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Freitag, 25. September 2009, 14:23 Uhr
Die Zeitungsnachshow beschäftigt sich heute natürlich mit der Bundestagswahl. Und dann hat sich alles (hoffentlich) ausgewählt...


Montag bis Freitag
wurde nur einer medienwirksam umworben: Der unentschlossene Wähler. So oft, liebe Mitbürger, waren wir alle noch nicht in Presse, Funk und Fernsehen vertreten. Ein bisschen ärgerlich ist nur, dass es keine Bilder von uns gab. Man redete von uns als graue Masse. Dabei will man doch, dass wir schwarz, rot, grün oder gelb werden, aber keinesfalls braun und das ist auch gut so. Ich will Ihnen auch gern sagen warum.

Durch eines meiner Hobbys kenne ich schätzungsweise 30.000 Ausländer überall auf der Welt in allen denkbaren Hautfarben und mit allen denkbaren Glaubensrichtungen. Ich habe mit ihnen gesprochen oder geschrieben oder die Morsezeichen zur Verständigung bemüht oder sie besucht und dabei tolle Freunde für mich und meine Familie gefunden. Die weniger Netten kann ich an den Fingern einer Hand abzählen. Ich kenne auch sicher 10.000 Deutsche, etliche davon sogar persönlich.

Zum Abzählen der weniger Netten reicht da leider keine Hand, nicht mal alle beide. Eine Partei, die meine ausländischen Freunde zur Ausreise auffordert oder am liebsten erst gar nicht einreisen lassen möchte, ist daher schon aus diesem Grund für mich nicht wählbar.

Etwas schwerer ist es schon, mich gegen links zu entscheiden. Etlichen ihrer kommunalen Politiker muss man gute Sacharbeit und verständliche Argumentation bescheinigen. Im Gegensatz zur Fußballbundesliga stört mich da aber die Spitze, die Landes- ebenso, wie die Bundes-Spitze.

Fangen wir mal oben an: Die Herren Lafontaine und Gysi waren immerhin schon mal Minister und Senator. Sie haben es nicht gepackt, sondern lieber ihre Sachen. Wenn ich dann höre, dass Lafontaine Straßen und Schienen blockieren lassen will, wenn ihm die „große Politik“ nicht gefällt, seinen Frust also zum großen Teil an der eigenen potentiellen Wählerschaft, wie z. B. den gestressten Kraftfahrern, Berufspendlern oder Bahnmitarbeitern, auslassen will, kann ich nur fragen: Hat der Mann noch alle fünf Sinne beisammen? 10 Jahre ist er jetzt im selbst gewählten Ruhestand, dann soll er doch nun die Rente mit 67 richtig genießen dürfen. Nächstes Jahr ist es soweit und bis dahin muss notfalls Hartz IV, erfunden von seiner ehemaligen Partei, ausreichen.

Kommen wir nun zu Herrn Ramelow: Seine Partei ist zweitstärkste Kraft in Thüringen geworden. In einer Koalition ohne CDU stünde ihm also das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten zu. Um aber überhaupt ins „Amt“ zu kommen, verzichtet er drauf. Eine Logik, die sich mir zwar erschließt, die aber nicht die meine ist. Lässt da etwa schon wieder Frau Ypsilanti grüßen?

Bleibt mir also schwarz, grün oder gelb. Nur die mir persönlich zusagenden Punkte der Wahlprogramme zusammen.....das wär´s. Aber die Wahl ist kein Wunschkonzert. Sind wir also alle höflich und sagen, auch aus einigen anderen Gründen wie z. B. persönlicher Sympathie, „Ladies first“? Es ist wohl das Beste so.
Jürgen Wiethoff
Autor: nnz

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