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Das künftige Gedächtnis der Stadt

Donnerstag, 26. November 2009, 09:06 Uhr
Der Stadtrat der Stadt Nordhausen beschloss im Dezember 2007 die Sanierung der Flohburg mit anschließender Widmung zum stadthistorischen Museum. Die archäologischen Voruntersuchungen und Grabungen dazu wurden diesen Sommer abgeschlossen. Jetzt meldet sich der Förderverein zu Wort...

Gedächtnis der Stadt (Foto: I. Bergmann) Gedächtnis der Stadt (Foto: I. Bergmann)
Klaus Wahlbuhl und Dr. Manfred Schröter vom Förderverein Flohburg vor dem Areal der Flohburg, auf dem der Schachtkeller gefunden wurde und auf dem zukünftig ein Anbau stehen wird

Die Baugenehmigung wurde vom beauftragten Architekturbüro eingereicht, der zuständige Vergabeausschuss hat positiv votiert und das Frühjahr 2010 wird als Baubeginn anvisiert.

Als großen Glücksfall bezeichnete heute Klaus Wahlbuhl, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Flohburg, den Fund eines Schachtkellers auf dem untersuchten Areal des zukünftigen Anbaus für das spätere stadthistorische Museum.

„Damit haben wir eine Attraktion, die im Museums-Neubau integriert, vielen Besuchern und Gästen im Rahmen eines Museums-Rundgangs zugänglich gemacht werden kann“, freut er sich. Der Schachtkeller aus dem 11./12. Jahrhundert, der einmalig in Hessen, Niedersachsen und Thüringen sei, habe in Hannover, Wiesbaden und Erfurt großes Aufsehen erregt, denn diese Kellerform gäbe es dort nicht, sagte Wahlbuhl.

In Nordhausen seien schon mehrere solcher Keller gefunden worden, doch konnten sie nicht erhalten und zugänglich gemacht werden. Dieser rund 4 Meter tief in die Erde eingelassene Keller könne nun der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Darüber hinaus passe er auch genau an diesen Museums-Standort, so Wahlbuhl.

Auch die dendrochronologischen Untersuchungen im vorigen Jahr ergaben, dass die gefundene Nordhäuser Bohlenstube als eines der ältesten überlieferten Beispiele dieses Bautyps im Südharz zählt. Sie besitzt für Nordhausen damit als Beleg spätmittelalterlicher Wohnkultur eine herausragende kultur- und kunsthistorische Bedeutung und soll ebenfalls teilweise sichtbar gemacht werden. „Diese Ergebnisse unterstrichen die Wichtigkeit des Erhaltes dieses 600 Jahre alten Gebäudes“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Einen entsprechenden Beschluss habe deshalb auch der damalige Stadtrat gefällt.

„Die Flohburg, als eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt, als stadthistorisches Museum umzubauen, wäre nicht nur ein Highlight für die Nordhäuser Altstadt, sondern für ganz Nordhausen und darüber hinaus“, ist sich auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Dr. Manfred Schröter, sicher. “Uns stimmt optimistisch, dass auch in der neuen Landesregierungserklärung die besondere Bedeutung der Kultur in Thüringen und besonders die geschichts- und kulturträchtige Mitte Deutschlands hervorgehoben wurde“, sagt er. „Auch dem fraktionsübergreifenden Verständnis des alten Stadtrates für die Sanierung und den Umbau der Flohburg danke ich an dieser Stelle und möchte dieses Verständnis auch den in diesem Jahr neu gewählten Stadträten ans Herz legen.“

Die Stadt habe einen großen Fundus an stadtgeschichtlichen Ausstellungsstücken, die derzeitig nicht gezeigt werden könnten, so Schröter. Viele Bürger wissen das und erwarten das Museum sehnsüchtig als ihr „Gedächtnis der Stadt“.
Autor: nnz

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