nnz-online

Rathaus wird 400 Jahre alt

Montag, 07. Dezember 2009, 14:42 Uhr
Im nächsten Jahr ist das Rathaus 400 Jahre alt. Die Stadtinformation Nordhausen gab aus diesem Anlass eine historische Ansichtskarte heraus und der Leiter des Stadtarchivs Hans-Jürgen Grönke gibt im folgenden Beitrag einen kleinen geschichtlichen Überblick...


„Die Vollendung des Rathausbaus ist in der Wetterfahne auf der Turmspitze mit der Jahreszahl 1610 eingearbeitet. Doch schon 250 Jahre früher gab es sichere Nachrichten vom Bau eines Rathauses in Nordhausen. Die Bauherren waren Hermann von Werther, Siegfried Kremer und Ludwig Burner. 1562 war das Gebäude dann so baufällig, dass ein Neubau beschlossen wurde. Mit dem Neubau im Renaissancestil konnte aber erst 1608 begonnen werden. Am 30. August 1609 wurde im Zuge des Neubaus die Rolandfigur an der Südostecke des Rathauses unter einem Baldachin wieder aufgestellt und 1610 war der Bau fertig gestellt.

Der Stadtbrand am 23. August 1710 zerstörte den Dachstuhl einschließlich Turm mit Uhrwerk und Glocke und im selben Jahr konnte ein neuer Dachstuhl errichtet werden. Bei diesem Brandunglück gingen auch zahlreiche Urkunden und Sachzeugnisse verloren, und das Rolandstandbild wurde so stark beschädigt, dass 1717 ein neues Standbild angefertigt wurde.
Der ursprüngliche Eingang in die Räume des Rathauses erfolgte über Freitreppen an der Ost- und Westseite, sowie über die Wendeltreppe im Turm an der Südseite des Hauses.

Das Erdgeschoss des Rathauses bestand aus einer Reihe von Gewölben, den sogenannten Kauf- und Gewandkammern, in denen Stoffe, Fleisch und andere Artikel verkauft wurden. Die Gewölbe unter den Gewandkammern wurden als Gefängnis genutzt. Über die Freitreppen gelangte man in den offenen Korridor, von dem man die sechs Gewandkammern betrat. In den Obergeschossen lagen die Ratsräume.

1883 wurden die offenen Arkaden geschlossen und die Fenster mit steinernem Bogenwerk versehen. Am oberen Teil des Turmes war eine Sonnenuhr angebracht, eine zweite über dem Roland unter dem Dachgesims. Bei den Bombardierungen am 3. und 4. April 1945 brannte das Rathaus vollständig aus, so dass nur noch die Außenmauern erhalten blieben. Beim Wiederaufbau des Hauses 1952 wurde der Haupteingang an die Ostseite des Hauses verlegt und eine neu eingebaute Innentreppe verband jetzt die einzelnen Stockwerke.“
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de