Stück für Stück verschwindet Brücke
Dienstag, 22. Oktober 2002, 12:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Als einen Glücksfall für die Rolandstadt bezeichnete die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) den Neubau der Zeppelinbrücke. Doch bevor gebaut wird, muß abgerissen werden. Symbolisch bediente Barbara Rinke heute den Kran. nnz war dabei.
Das Herausheben eines Segments der Zeppelinbrücke in Nordhausen hatte lediglich symbolischen Charakter. Die Bauarbeiter der Gemeinschaft Schachtbau-Kemna-Strabag wollten eigentlich nicht warten. Sie hatten sich bereits seit Tagen an der jetzigen Brücke zu schaffen gemacht. Noch einige Tage - und von der über 70 Jahre alten Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn wird nicht mehr viel zu sehen sein.
Das neue Bauwerk soll - so der Plan - bis zum Jahresende 2003 fertig sein. Im Unterschied zur alten Brücke - die aus drei Einzelbauwerken besteht - wird die neue in Richtung Oscar-Cohn-Straße über die vorgelagerten Gleise der Harzer Schmalspurbahn reichen, und für den Fahrzeugverkehr offen sein. Auf der Westseite der neuen 7,5 Meter breiten Brücken-Fahrbahn entsteht zugleich ein 2,5 Meter breiter kombinierter Rad-/Gehweg.
Die Nordhäuser Zeppelin-Brücke verbindet die Unterstadt mit dem südlichen Stadtrand und dem dort verlaufenden Darrweg. Der wiederum ist als Verkehrstangente der Stadt die Verbindung zwischen der Bundesstraße 4 Richtung Erfurt und der B 80 Richtung Worbis. Die neue Brücke wird 323 Meter lang sein, hinzu kommt eine neue 55 Meter lange Auffahrtsrampe von der Oscar-Cohn-Straße aus. Das wird die längste Brücke der Stadt, sagt Jens Kohlhause, der Leiter des Nordhäuser Bauamtes.
Der Neubau der Brücke ist eine 9,8 Millionen-Euro-Investition. Davon stellt der Bund 8,1 Millionen als Fördermittel aus dem Sonderprogramm zur Sanierung von Eisenbahn-Kreuzungsanlagen bereit. Das Programm läuft 2003 aus. Die Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt. Wir können jetzt relativ kostengünstig die Brücke sanieren. Der zweite positive Effekt: Weil die neue Brücke auch für den Fahrzeugverkehr offen ist, wird zugleich die Verkehrssituation in Nordhausen noch einmal deutlich besser: Autofahrer auf der B 80 müssen nicht mehr ewig an der so oft geschlossenen Bahn-Schranke in der Freiherr-vom-Stein-Straße warten. Sie können einfach über die parallel verlaufende neue Brücke ausweichen. Die Staus haben dann hoffentlich ein Ende, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. Wenn die bisherigen Prognosen stimmen, dann sollen nach der Fertigstellung mehr als 5.000 Fahrzeuge pro Tag über die neue Brücke rollen.
Abriss beziehungsweise Neubau vollziehen sich in zwei Etappen: Bis Mai 2003 wird zuerst der südliche Brückenteil - mit einer Abfahrt in der Brückenmitte - und der neuen Straße Richtung Darrweg gebaut. Danach geht es von der Brückenmitte aus in Richtung Oscar-Cohn-Straße weiter, einschließlich der Überbrückung die Gleise der Schmalspurbahn. Die nördliche Abfahrt der Brücke endet damit unmittelbar in der Oscar-Cohn-Straße, erklärte Kohlhause.
Trotz des Straßenbaus vom Darrweg aus hinauf zur Brücke sollen so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben, kündigte Kohlhause an. Deshalb werde man die neue Fahrbahn teilen. Ein Großteil der Kastanienbäume, die derzeit den rechten, östlichen Wegesrand begrenzten, würden künftig den Mittelstreifen der neuen Straße bilden. In einem landschaftspflegerischen Begleitplan sei festgelegt, wie einzelne Bäume und Sträucher, die entfernt werden müssten, durch Neu-Pflanzungen an anderer Stelle ersetzt werden könnten.
Bis Mitte Mai 2003, also bis zum Abschluss des ersten Bauabschnittes, werde die Brückenmitte über die Oscar-Cohn-Straße erreichbar sein. Das sei wichtig, damit die dortigen Anlagen des Bahnbetriebs erreichbar und der Zugang für private Anlieger frei sei. Ab Mitte Mai bis zum Bauende kommt man zum Mittelabschnitt nur noch über den neuen Brückenabschnitt vom Darrweg aus. Gleichzeitig kommt man für die gesamte Bauzeit zu Fuß nicht mehr durchgängig von der Oscar-Cohn-Straße bis zum Darrweg. Das ist besonders für die Nutzer der benachbarten Gartenanlage wichtig, die die Brücke rege genutzt haben, sagte Bauamtsleiter Kohlhause. Die Sicherheitsvorschriften der Deutschen Bahn AG ließen ein Überqueren der Bahnanlage während der Bauzeit nicht zu. Dafür bitte ich herzlich um Verständnis. Wir empfehlen, die neu eingerichteten Linien B und C des Stadtbusses zu nutzen. Ansonsten stehen als Umleitung die Freiherr-vom-Stein-Straße und der Darrweg zur Verfügung.
Autor: nnz
Das Herausheben eines Segments der Zeppelinbrücke in Nordhausen hatte lediglich symbolischen Charakter. Die Bauarbeiter der Gemeinschaft Schachtbau-Kemna-Strabag wollten eigentlich nicht warten. Sie hatten sich bereits seit Tagen an der jetzigen Brücke zu schaffen gemacht. Noch einige Tage - und von der über 70 Jahre alten Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn wird nicht mehr viel zu sehen sein.Das neue Bauwerk soll - so der Plan - bis zum Jahresende 2003 fertig sein. Im Unterschied zur alten Brücke - die aus drei Einzelbauwerken besteht - wird die neue in Richtung Oscar-Cohn-Straße über die vorgelagerten Gleise der Harzer Schmalspurbahn reichen, und für den Fahrzeugverkehr offen sein. Auf der Westseite der neuen 7,5 Meter breiten Brücken-Fahrbahn entsteht zugleich ein 2,5 Meter breiter kombinierter Rad-/Gehweg.
Die Nordhäuser Zeppelin-Brücke verbindet die Unterstadt mit dem südlichen Stadtrand und dem dort verlaufenden Darrweg. Der wiederum ist als Verkehrstangente der Stadt die Verbindung zwischen der Bundesstraße 4 Richtung Erfurt und der B 80 Richtung Worbis. Die neue Brücke wird 323 Meter lang sein, hinzu kommt eine neue 55 Meter lange Auffahrtsrampe von der Oscar-Cohn-Straße aus. Das wird die längste Brücke der Stadt, sagt Jens Kohlhause, der Leiter des Nordhäuser Bauamtes.
Der Neubau der Brücke ist eine 9,8 Millionen-Euro-Investition. Davon stellt der Bund 8,1 Millionen als Fördermittel aus dem Sonderprogramm zur Sanierung von Eisenbahn-Kreuzungsanlagen bereit. Das Programm läuft 2003 aus. Die Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt. Wir können jetzt relativ kostengünstig die Brücke sanieren. Der zweite positive Effekt: Weil die neue Brücke auch für den Fahrzeugverkehr offen ist, wird zugleich die Verkehrssituation in Nordhausen noch einmal deutlich besser: Autofahrer auf der B 80 müssen nicht mehr ewig an der so oft geschlossenen Bahn-Schranke in der Freiherr-vom-Stein-Straße warten. Sie können einfach über die parallel verlaufende neue Brücke ausweichen. Die Staus haben dann hoffentlich ein Ende, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. Wenn die bisherigen Prognosen stimmen, dann sollen nach der Fertigstellung mehr als 5.000 Fahrzeuge pro Tag über die neue Brücke rollen.
Abriss beziehungsweise Neubau vollziehen sich in zwei Etappen: Bis Mai 2003 wird zuerst der südliche Brückenteil - mit einer Abfahrt in der Brückenmitte - und der neuen Straße Richtung Darrweg gebaut. Danach geht es von der Brückenmitte aus in Richtung Oscar-Cohn-Straße weiter, einschließlich der Überbrückung die Gleise der Schmalspurbahn. Die nördliche Abfahrt der Brücke endet damit unmittelbar in der Oscar-Cohn-Straße, erklärte Kohlhause.
Trotz des Straßenbaus vom Darrweg aus hinauf zur Brücke sollen so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben, kündigte Kohlhause an. Deshalb werde man die neue Fahrbahn teilen. Ein Großteil der Kastanienbäume, die derzeit den rechten, östlichen Wegesrand begrenzten, würden künftig den Mittelstreifen der neuen Straße bilden. In einem landschaftspflegerischen Begleitplan sei festgelegt, wie einzelne Bäume und Sträucher, die entfernt werden müssten, durch Neu-Pflanzungen an anderer Stelle ersetzt werden könnten.
Bis Mitte Mai 2003, also bis zum Abschluss des ersten Bauabschnittes, werde die Brückenmitte über die Oscar-Cohn-Straße erreichbar sein. Das sei wichtig, damit die dortigen Anlagen des Bahnbetriebs erreichbar und der Zugang für private Anlieger frei sei. Ab Mitte Mai bis zum Bauende kommt man zum Mittelabschnitt nur noch über den neuen Brückenabschnitt vom Darrweg aus. Gleichzeitig kommt man für die gesamte Bauzeit zu Fuß nicht mehr durchgängig von der Oscar-Cohn-Straße bis zum Darrweg. Das ist besonders für die Nutzer der benachbarten Gartenanlage wichtig, die die Brücke rege genutzt haben, sagte Bauamtsleiter Kohlhause. Die Sicherheitsvorschriften der Deutschen Bahn AG ließen ein Überqueren der Bahnanlage während der Bauzeit nicht zu. Dafür bitte ich herzlich um Verständnis. Wir empfehlen, die neu eingerichteten Linien B und C des Stadtbusses zu nutzen. Ansonsten stehen als Umleitung die Freiherr-vom-Stein-Straße und der Darrweg zur Verfügung.
