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Antonius Pille: Nicht vorstellbar

Montag, 04. November 2002, 14:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Kaum ist die Bundesregierung im Amt, da präsentiert sie der Öffentlichkeit ihre Sparpakete. Ausgaben im Gesundheitswesen sollen eingefroren werden. Nullrunden sind angesagt. Welche Auswirkungen das auf die Krankenhäuser haben könnte, das wollte nnz vom Geschäftsführer des Südharz-Krankenhauses, Antonius Pille, wissen.


Und Pille redete Klartext: Sollte es zu diesen angekündigten Sparmaßnahmen kommen, dann sind sowohl kommunale als private Krankenhäuser in ihrer Existenz gefährdet. Eine Umsetzung der Ankündigungen sei für ihn momentan überhaupt nicht vorstellbar. Lagen in diesem Jahr die Personalkosten des Nordhäuser Krankenhauses jenseits der 50 Millionen Euro, so müsse sich das Haus auf eine Steigerung dieser Kosten summa summarum zwischen 6 und 8 Prozent einstellen, rund vier Millionen Euro. Ob Nullrunde oder nicht. Tarifsteigerungen, Anpassung ans Westniveau, erhöhte Arbeitgeberanteile bei der Rentenversicherung usw. Die Einnahmeseite soll hingegen eingefroren werden.

Für die Nordhäuser Einrichtung würde dies bedeuten, dass nahezu 200 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt werden müsse. So allerdings ließe sich der normale Krankenhausbetrieb nicht aufrecht erhalten. Entweder die Qualität der medizinischen Betreuung gehe zurück und die Mehrarbeit würde auf die „Knochen der Mitarbeiter“ verteilt werden.

Noch ist für Antonius Pille der Streichkatalog in dieser Dimension nicht vorstellbar. Sollte er doch politisch durchgesetzt werden, dann sei für ihn durchaus vorstellbar, dass die Mitarbeiter der Einrichtungen massiv auf die Straße gehen würden. Nicht nur in Nordhausen.
Autor: nnz

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