nnz-online

Verhandlungen liegen auf Eis

Dienstag, 22. Oktober 2002, 12:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Viel wurde in und auch um Nordhausen über die Umgestaltung des Pferdemarktes der Rolandstadt diskutiert. Ein neues Einkaufszentrum soll da entstehen. Nach nnz-Informationen sind die Verhandlungen mit den Investoren ins Stocken gekommen.


Noch immer da „Am Pferdemarkt handelt es sich um eine äußerst sensible Investition. Als Stadt wollen wir erst Verträge unterschreiben, wenn uns ein Investor nicht nur ein städtebaulich anspruchsvolles Konzept anbietet, sondern auch die Vermietung und Vermarktung mit unseren Vorstellungen in Übereinstimmung gebracht wird“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) im nnz-Gespräch.

Momentan sind die Verhandlungen mit dem favorisierten Investor auf das berühmte Eis gelegt worden. Er konnte der Stadt kein schlüssige Konzept für die Vermarktung vorlegen. Statt eines Kaufhauses soll nach nnz-Informationen ein großflächiges SB-Warenhaus angeboten worden sein. Das aber als „Herz“ des Einkaufszentrums sei zu wenig. So könne die Gefahr bestehen, dass die Nordhäuser Altstadt nicht - wie angedacht - von der neuen Einkaufsoase profitiere, sondern vielleicht platt gemacht werde. Noch im August kündigte Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) eine Vertragsunterzeichnung für den 30. September an.

Auch im Nordhäuser Rathaus weiß man um den gegenwärtigen Zustand des Einzelhandels. Da bildet Nordhausen keine Ausnahme. Wie also raus aus diesem Dilemma? Für die Oberbürgermeisterin ist klar: „Wir brauchen vielleicht eine ausgefallene Idee, wir brauchen etwas, was es in einem Umkreis von mehr als 60 oder 70 Kilometer noch nicht gibt. Die Stadtverwaltung ist also offen für weitere Gespräche, auch mit anderen Investoren.

Für einen der Investoren ist klar, dass sich in Nordhausen in diesem und auch in den kommenden Jahren keine „mega exklusive Marktlandschaft“ etablieren lässt. Was machbar ist, dass wäre eine „leistungsfähige Mittelklasse“. Auch aus seiner Sicht scheinen die Verhandlungen festgefahren, ein neuer Gesprächstermin seitens der Stadt sei nicht festzustellen. Ginge es nach ihm, dann müsste der „neue Pferdemarkt“ bis zum Beginn der Landesgartenschau fertig sein. Dieser Termin sei jedoch nur noch schwerlich zu halten. Ein Jahr Bauzeit wird veranschlagt, zuvor muß abgerissen werden. Auch die Intention der Stadt, die beiden an der alten Polizei angrenzenden Wohnblöcke mit abzureißen, hält er nicht für günstig.

Das möchte die Stadtverwaltung aber gern in das vorzulegende Konzept integriert wissen. Solange diese Prämissen nicht erfüllt seien gibt es keine Unterschrift unter einen Vertrag. Zu schmerzlich seien die Erinnerungen hinsichtlich der Vorgänge um das Quartier in der Bäckerstraße. Und eigentlich muß das neue Einkaufs- und Geschäftszentrum am Pferdemarkt nicht unbedingt vor der Landesgartenschau fertig sein. Schließlich könne ja auch eine große innerstädtische Baustelle durchaus ihre Reize haben.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de