Seltene Pflanzen bei "Glockenhütte"
Donnerstag, 17. Oktober 2002, 07:37 Uhr
Nordhausen/Osterode (nnz). Die für den Harz typische, jahrhundertealte Bergbautradition hat insbesondere im Bereich der Erzverhüttung spezielle Standorte für Pflanzen mit sich gebracht. Ein besonderes Beispiel hierfür ist die Glockenhütte im benachbarten Landkreis Osterode am Harz.
Die Glockenhütte wurde Ende des 16. Jahrhunderts das erste Mal schriftlich erwähnt wird und liegt heute im Naturschutzgebiet Siebertal. Hier wurden damals sogar Erze aus dem Rammelsberg bei Goslar verhüttet. Auf dem vergleichsweise nährstoffarmen Substrat der Schlackenhalde haben sich über eine Zeit von mehr als 400 Jahren anspruchslose Pflanzenarten angesiedelt. Das Besondere an diesen Arten ist, dass sie auch schwermetall-tolerant sind. Hierdurch haben die sogenannten Galmeifluren auf den Schlacken der Erzschmelze einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Pflanzen.
Durch Sukzession, d.h. durch selbständige Fortentwicklung der Vegetation mit größerem Baumbestand und Humusentwicklung, haben sich die Standortbedingungen für diese Arten verschlechtert, und die Fläche vergrast zunehmend. Um diese besonderen Pflanzenarten zu erhalten, wird der Landkreis Osterode am Harz in Zusammenarbeit mit dem Harzklub in den nächsten Tagen eine Pflegemaßnahme durchführen. Da die Glockenhütte auch denkmalgeschützt ist, werden die Arbeiten fachlich vom Stützpunkt Harzarchäologie in Goslar begleitet.
Die oberen Bodenschichten der Glockenhütte sollen teilweise flachgründig abgetragen werden, ohne dass hierbei die historische Substanz berührt wird. So wird wieder der nährstoffarme Boden mit Schlackenrückständen, dem sogenannten Sieberachat, anstehen und den Pflanzenarten Hallersche Grasnelke, Gemeines Leimkraut, Hallers Schaumkresse und Frühlings-Miere den erwünschten Konkurrenzvorteil bieten.
Autor: nnzDie Glockenhütte wurde Ende des 16. Jahrhunderts das erste Mal schriftlich erwähnt wird und liegt heute im Naturschutzgebiet Siebertal. Hier wurden damals sogar Erze aus dem Rammelsberg bei Goslar verhüttet. Auf dem vergleichsweise nährstoffarmen Substrat der Schlackenhalde haben sich über eine Zeit von mehr als 400 Jahren anspruchslose Pflanzenarten angesiedelt. Das Besondere an diesen Arten ist, dass sie auch schwermetall-tolerant sind. Hierdurch haben die sogenannten Galmeifluren auf den Schlacken der Erzschmelze einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Pflanzen.
Durch Sukzession, d.h. durch selbständige Fortentwicklung der Vegetation mit größerem Baumbestand und Humusentwicklung, haben sich die Standortbedingungen für diese Arten verschlechtert, und die Fläche vergrast zunehmend. Um diese besonderen Pflanzenarten zu erhalten, wird der Landkreis Osterode am Harz in Zusammenarbeit mit dem Harzklub in den nächsten Tagen eine Pflegemaßnahme durchführen. Da die Glockenhütte auch denkmalgeschützt ist, werden die Arbeiten fachlich vom Stützpunkt Harzarchäologie in Goslar begleitet.
Die oberen Bodenschichten der Glockenhütte sollen teilweise flachgründig abgetragen werden, ohne dass hierbei die historische Substanz berührt wird. So wird wieder der nährstoffarme Boden mit Schlackenrückständen, dem sogenannten Sieberachat, anstehen und den Pflanzenarten Hallersche Grasnelke, Gemeines Leimkraut, Hallers Schaumkresse und Frühlings-Miere den erwünschten Konkurrenzvorteil bieten.
