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Pro Arbeit – eine Erfolgsstory

Mittwoch, 18. November 2009, 15:23 Uhr
Ein trüber Novembermorgen im Nordhäuser Ortsteil Steigerthal und dennoch leuchten die Augen der engagierten Ortsbürgermeisterin Karin Busch, wenn sie über ihren nunmehr 721 Jahre alten Ort und über die Menschen erzählt. In diesen Tagen ist eine weitere Erfolgsstory hinzugekommen...


Erfolgsstory (Foto: Horizont) Erfolgsstory (Foto: Horizont) Auffallend in dem 400-Seelenort sind nicht nur die schmucken Fachwerkhäuser, die liebevoll gestalteten Vorgärten und die imposante Linde vor der Festhalle, sondern besonders die spürbare Ordnung und Sauberkeit der Wege, der Rabatten, Außenanlagen und Gebäude, die in Verantwortung der Gemeinde liegen. Ohne lange zu überlegen nennt Karin Busch zwei Namen, die nicht nur mit ihrem Heimatort Steigerthal fest verwurzelt sind, sondern auch das derzeitige Bild im idyllisch gelegenen Ort mit prägen.

Carola Garnatz, verheiratet, 3 erwachsene Kinder und Lutz Henze, ledig, bei seiner betagten Mutter lebend. Oft werden wir von den Nachbarn, aber besonders den älteren Mitbürgern für unsere engagierte Arbeit gelobt, das tut gut, sagt Carola Garnatz, so was gibt neue Kraft und schweißt die Dorfgemeinschaft noch fester zusammen. Beide sind stolz auf ihren ersten Arbeitsvertrag nach der Wende und die Arbeit in ihrer Gemeinde.

Sie wissen immer was zu tun ist, keiner muss sie mit der Nase draufstoßen, erzählt uns die Bürgermeisterin. Aber, so sagen beide Steigerthaler, das Klima muss stimmen und hier stimmt es. Im Gespräch erfahren wir, das beide aus kinderreichen Familien stammen, da mussten wir schon frühzeitig mit anpacken, erzählt Lutz Henze und soziale Verantwortung ist für uns gelebte Wirklichkeit, ergänzt Carola Garnatz. Beide Steigerthaler verband noch vor einigen Monaten das Schicksal der Langzeitarbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit, denn Arbeitsplätze gibt es hier keine.

Wir wollen und können doch arbeiten, denn Arbeit gibt es hier genug, da schwingt auch ein bisschen Ratlosigkeit mit. Nach 18- jähriger Arbeitslosigkeit schöpfen die 51- jährige Carola Garnatz und der 45- jährige Lutz Henze wieder Hoffnung, denn sie sind nun dem Projekt Pro Arbeit zugeordnet, dessen Projektträger und Ideenentwickler Der Paritätische Thüringen ist. Na ja, seufzen beide, vielleicht klappt es diesmal mit einem Job, an uns soll es nicht liegen. Skepsis macht sich breit, denn beide haben schon einige Maßnahmen durchlaufen, aber ein richtiger Job wurde daraus nie. Die Horizont-Leute von Pro Arbeit kümmern sich und machen uns Mut, so die gelernte Textilreinigungsfacharbeiterin und der gelernte Gartenbauhelfer, das heißt für uns auch Hilfe zur Selbsthilfe.

Die vertrauensvollen Gespräche in der Horizont – Service – Stelle tun uns richtig gut und wir erfahren auch wie eng die Mitarbeiter mit der ARGE Nordhausen zusammenarbeiten, damit es mit dem Job doch noch klappt. Ein paar Falten zeigen sich auf der Stirn von Karin Busch, als sie von dem sehr knappen Budget der Gemeindekasse spricht und das sie über jede zusätzliche, geförderte Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sehr dankbar ist, da sonst viele wichtige Arbeiten in der Gemeinde nicht realisiert werden können. Mit Blick auf den Bauhof der Stadtverwaltung Nordhausen ist nun auch der zukünftige Arbeitgeber lokalisiert. Walter Wille, Leiter des Bauhofes der Stadt erinnert sich gut an hervorragende Arbeitstugenden und eine sehr engagierte Arbeit der beiden Steigerthaler.

Ich habe ein gutes Gefühl, wenn wir Lutz Henze und Carola Garnatz über das Projekt Pro Arbeit einstellen. Wille sollte Recht behalten. Mit Stolz präsentieren uns beide die festlich geschmückte Steigerthaler Festhalle, denn nach 20- jähriger Pause fand am Samstag, den 14. November 2009 wieder eine zünftige Kirmes statt. Die Freude in der Familie Garnatz war groß, als auch der Ehemann Rolf - Jürgen Garnatz trotz 50prozentiger Schwerbehinderung über das Projekt Pro Arbeit im gewerblichen Bereich einen Job bekam. Also das muss jetzt mal gesagt werden: ein großes Lob an Euch und die Mitarbeiter der ARGE, so trällert Herr Garnatz seine Freude nach außen.

Bisher 30 Vermittlungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch die regionale Service – Stelle Pro Arbeit machen Mut, denn hinter jeder Vermittlung steckt eine ganz persönliche Geschichte. Sie zeigen aber auch die soziale Verantwortung der Unternehmen im Landkreis Nordhausen langzeitarbeitslosen Frauen und Männern eine neue Perspektive zu geben. In allen Thüringer Service – Stellen von Pro Arbeit konnten bisher 174 Vermittlungen verbucht werden. Wie schon gesagt – eine Erfolgsstory.
Wolfgang Bäthe, Team Projekt Pro Arbeit/Horizont
Autor: nnz

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