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Viele Tore in Altenburg?

Freitag, 11. September 2009, 07:57 Uhr
Nach dem packenden Pokalspiel gegen Erfurt, bei dem der FSV Wacker 90 Nordhausen durch sein beherztes Agieren sicherlich einige Anhänger zurückerobern konnte, steht zunächst jedoch wieder der Punktspielalltag auf dem Terminkalender. Klaus Verkouter schaut jedoch auch auf den Mittwoch zurück...


Kolan (Foto: nnz) Kolan (Foto: nnz) Am Sonntag um 15 Uhr muss die Rosenthal-Elf nach dem körperlich strapaziösen Auftritt über 120 Spielminuten plus nochmals 30 Minuten Nervenkitzel pur um das dann doch nicht stattgefundene Elfmeterschießen im Landespokal beim Aufsteiger SV Motor Altenburg antreten. Zunächst sollen aber doch noch einige Bemerkungen zum Mittwochabend fallen.

Jeder Wackerspieler ist über sich hinausgewachsen, die gesamte Mannschaft hat hervorragend gekämpft. Man tut ihr Unrecht, wenn man behauptet, gegen eine zweite Garnitur gespielt zu haben. Da war nicht ein Mann aus dem B-Kader (gleich zweite Mannschaft), dabei, es war mit neun älteren Spielern auch keine U23, sondern es waren alle – ausnahmslos – Vollprofis mit dem Anspruch, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Denen hat Wacker mit seinen Möglichkeiten Paroli geboten und an den Rand einer Niederlage gebracht.

Der Verein bedankt sich bei der Wacker-Mannschaft, den prächtig mitgehenden Fans, den vielen Helfern hinter den Kulissen, den Autohäusern und den für die Versorgung Verantwortlichen, nicht zu vergessen den Akteuren des torreichen Vorspiels der D-Junioren Wackers und der SG NSV/Salza. Großes Lob auch an die Einsatzkräfte der Polizei, den Sicherheitsdienst und die Ordner sowie die Feuerwehr. Alle haben etwas dafür getan, dass das Spiel reibungslos über die Bühne gehen konnte, bis die Dunkelheit das i-Tüpfelchen auf einen so nahen Erfolg für die Nordhäuser verweigerte.

Bereits zu Beginn der Verlängerung drängte die Polizei entsprechend ihrer Richtlinien und Erfahrungen um die Sicherheit im und außerhalb des Stadions auf Abbruch. Das ist ihr Recht und ihre Pflicht.

Wer dem Schiedsrichter Wilske mit seiner Abbruchentscheidung unterstellt, mit den Erfurtern gemeinsame Sache gemacht zu haben, ist einfach geschmacklos oder regelunkundig. Hätte er dann wirklich in der 87. Minute für unsere Mannschaft noch einen Elfmeter gegeben? Die Spielordnung ließ nach den Versuchen der Ausleuchtung und Befragung beider Torleute – leider – keine andere Entscheidung zu.

Nun zu spekulieren, wer im Elfmeterschießen die Oberhand behalten hätte, ist müßig. Was wären dann wohl für Meinungen aufgekommen, wenn die aufopferungsvoll kämpfenden Wackeren dabei den Kürzeren gezogen hätten? Etwa die, warum das Präsidium nicht auf einen Abbruch gedrängt habe? Den Abbruch durch eine Mannschaft lässt die TFV-Spielordnung nicht zu, weder Erfurt noch Nordhausen hätten dazu das Recht gehabt. In diesem Moment konnte keiner eine allen Meinungen und Interessen gerecht werdende Entscheidung treffen. Der Schiedsrichter hat gemäß der Spielordnung entschieden.

Vereinzelte Stimmen, das Wackerpräsidium habe im Vorfeld gegenüber dem TFV nicht auf den fragwürdigen Termin hingewiesen, sind falsch. Auch darf man dem Spielausschussvorsitzenden Rössel abnehmen, dass er beim 18-Uhr-Termin an den Arbeitstag unserer Amateure und die möglichen Zuschauer aus dem Umfeld der Kreisstadt gedacht hat, selbst wenn es sich im Nachhinein als falsch erwiesen hat. Der nächste Anstoß wird demnach am Nachmittag sein, etwa drei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit.

In Altenburg besteht diese Gefahr wohl nicht. Wenn man die bisherigen zwölf Begegnungen beider Vereine untereinander betrachtet, dürfte auch ein torloser Ausgang unwahrscheinlich sein. Nur einmal trennte man sich 1952 0:0. Sonst fielen immer drei bis acht Tore. Doch das ist lange, lange her. Denn bis auf eine Niederlage Wackers bei den Thüringer Hallenmeisterschaften 1995 (2:3) traf man nur in den Jahren 1952 bis 1966 aufeinander. In den Punktspielen schluckten die Nordhäuser in Altenburg immer hohe Niederlagen (1:5, 3:5, 2:4).

Aber das ist Geschichte. Unsere Spieler wissen davon wahrscheinlich nichts. Martin Kolan (Bild), der in den bisherigen Spielen zu überzeugen wusste, meinte: „Jetzt müssen wir in Altenburg nachwaschen, sonst war das Pokalspiel mit dem Lob umsonst. Mit dem Geist vom Mittwochabend müssen wir auftreten, dann werden wir auch in Altenburg bestehen.“

Auf der Motor-Homepage ist u.a. zu lesen: „Unser Gegner aus Nordhausen hat eine schwere Woche zu überstehen. Am Mittwoch das Pokalspiel gegen RW Erfurt und am Samstag die lange Reise nach Altenburg. Die am Anfang der Saison als Mitfavorit gehandelten Nordhausener sind schlecht in die Saison gestartet und fast dazu verdammt, in Altenburg zu siegen. Und sie werden nach dem 1:1 n. V. im Pokal gegen den FC RW Erfurt mit breiter Brust in die Skatstadt reisen.“

Altenburgs Trainer Harald Haese hat die Mannschaft auf das Spiel entsprechend eingestellt und möchte vor heimischem Publikum siegen. Wacker wird versuchen, das zu durchkreuzen. Auch das Motor-Fußball-Forum rief auf, dass alle ins Stadion kommen sollen, um zu zeigen, „…dass auch in der Provinz was los ist.“

Am Sonntag um 14.30 Uhr will Wackers Zweite im Albert-Kuntz-Sportpark die Serie erfolgreicher Heimspiele, im Gegensatz zu den Auswärtsspielen, fortsetzen. Der Gast, die SG Altengottern/Welsbach, hat ebenfalls sechs Punkte auf dem Konto wie Wacker. Und auch der Ort des Punkteholens ist gleich – alles Heimpunkte. Die Favoritenrolle scheint damit klar zu sein. Alles andere als ein Sieg der Nordhäuser wäre ein herber Rückschlag für die Saison-Zielstellung. Mit einer Einstellung wie beim letzten Heimspiel sollte das Vorhaben gelingen.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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