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Der "8." wird vorbereitet

Dienstag, 05. November 2002, 12:51 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen und Hesserode laufen gegenwärtig die Vorbereitungen für einen weiteren Hilfstransport in Richtung Weißrußland. Wie auch Sie helfen können, das hat die nnz erfahren.


So einen richtigen Winter, so mit richtigen Schnee von Anfang Dezember bis Ende Februar, so wie es die Großeltern immer erzählen, mit Schneemann bauen, Schlittenfahren und Schneeballschlachten und Skifahren von früh bis abends, so einen russischen Winter, wer träumt nicht gern davon? Zwar gibt es in Weißrussland keine endlos erscheinenden Abhänge zum Skifahren und Touristenzentren mit Megapartys a la Abpressski und Co. Nein, wer das hier erwartet liegt weit weg von der Realität.

Der Kampf ums Überleben steht hier ganz oben. Bei minus 30 bis –35 Grad Celsius betet man, dass die Heizung nicht ausfällt, dass der Strom und das Gas nicht abgeschaltet werden, das Holz und die Vorräte reichen, welche mühsam angelegt wurden. Aber, was macht dennoch den Reiz aus, in dieses Land zu fahren, was gleich hinter Polen beginnt und an der russischen Grenze nach rund 900 km endet? Ist es die unendliche Weite eingehüllt im tiefen Schnee, Zentimeter hohes Eis und Schnee auf den Strassen, einen Winterdienst den es nicht wirklich gibt, nicht wie bei uns, wenn zwei Schneeflocken fallen stehen Streufahrzeuge mit Tonnen an Salz und Kies bereit, dort ist das ganz normal, oder wie sagen die Einheimischen: "...das ist die weißrussische Mentalität". Oder sind es die glasklaren Nächte, die scheinbare Ruhe und Zufriedenheit, die angeheizte Sauna am Abend und eine Weihnachtszeit mal ganz anders erleben.

Vielleicht, aber an der ersten Stelle stehen "unseren" Kindern und ihre Eltern, den wir in der schwersten Jahreszeit helfen möchten. Pünktlich nach Weihnachten startet der 8. Humanitäre Hilfstransport in Richtung Pokoljubitschi, organisiert durch die Nordhäuser Tschernobyl - Hilfe e.V. Damit dieser Transport ein Erfolg wird, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Neben dem nötigen Geld für die LKW werden noch Lebensmittel benötigt. Wie wäre es, Sie unterstützen eine Familie mit einem Lebensmittelpaket. Was gehört hinein? Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, Salz, Ketschup, Gemüsekonserven, Kakao, Pflanzenöl, Tee, Süßigkeiten, Backzutaten, Soßen, Haarwäsche, Duschbad, Watte, Zahncreme, alles für Babys, wie z.B. Windeln, Creme, Kinderschuhe, Kinderspielzeug, Babybekleidung.

Wählen Sie selbst, jeder Schuhkarton, jede Plastiktüte, oder Bananenkarton voll mit Lebensmitteln hilft ein Stück weiter. Wie zu jedem Transport bitten wir Sie, Ihre Unterstützung und Ihre Privatpakete, bis zum 22. November 2002 im Büro der Tschernobyl Hilfe in Hesserode anzumelden, wichtig sind hierbei die Stückzahl der Pakete und das Gewicht. Für alle privat adressierten Pakete erheben wir wieder einen Kostenbeitrag, anonyme Pakete sind frei, die aktuellen Preise erfahren Sie ebenfalls im Büro. Die fertig gepackten Pakete können ab dem 9. Dezember bis einschließlich 13. Dezember 2002 abgegeben werden. Auch für eine finanzielle Unterstützung sind wir sehr dankbar. Ein LKW mit 20 Tonnen Nutzlast kostet stolze 3000 Euro. Für finanzielle Unterstützungen nutzen Sie bitte unser Spendenkonto: 37007777, BLZ 82054052 bei der Kreissparkasse Nordhausen. Weitere Informationen zum 8. humanitären Hilfstransport erfahren Sie unter 03631 / 990090, oder direkt im Büro in Hesserode, Wertherstr. 3. Mehr Infos gibt es natürlich auch im Netz.
Thomas Kleemann, Tschernobyl-Hilfe
Autor: nnz

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