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Was hörst du?!

Montag, 12. Oktober 2009, 11:22 Uhr
Was hörst du?! Diese Frage dürfte dem ein oder anderen Jugendlichen in Nordhausen längst nicht mehr unbekannt sein. Denn seit Februar diesen Jahres wurden mit dieser Ausgangsfrage mehr als 600 Jugendliche und auch einige Junggebliebene durch den Rockhaus-Verein zu ihrem Musikgeschmack befragt.

Im Liegestuhl: Der Vorstand (Foto: KJR)
Im Rahmen des Bundesprogramm Vielfalt tut gut und dem damit verbundenen lokalen Aktionsplan der Stadt Nordhausen ging es dabei aber nicht nur um Musik, sondern vielmehr um den Zusammenhang von musikalischen Vorlieben und politischen Meinungen.

Nur allzu oft sind die Bilder in der Öffentlichkeit z.B. von Metalfans gleich rechte Schläger o.Ä. - von Vorurteilen geprägt. Die Jugendlichen und Pädagogen des Vereins, die sich in diesem Projekt engagieren, haben sich die Frage gestellt, ob an diesen Vorurteilen etwas dran sein könnte und was man generell über die Jugendmusikkultur in dieser Region herausfinden kann. Heraus gekommen ist dabei ein bunter und umfangreicher Fragebogen, der nicht nur Musikgeschmack, politische Meinungen, Alter oder Geschlecht erfragt.

Der Fragebogen forderte von den Jugendlichen auch Informationen zum Kleidungsstil in der Szene, verfeindete Szenen, Botschaften und Wünsche, die die Jugendlichen an Eltern, Lehrer und die Stadt haben. Ca. 100 Jugendlichen waren im Rahmen dieser Befragung sogar bereit, ihre Meinung noch einmal in einem anonymen Interview genauer darzustellen. Der neue Vorstand des Rockhaus e.V. ist begeistert von so viel Engagement der Nordhäuser Jugend beim Ausfüllen der Bögen und bedankt sich recht herzlich bei allen Befragten.

Aber wie geht es weiter? Derzeit werden die Fragebögen hinsichtlich verschiedener Schwerpunkte ausgewertet und im Anschluss wird es eine kleine kostenfreie Broschüre für Pädagogen, Jugendarbeiter und interessierte Eltern geben, die darüber aufklärt, wie sich bestimmte Jugendmusikkulturen auch optisch äußern, welche Meinungen im Hintergrund wichtig sind und vor allem bei welchen Zeichen und Symboliken der rechten Szene jeder aufpassen sollte.

Nicht zuletzt verraten Kleidungstücke und auch der ein oder andere Spruch recht viele über die jeweilige Person. Wichtig ist dabei, dass was viele Jugendliche auch in ihren Fragebogen eingefordert haben, es geht nicht um Vorverurteilung und Schubladendenken, sondern darum, aufzuklären und sensibel für das zu machen, was uns Jugendliche über Kleidung und Musik mitteilen möchten und darum als Eltern, Lehrer, Freunde etc. einfach genauer hinzuhören.

In diesem Zusammenhang lädt auch der Rockhaus e.V alle Interessierten ein, am 28. 10. 2009 um 16.30 die kostenlose Fortbildung des Kreisjugendring Nordhausen „Argumente gegen rechte Parolen“ zu besuchen. Anmeldungen hierzu werden direkt beim Kreisjugendring unter 03631-982509 entgegen genommen.
Sabine Reich
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