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Samstag, 26. Oktober 2002, 17:53 Uhr
Nordhausen (nnz). Nach dem sich Vertreter der Nordhäuser Wirtschaft mehrheitlich für das Industriegebiet in der Goldenen Aus ausgesprochen haben, meldet sich die dortige Bürgerinitiative zu Wort. Sie meint: „Eine Diskussion über geplantes Industriegebiet ist auch weiterhin sehr wichtig!“ Mehr dazu im nnz-Forum.


Anders als Vertreter der Wirtschaft und der Stadtverwaltung Nordhausen, sieht die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue die öffentlichen Diskussionen und Auseinandersetzungen als das eigentlich positive Ergebnis im Rahmen der Planung eines Industriestandortes. Die Bürgerinitiative ist der Meinung, daß, wie in der Vergangenheit geschehen, Planungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg, hinter verschlossenen Türen zu keinem, für unsere Region positive Ergebnis, führen.

Missstände zu verschweigen und eine „heile Welt“ vorzugaukeln, der nach und nach der Boden entzogen wird, hatten wir 40 Jahre. Das Ergebnis ist allen bekannt. Nur durch die massive Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiative wurde das große Entwicklungsproblem unserer Region und die vollkommen unzureichende Planung des Industriegebietes sichtbar. Erst durch Herstellen einer öffentlichen Diskussion über Entwicklungschancen unserer Region haben sich gerade die Wirtschaftsvertreter bewusst gemacht, das ein Industriestandort allein noch nicht für Aufschwung sorgt, sondern das nur ein gemeinsamer Kraftakt von Politik, Wirtschaft und Bürgern wichtig wäre.

Der Begriff „Entwicklungskonzept“ wurde bis Dato von Verwaltung und Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhausen komplett ignoriert. Man ignoriert noch heute, das die Förderpolitik des Landes und der Stadt vollkommen ungeeignet ist, in unserer Region eine nachhaltige Industrieentwicklung zu ermöglichen, die darauf ausgerichtet ist, langfristig den Arbeitsmarkt abzusichern. Die Realitäten bestätigen dieses Manko eindringlich. Die „Investoren“, schöpfen alle erdenklichen Fördertöpfe ab und sobald die Bindungsfrist ausläuft, verabschieden diese sich mit fadenscheinigen Gründen. Reemtsma, Löblein, Eckes, sind nur einige dieser „Vorzeigebetriebe“, denen letztlich vollkommen egal ist, was mit den Beschäftigten, mit einer ganzen Region passiert.

Die Planungen der Nordhäuser Stadtverwaltung und des Planungsverbandes Industriegebiet stützt genau diese „Variante“ der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Damen und Herren können sich natürlich damit „schmücken“ wenn es ihnen gelingen sollte, wiedereinmal einen „Investor“ an Land zu ziehen. Wenn sich dieser aber wieder verabschiedet, übt man sich nicht etwa in selbstkritischem Verhalten, sondern äußert nur seine „Bestürzung“, spricht von der „Fratze des Kapitalismus“ und geht zur „Tagesordnung“ über und plant halt einen neuen Standort auf der grünen Wiese. Oder ist nicht mehr im Amt....

Das die Vertreter der heimischen Wirtschaft gerade dieses Verhalten tolerieren, ist für die BI vollkommen unverständlich. Gerade einige Vertreter dieser Wirtschaftsverbände haben doch erkannt, das unsere Region mehr braucht, als uns das Nordhäuser Wirtschaftsdezernat bisher geboten hat.

Markige Worte wie: “Nordhausen ist und bleibt eine Industriestadt“ zeugen von wenig Weitsicht. Genauso haben dann die Bewohner der Goldenen Aue das Recht zu sagen: „Die Goldene Aue war immer eine Domäne der Landwirtschaft und wird es auch bleiben. Das bessere Ergebnis nachhaltiger Entwicklung hat die Goldene Aue. Hier sind vor über 10 Jahren Arbeitsplätze in den landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften entstanden, die so machen, hochgelobten „Industrieleuchtturm“ seit langen überlebt haben.

Daher wird die BI gerade in der nächsten Zeit die Missstände und Unzulänglichkeiten dieser Planung öffentlich machen. Die Bürger in Nordhausen und in der Goldenen Aue haben ein Recht darauf, zu erfahren, mit welcher Qualität ihre Zukunft gestaltet werden soll.
Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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