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Wacker scheiterte an spielerischen Schwächen

Sonntag, 17. September 2000, 17:24 Uhr
Wacker Nordhausen: Michael - Ludwig - Klause, Elle - Fernschild, Pistorius, Mank, Schneider, Wiegleb (63. Prokosch) - Rüdiger (73, Grunig), Kurzeja.
1:0 Kurzeja (20.)
1:1 Manislavic (47.)
1:2 Wagefeld (52., Foulelfmeter)
Zuschauer: 1.692

Nordhausen (nnz). Wacker Nordhausen hat das Punktspiel gegen Dynamo Dresden verloren. Das ist der Fakt. Doch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie trotz der dünnen Personaldecke in der Oberliga mithalten kann. Mag dem einen oder anderen das Ergebnis nicht gefallen, der Verein ist - sportlich gesehen - auf dem richtigen Weg. Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Spieler kein Oberliga-Niveau haben. Wacker Nordhausen besinnt sich gerade in dieser schweren Zeit auf seine einstige (vielleicht auch einzige) Tugend, den Kampf.
Spielerisch läuft in der Elf schon seit Jahren nicht viel zusammen, da werden die Bälle sinnlos nach vorn geschlagen, da kommen Pässe selbst auf Nahdistanz nicht beim Mitspieler an. Einzig Frank Schneider vermag da etwas Ruhe zu vermitteln.
Zu Spielgeschehen: Dresden macht von Beginn an Druck, kann spielerisch und läuferisch voll überzeugen. Den Elbestädtern merkt man an, dass sie in Nordhausen Tabellenplätze gutmachen wollen. Doch Wackers Abwehr steht solide, baut die ersten Konter auf. In der 20. Minute läuft der ansonst schwach spielende Pistorius rechts durch, flankt den Ball flach und überlegt auf den heraneilenden Kurzeja. Der lässt sich dieses "Ding" nicht entgehen und schießt präzise zur Wacker-Führung ein. Durch das Tor verliert Dresden, das in den zurückliegenden fünf Jahren in Nordhausen nicht gewinnen konnte, den Faden. Wacker gelingt es jedoch nicht, das zweite Tor zu machen.
Nach der Pause geht es dann ziemlich schnell. Gewühl im Wacker-Strafraum, der Ball kann nicht rausgehauen werden und Manislavic haut das Leder aus Nahdistanz rein. Michael im Nordhäuser Tor hat keine Chance. Nur fünf Minuten später wird der Dresdner Milenkovic durch Elle ungeschickt im Strafraum weggestoßen, Schiri Ruzik pfeift Elfmeter, den Wagefeld verwandelt.
Wacker bäumt sich in der letzte Viertelstunde zwar noch mal auf, doch Kurzeja kann seine Chancen (76. und 89.) nicht verwandeln. Dresden gewinnt, Wacker verliert das erste Spiel vor heimischem Publikum. Die Nordhäuser Fans feierten ihre Mannschaft, auch die rund 300 Dresdner Fans waren zufrieden. Nur die Polizei hatte nach dem Spiel alle Hände voll zu tun. Die Beamten mussten mehrere Nordhäuser und Dresdner Randalierer vorläufig festnehmen.
Übrigens: Die erste Spendenaktion, zu der das neue Wacker-Präsidium aufgerufen hatte, brachte 554 Mark für den Neuanfang. 20 Mark davon gab nach Spielende der Dynamo-Trainer Cor Pot.
Autor: psg

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