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Tagung im Harz

Montag, 09. November 2009, 07:17 Uhr
205 Vertreterinnen und Vertreter der 58 deutschen Gebirgs- und Wandervereine kamen am Wochenende zu einer Fachtagung des Deutschen Wanderverbandes nach Allrode. Referenten und Teilnehmer beschäftigten sich mit dem Harz als Modellregion für die positive Verbindung von Mensch und Natur.

Gewandert (Foto: privat) Gewandert (Foto: privat)

Sachsen-Anhalts Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens, Schirmherr und Ehrengast der Fachveranstaltung, sagte am Samstag: „Naturschutz, Förderung des sanften Tourismus, Gesundheitsvorsorge, Heimatpflege, Völkerverständigung – all das sind Leistungen der deutschen Gebirgs- und Wandervereine.“ Er begrüßte die Teilnehmer, die aus der ganzen Bundesrepublik angereist waren: „Sie haben gut gewählt, in den Harz zu kommen.“ Das Tagungsmotto „20 Jahre vereinigtes Wanderland – 20 Jahre Natur- und Kulturerlebnis am Grünen Band“ passe hervorragend zum Harz.

„20 Jahre nach der friedlichen Revolution in Deutschland ist das Grüne Band ein kulturgeschichtliches Monument und nationales Naturerbe“, so der Minister. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Rainer Schulz. Dr. Schulz wurde vom Präsidenten des Deutschen Wanderverbandes, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, die Goldene Ehrennadel verliehen, für besondere Verdienste für das Wandern in Deutschland.

Landrat Dr. Michael Ermrich, gleichzeitig Vorsitzender des Mitorganisators Harzklub, erinnerte daran, dass die Bürger der DDR Ende 1989 auch auf dem Brocken die Mauer überwunden haben. Der länderübergreifende Natur- und Nationalpark Harz seien etwas ganz Besonderes in Deutschland und ein Zeichen für die gelungene Wiedervereinigung.

Die ehemalige innerdeutschen Grenze ist heute eine Verbindungslinie für naturnahe Lebensräume mit schützenswerten Pflanzen und Tieren. Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz stellte am Samstag das europäische Projekt „Green Belt“ vor. „Hier wird eine Todeszone zur Lebenslinie“, so Riecken. Nach dem Vorbild des Grünen Bandes, das von der Ostsee bis ins Vogtland führt, verbindet der „Green Belt“ Nord- mit Südeuropa. Entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“ entstehen europäische Modellregionen, die Naturschutz, Umweltbildung und umweltverträglichen Tourismus verbinden. Eine davon sei der Harz, in dem europäische Zusammenarbeit erprobt und das
Zusammenwachsen des Kontinents sichtbar werde, sagte der Referent des Bundesamtes.

Dr. Erich Krauß, in der DDR Präsident der organisierten Wanderer, jetzt Vorstandsmitglied des Deutschen Wanderverbandes, berichtete vor den Medienreferenten der Wandervereine als Zeitzeuge des Herbstes 1989. Damals gab es ein erstes offizielles Treffen der beiden Wanderverbände DWBO und Wanderverband. „Wir dachten, es kommen Funktionäre, aber es kamen Menschen“, erinnerte sich Dr. Krauß. Aus den ersten vorsichtigen Begegnungen sind feste Verbindungen zwischen den ost- und westdeutschen Vereinen unter einem gemeinsamen Dach geworden.

Verbandspräsident Dr. Rauchfuß sagte: „Wanderfreundschaften haben 40 Jahre Trennung problemlos überstanden. Und in den letzten 20 Jahren sind viele neue entstanden, was auch in dieser gemeinsamen Tagung im Herzen Deutschlands und Europas sichtbar wird.“
Autor: nnz

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