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Weiterhin hohe Insolvenzgefahr

Mittwoch, 09. September 2009, 15:10 Uhr
Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte, meldeten im 1. Halbjahr 2009 deutschlandweit rund 16.000 Unternehmen Insolvenz an – 15 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie aber sieht es in Nordthüringen aus?


Auch in Thüringen ist die Zahl der Unternehmenspleiten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 11 Prozent gestiegen. Die 340 betroffenen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages fast 2.000 Arbeitnehmer.

„Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen kämpfen vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise mit Existenz bedrohenden Liquiditätsengpässen und Finanzierungsproblemen. Drastische Umsatzeinbrüche haben die Ertragslage weiter verschlechtert. Nicht wenige arbeiten inzwischen im Verlustbereich“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Einer Umfrage unter rund 900 Betrieben in Nord- und Mittelthüringen zufolge klage inzwischen jeder dritte Unternehmer über schlechtere Kreditkonditionen. Dies würde sich in gestiegenen Zinsen und zusätzlichen Auflagen bei der Bereitstellung von Kreditsicherheiten widerspiegeln. „Die zurückhaltende Kreditvergabepraxis der Banken belastet vor allem den Mittelstand“, warnt Grusser. Nach der langen Durststrecke seien die Reserven oftmals aufgebraucht und es fehle das nötige Geld für die Vorfinanzierung neuer Aufträge. Dies könne selbst gesunde Unternehmen ins Schwanken bringen.

„Die bei der Kammer eingehenden Hilferufe nach Unterstützung in Finanzierungsfragen sind in diesem Jahr sprunghaft angestiegen. So hat dieIHK seit Januar bereits 180 Betriebe beraten und davon 125 in das Programm ‚Unternehmenssicherung’ aufgenommen“, so Grusser.

Nach den Erfahrungen des IHK-Chefs könnten über das Projekt und im Ergebnis der dann eingeleiteten Schritte zwei von drei Betrieben wieder am Markt stabilisiert werden. Wichtig sei jedoch die rechtzeitige Inanspruchnahme der Hilfsmaßnahmen.
Autor: nnz/kn

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