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Studie: Wachsende Zuversicht?

Mittwoch, 30. September 2009, 08:30 Uhr
Die Zuversicht in den Neuen Bundesländern ist noch immer am geringsten in ganz Deutschland - daran hat sich seit Herbst 2008 nichts geändert. Doch im Vergleich zum Vorjahr ist der Optimismus im Osten der Bundesrepublik deutlich gestiegen. Jedoch unter dem bundesweiten Durchschnitt...

Studie (Foto: Allianz) Studie (Foto: Allianz)

Während im Herbst 2008 nur 11 Prozent der Bürger in den Neuen Bundesländern die zukünftige Entwicklung Deutschlands zuversichtlich einschätzten, sind es nun 20 Prozent. Mit Blick auf ihr persönliches Leben sind die Menschen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bundesweit die Einzigen mit höherer Zuversicht als noch im Vorjahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten, repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einer Untersuchung der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim.

Optimistischer als im Herbst 2008
Ihre persönliche Zukunft beurteilen die Befragten im Osten Deutschlands insgesamt besser als noch vor einem Jahr. Vor allem die Zuversicht für die eigene finanzielle Situation ist auf 39 Prozent deutlich um 10 Prozentpunkte gestiegen. Fragt man die Bürger nach ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands dann sind, genau wie im Vorjahr, 17 Prozent zuversichtlich. Am hoffnungsvollsten sind die Menschen, wenn es um ihr Privatleben generell (60%) und um ihr Zuhause (83%) im besonderen geht. Hier liegen sie mit den bundesweiten Werten fast gleich
auf.

Auch das Vertrauen in die gesetzlichen Sicherungssysteme ist gestiegen: Jeder Vierte ist zuversichtlich, wenn er an seine Versorgung im Alter denkt. 38 Prozent der Menschen in den Neuen Bundesländern sind optimistisch für ihre Versorgung bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit. „In Krisenzeiten können die Menschen nicht so viel Geld zurücklegen. Dadurch vertrauen sie den staatlichen Sicherungssystemen wieder mehr“, sagt Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Studie wissenschaftlich begleitet.

Auffällig ist auch, dass im Osten etwas mehr Frauen (43%) zuversichtlich in ihre persönliche Zukunft blicken als die Männer (41%). Das ist eine Ausnahme. Denn außer in Niedersachsen und den Neuen Bundesländern zeigen sich die Männer optimistischer.

Die Zuversicht erreicht einen Tiefpunkt
Während in Gesamtdeutschland vier von zehn Bürgern (41%) zuversichtlich für die Sicherheit ihres eigenen Arbeitsplatzes sind, ist es in den Neuen Bundesländern nur jeder Dritte (33%). Noch größer sind die Sorgen um die Sicherheit der deutschen Arbeitsplätze allgemein. Nur noch 6 Prozent der Befragten sind bei diesem Thema zuversichtlich.

Mit dieser Einschätzung bilden die Neuen Bundesländer gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich: „Die Arbeitslosenquote, die im Osten der Republik mit 13 Prozent immer noch fast doppelt so hoch ist wie in Westdeutschland, drückt auf die Stimmung der Bürger“, sagt Professor Brettschneider. „Insgesamt ist in den Neuen Bundesländern aber ein deutlicher Aufwärtstrend der Zuversicht in persönlichen und gesellschaftlichen Lebensbereichen zu erkennen.“

Die Allianz Zuversichtsstudie


Basis der Allianz Zuversichtsstudie, einer gemeinschaftlich durchgeführten Untersuchung der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, sind repräsentative monatliche Befragungen mit mindestens je 500 – 1.000 Interviewpartnern. Im dritten Quartal 2009 wurden insgesamt 1.504 Interviews geführt. Ziel der Allianz Zuversichtsstudie ist es, die Stimmungslage in Deutschland zu erheben.

Dazu untersucht die Studie regelmäßig die Zuversicht der Menschen im Lande für die jeweils kommenden zwölf Monate in insgesamt zwölf Lebensbereichen – sechs persönlichen und sechs übergreifenden, gesellschaftlichen Bereichen. Die aktuellen Ergebnisse der Allianz Zuversichtsstudie sowie Trends, die sich daraus ablesen lassen, werden der Öffentlichkeit in der Regel vierteljährlich vorgestellt. Die Ergebnisse des vierten Quartals 2009 erscheinen im Dezember 2009.
Autor: nnz/kn

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