eine Partnerschaft suchte und dann im Jahr 1992 einging.
So fahren die Nordhäuser übermorgen natürlich mit einem Teil Beschämung der Deutschen in das Land der Juden. Sie nehmen aber auch einen weiteren Teil Freude mit. Freude darüber, dass diese Partnerschaft mehr ist als nur die Erfüllung eines Vertrages, der vor zehn Jahren unterzeichnet worden war. Und die Israelis können sicher sein, dass gerade dieser zweite Teil die Herzen der Menschen in der Rolandstadt immer mehr ausfüllen wird.
Autor: nnz
Klaus Wahlbuhl, der Bürgermeister der Stadt Nordhausen, hatte am Vormittag bereits befürchtet, dass zu dieser Unzeit nur wenige Menschen den Weg zu dem Gedenkstein finden, der an die Zerstörung der Nordhäuser Synagoge erinnert. Klaus Wahlbuhl sollte sich täuschen. Vertreter der Stadtratsfraktionen, andere Kommunalpolitiker, aber auch viele Nordhäuser ohne Amt und dafür mit viel Würde, nahmen sich Zeit für das Gedenken. Kränzen, Blumen und Gebinde wurden niedergelegt.Am Montag fährt eine Delegation der Stadt Nordhausen nach Bet Shemesh. Dort, in der Nähe von Jerusalem, soll der 10. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen den beiden Kommunen begangen werden. Sicher, so Wahlbuhl, werden wir Deutsche immer mit einem Gefühl der Beklemmung nach Israel fahren. Doch wir können aus Nordhausen die Gewissheit mitnehmen, dass wir alles Mögliche tun werden, damit sich die Ereignisse vor 64 Jahren nicht wiederholen.
Es ist doch aber gerade dieser 10. Geburtstag, der als Symbol wirkt: eine Freundschaft zwischen einer deutschen und einer israelischen Stadt. Es ist das unwiderrufliche Verdienst des damaligen Bürgermeisters Dr. Manfred Schröter, dass Nordhausen die erste ostdeutsche Kommune überhaupt war, die eine Partnerschaft suchte und dann im Jahr 1992 einging.
So fahren die Nordhäuser übermorgen natürlich mit einem Teil Beschämung der Deutschen in das Land der Juden. Sie nehmen aber auch einen weiteren Teil Freude mit. Freude darüber, dass diese Partnerschaft mehr ist als nur die Erfüllung eines Vertrages, der vor zehn Jahren unterzeichnet worden war. Und die Israelis können sicher sein, dass gerade dieser zweite Teil die Herzen der Menschen in der Rolandstadt immer mehr ausfüllen wird.
