Bauern versprechen Qualität
Donnerstag, 07. November 2002, 08:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Angesichts der gerade im Foyer des Landratsamtes laufenden Wanderausstellung Ökologischer Landbau ist eine Verlautbarung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zum Landbau ganz allgemein interessant. nnz berichtet.
Das Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Landwirtschaft hat trotz Skandalen wie BSE und Nitrofen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Das belegt eine vom Bauernverband in Auftrag gegebene und vom Emnid-Institut erstellte Studie. Die aber gleichzeitig zeigt, dass Massentierhaltung und Chemie auf Äckern und Wiesen weiterhin sehr kritisch gesehen werden.
Mehr als jeder dritte Deutsche lehnt demnach Tierhaltung in größeren Beständen ab und spricht sich dafür aus, dass dafür Eier, Fleisch und Milch teurer werden dürften. 28 Prozent der Deutschen sind zudem der Meinung, dass Vieh in landwirtschaftlichen Betrieben heute weniger artgerecht gehalten werde als früher. Nur 45 Prozent bescheinigen den Bauern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren. Den sie freilich kaum durch eigenen Augenschein, sondern überwiegend durch Zeitungsberichte kennen. Im Vergleich zur Befragung vor fünf Jahren ist dieser Wert aber immerhin um fünf Prozent gestiegen.
Die Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel halten die Bundesbürger laut Emnid für die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft. Danach folgen die artgerechte Tierhaltung, die Achtung der Umwelt, erfolgreiches Wirtschaften und die Sicherung der Arbeitsplätze. Das Vertrauen der Deutschen sei der heimischen Branche gegenüber doppelt so hoch wie gegenüber Landwirten in Frankreich, Holland, Spanien oder Polen. Diese Einschätzung ist besonders interessant angesichts eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes, nach dem die deutsche Centrale Marketing-Gesellschaft nicht mehr mit dem Logo Aus deutschen Landen werben darf (nnz berichtete gestern).
Die Lobby beklagt allerdings, dass Bio-Bauern seit dem Nitrofen-Skandal vom Frühjahr mit Preis- und Absatzproblemen kämpfen. Der Markt für Bio-Kalbfleisch sei fast zum Erliegen gekommen. Käufer finde Öko-Rindfleisch teilweise nur zu Preisen, die unter denen der konventionellen Erzeuger lägen.
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner betont, die Branche sei nach den Lebensmittelskandalen mit dem neuen Qualitätssystem QS auf dem richtigen Weg. Bereits ein Drittel der Schlachtschweinproduktion laufe unter den verschärften Regeln. Vorsorge bleibe aber ein Anliegen aller Beteiligten. Daher sollten die neue Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung ihre Arbeit zügig beginnen.
Zugleich kritisiert die Lobby die Bundesregierung. Deren Steuerpolitik, die auf gewohnte Pauschalen verzichte, belaste die Bauern und gefährde kleine Höfe.
Autor: nnzDas Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Landwirtschaft hat trotz Skandalen wie BSE und Nitrofen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Das belegt eine vom Bauernverband in Auftrag gegebene und vom Emnid-Institut erstellte Studie. Die aber gleichzeitig zeigt, dass Massentierhaltung und Chemie auf Äckern und Wiesen weiterhin sehr kritisch gesehen werden.
Mehr als jeder dritte Deutsche lehnt demnach Tierhaltung in größeren Beständen ab und spricht sich dafür aus, dass dafür Eier, Fleisch und Milch teurer werden dürften. 28 Prozent der Deutschen sind zudem der Meinung, dass Vieh in landwirtschaftlichen Betrieben heute weniger artgerecht gehalten werde als früher. Nur 45 Prozent bescheinigen den Bauern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren. Den sie freilich kaum durch eigenen Augenschein, sondern überwiegend durch Zeitungsberichte kennen. Im Vergleich zur Befragung vor fünf Jahren ist dieser Wert aber immerhin um fünf Prozent gestiegen.
Die Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel halten die Bundesbürger laut Emnid für die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft. Danach folgen die artgerechte Tierhaltung, die Achtung der Umwelt, erfolgreiches Wirtschaften und die Sicherung der Arbeitsplätze. Das Vertrauen der Deutschen sei der heimischen Branche gegenüber doppelt so hoch wie gegenüber Landwirten in Frankreich, Holland, Spanien oder Polen. Diese Einschätzung ist besonders interessant angesichts eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes, nach dem die deutsche Centrale Marketing-Gesellschaft nicht mehr mit dem Logo Aus deutschen Landen werben darf (nnz berichtete gestern).
Die Lobby beklagt allerdings, dass Bio-Bauern seit dem Nitrofen-Skandal vom Frühjahr mit Preis- und Absatzproblemen kämpfen. Der Markt für Bio-Kalbfleisch sei fast zum Erliegen gekommen. Käufer finde Öko-Rindfleisch teilweise nur zu Preisen, die unter denen der konventionellen Erzeuger lägen.
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner betont, die Branche sei nach den Lebensmittelskandalen mit dem neuen Qualitätssystem QS auf dem richtigen Weg. Bereits ein Drittel der Schlachtschweinproduktion laufe unter den verschärften Regeln. Vorsorge bleibe aber ein Anliegen aller Beteiligten. Daher sollten die neue Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung ihre Arbeit zügig beginnen.
Zugleich kritisiert die Lobby die Bundesregierung. Deren Steuerpolitik, die auf gewohnte Pauschalen verzichte, belaste die Bauern und gefährde kleine Höfe.
