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Immer unterwegs

Mittwoch, 16. September 2009, 11:25 Uhr
Er ist auf den Bühnen in Paris, Dijon, Singapur, Luzern, Moskau und Berlin zu Hause: der Tenor Hugo Mallet. Nach Nordhausen hatte ihn in der vergangenen Spielzeit die Oper „Hoffmanns Erzählungen“ geführt, in der er die Titelpartie übernahm. Beim Publikum wie auch bei Kritikern erntete er viele Lorbeeren. In der Presse hieß es unter anderem: „Hugo Mallet, ein perfekter Darsteller des bedauernswerten Hoffmann mit beeindruckender Stimme, der so viele Facetten in seinen Liebeswerbungen aufweist, dass es für den Zuschauer eine Freude ist, ihm zu folgen.” Oder „… mit einem brillierenden Hugo Mallet als Hoffmann, dessen reifer, voluminöser Tenor den Raum erfüllte.“

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)


Jetzt führt ihn sein Weg erneut nach Nordhausen, wo er in der Oper „Ein Maskenball“ von Verdi die Hauptpartie, den König Gustavo III., singen wird. Die Oper ist eine Herausforderung für Sänger und Orchester, nicht jedes Theater kann sich solch eine Inszenierung leisten. Bei der Planung der jetzigen Spielzeit hatte Intendant Lars Tietje den Wunsch, dem Nordhäuser Publikum eine Oper von Verdi zu präsentieren. Generalmusikdirektor Markus L. Frank unterstützte die Idee und schlug Verdis Maskenball vor, wenn man als Gustavo III. Hugo Mallet gewinnen könnte. Der Engländer kam gerne wieder an das Theater im Südharz.

Hugo Mallet wurde in London geboren und hat am Royal Northern College in Manchester Gesang studiert. Er belegte Meisterkurse u. a. bei Bergonzi, Cuenod und Fassbaender. Sein Weg hin zum Operngesang verlief jedoch anders als bei anderen Opernsängern.
Hugo Mallet war Sänger und Gitarrist in einer englischen Band. Er wäre es vielleicht auch geblieben, wenn er nicht eines Tages Probleme mit den Stimmbändern bekommen hätte. Er musste zum Arzt – und der war höchst erstaunt. Mit solchen Stimmbändern verdienen manche Leute 2000 Euro am Abend, erklärte er ihm, und empfahl eine Gesangsausbildung. Hugo Mallet folgte dem Rat und nimmt sogar heute noch Unterricht, bei seinem Lehrer, der inzwischen längst die 80 überschritten hat, aber immer noch topfit sei, vor allem stimmlich: dem berühmten Tenor Nicolai Gedda.

In Deutschland lebt Hugo Mallet in Detmold, wenn er einmal zu Hause ist. Er kommt nicht dazu, Umzugskartons richtig auszupacken, ist ständig unterwegs zwischen Opernbühnen und Konzertsälen, und das weltweit. Er braucht die Abwechslung zwischen Theater und Konzert. Bei seinen Konzerten ist er mit Orchestern wie dem Singapore Symphony Orchestra, der Nordwestdeutschen Philharmonie oder auch dem Orchestre de l'Opéra de Rouen unterwegs. Sein Repertoire umfasst eine große Bandbreite von Oratorien und Konzertstücken sowie große Tenorpartien aus Oper und Operette, darunter die Titelpartien in Gounods „Faust“ und Massenets „Werther“, Rodolfo in „La Bohème“ sowie Pinkerton in „Madame Butterfly“ von Puccini, Mozarts Tamino und vieles mehr.
Das Nordthüringer Publikum kann sich nun darauf freuen, den gefeierten Tenor in Verdis „Ein Maskenball“ in der Inszenierung von Søren Schuhmacher zu erleben. Premiere ist am 25. September um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen. Die nächsten Vorstellungen folgen am 30. September um 15 Uhr, am 17. Oktober um 19.30 Uhr und am 1. November um 14.30 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz

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