Vorsorge und Aufklärung
Montag, 09. November 2009, 10:53 Uhr
Vorsorgeuntersuchungen und Aufklärung zählen zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Diabetes. Denn die Stoffwechselerkrankung ist hierzulande eine der häufigsten chronischen Leiden mit stetig steigender Zahl der Betroffenen sowie hoher Dunkelziffer. Die 579 Apotheken in Thüringen sind eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen zu Diabetes.
Jeder achte Deutsche über 20 Jahren leidet an Diabetes. Damit zählt die Bundesrepublik weltweit zu den Ländern mit der größten Erkrankungsrate. Experten gehen davon aus, dass in 20 Jahren sogar jeder siebte Deutsche an Diabetes leiden wird. "Diese Entwicklung ist äußert besorgniserregend. Vor allem die Zahl der so genannten
Typ-2-Diabetiker nimmt ständig zu", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis).
Anders als bei Typ-1-Diabetes, wo die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert, können Typ-2-Diabetiker der Krankheitsentstehung in vielen Fällen durch einen bewussten Lebensstil vorbeugen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung. Neben der genetischen Veranlagung stellt Übergewicht die Hauptursache für die Erkrankung dar.
Das Problem: Die Krankheit beginnt meist unmerklich. "Diabetes bleibt oft lange unerkannt, denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel verursacht anfangs kaum Beschwerden", so Garke. Symptome wie vermehrter Durst, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder schlecht heilende Wunden werden von den Betroffenen oft nicht als Anzeichen einer Krankheit wahrgenommen.
Der Apotheker rät daher zu Vorsorgechecks: "Wer regelmäßig seine Blutzuckerwerte bestimmen lässt, kann frühzeitig auf Veränderungen aufmerksam gemacht werden und etwas gegen die Manifestation der Erkrankung unternehmen." Zudem ist die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) aus Körpergröße und -gewicht sinnvoll.
Fatal ist für die Betroffenen, wenn die Krankheit nicht erkannt wird und dadurch unbehandelt bleibt. "Durch permanent erhöhte Blutzuckerwerte können folgenschwere Komplikationen auftreten, die meist durch Veränderungen in den Blutgefäßen bedingt sind", erklärt Garke. Die Zerstörung von Nervenfasern führt zu Empfindungsstörungen in Händen und Füßen. Durchblutungsstörungen kleinerer Gefäße können Augen und Nieren schaden. Jährlich versterben mehr als 50.000 Menschen in Deutschland an den Folgen der Volkskrankheit.
"Vor allem Diabetiker benötigen eine intensive pharmazeutische Betreuung", sagt Garke. So müsse der Umgang mit Insulinpens, Stechhilfen und Blutglucosemessgeräten intensiv geschult werden. Außerdem könnten in Beratungsgesprächen und Vorsorgeuntersuchungen Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko ausfindig gemacht und an einen Arzt verwiesen werden.
Autor: nnzJeder achte Deutsche über 20 Jahren leidet an Diabetes. Damit zählt die Bundesrepublik weltweit zu den Ländern mit der größten Erkrankungsrate. Experten gehen davon aus, dass in 20 Jahren sogar jeder siebte Deutsche an Diabetes leiden wird. "Diese Entwicklung ist äußert besorgniserregend. Vor allem die Zahl der so genannten
Typ-2-Diabetiker nimmt ständig zu", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis).
Anders als bei Typ-1-Diabetes, wo die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert, können Typ-2-Diabetiker der Krankheitsentstehung in vielen Fällen durch einen bewussten Lebensstil vorbeugen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung. Neben der genetischen Veranlagung stellt Übergewicht die Hauptursache für die Erkrankung dar.
Das Problem: Die Krankheit beginnt meist unmerklich. "Diabetes bleibt oft lange unerkannt, denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel verursacht anfangs kaum Beschwerden", so Garke. Symptome wie vermehrter Durst, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder schlecht heilende Wunden werden von den Betroffenen oft nicht als Anzeichen einer Krankheit wahrgenommen.
Der Apotheker rät daher zu Vorsorgechecks: "Wer regelmäßig seine Blutzuckerwerte bestimmen lässt, kann frühzeitig auf Veränderungen aufmerksam gemacht werden und etwas gegen die Manifestation der Erkrankung unternehmen." Zudem ist die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) aus Körpergröße und -gewicht sinnvoll.
Fatal ist für die Betroffenen, wenn die Krankheit nicht erkannt wird und dadurch unbehandelt bleibt. "Durch permanent erhöhte Blutzuckerwerte können folgenschwere Komplikationen auftreten, die meist durch Veränderungen in den Blutgefäßen bedingt sind", erklärt Garke. Die Zerstörung von Nervenfasern führt zu Empfindungsstörungen in Händen und Füßen. Durchblutungsstörungen kleinerer Gefäße können Augen und Nieren schaden. Jährlich versterben mehr als 50.000 Menschen in Deutschland an den Folgen der Volkskrankheit.
"Vor allem Diabetiker benötigen eine intensive pharmazeutische Betreuung", sagt Garke. So müsse der Umgang mit Insulinpens, Stechhilfen und Blutglucosemessgeräten intensiv geschult werden. Außerdem könnten in Beratungsgesprächen und Vorsorgeuntersuchungen Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko ausfindig gemacht und an einen Arzt verwiesen werden.
