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Thüringer Unternehmer mit Kritik

Freitag, 18. Oktober 2002, 16:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Perspektiven für die Thüringer Wirtschaft haben sich aus Sicht der Manager und Führungskräfte rapide verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 100 Thüringer Betrieben.


"Thüringens Wirtschaft steht vor einem harten Winter", kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die gegenwärtige Stimmungslage. Immerhin beurteilen 95 Prozent der befragten Manager die Ergebnisse der rot-grünen Koalitionsvereinbarung mit schlecht und erwarten 62 Prozent negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Mehr als drei Viertel befürchten steigende Kosten und eine verschlechterte Ertragslage, die bei 10 Prozent sogar zur Geschäftsaufgabe führen könnte.

"Derzeit läuft in der Politik der skurrile Wettbewerb, wie man die Unternehmen am besten mit offenen oder verdeckten Steuererhöhungen belasten kann", so Grusser mit Blick auf die vorgesehenen steuerpolitischen Maßnahmen. Die Folgen seien dramatisch: 62 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen zurückstellen; jeder zweite denkt an weiteren Arbeitskräfteabbau. Ginge es nach den Unternehmern, müsste die Bundesregierung in einem "Masterplan" zunächst die Reform der Sozialsysteme zur Senkung der Lohnnebenkosten in Angriff nehmen (82 Prozent) und über Deregulierung und Bürokratieabbau unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen schaffen (71 Prozent).

Vom neuen Minister für Verkehr, Bau und Aufbau Ost - dem früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe - erwartet nur ein Viertel der Thüringer Führungskräfte neue Impulse für Ostdeutschland. Für die Mehrheit wäre ein Generationswechsel die bessere Alternative gewesen.
Autor: nnz

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