nnz-online

nnz-Kinotipp: Eine "wahre" Geschichte

Freitag, 11. Oktober 2002, 07:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Wahrheit ist eine Frage des Blickwinkels und meist auch des Standpunktes. Manchmal ist die Wahrheit aber auch eine scharfe Waffe. Mehr dazu im aktuellen nnz-Kinotipp.


Das Trauma des Vietnamkrieges steckt den Amerikanern noch immer in den Köpfen, doch nicht weniger schmerzlich waren die Erfahrungen im Oktober vor neun Jahren in und um Mogadischu, der Hauptstadt Somalias. Während eines Anti-Terror-Einsatzes zum Schutz amerikanischer Bürger kommt es am 3. und 4. Oktober zu jenen verhängnisvollen Ereignissen, in deren Verlaub 18 US-Soldaten - namentlich alle bekannt - und etwa 500 Somalier - nicht einmal die genaue Zahl konnte je ermittelt werden - ihr Leben lassen mussten.

Neun Jahre später startet in den deutschen Kinos ein Film des britischen Top-Regisseurs Ridley Scott ("Alien", "Gladiator"), welcher aus typisch amerikanischer Sichtweise die Ereignisse von damals zum Thema hat. Nun sind ausländische Filmemacher bekannt für besonders "amerikanische" Streifen - erinnert sein an "Independence Day" und "Der Patriot" - diesmal ist der Brite allerdings einen Schritt zu weit gegangen. Denn dieser Film ist mehr als patriotisch, er ist eine Einstimmung auf den Krieg.

In dem immerhin mit zwei Oscars für Schnitt und Ton ausgezeichneten Film löst eine Schlachtszene die nächste ab und der Zuschauer ist mittendrin im Geschehen. Und sieht einen US-Soldaten nach dem anderen sterben. Es sind genau achtzehn, und ein jeder hat ein Gesicht. Nicht so die zahllosen afrikanischen Opfer, die beinahe nebenbei ihr Leben lassen.

Inhaltlich scheint der Film sehr bedenklich, aber er passt in die momentane Stimmung in Amerika. Und wenn so bekannte Schauspieler wie Ewan McGregor (schlachtgestählt aus "Star Wars") oder Josh Sizemore (kriegserprobt aus "Pearl Harbor") so heroisch ihr Leben aushauchen, sind ihnen als Vertreter der US-amerikanischen Streitkräfte die Sympathien zumindest der Amerikaner gewiss.

"Black Hawk Down" läuft seit gestern in den bundesdeutschen Kinos. Wer auf blutige Schlachten steht, möge sich die schockierenden Bilder antun, wer gern über das Gesehene nachdenkt, sei eindringlich gewarnt,
meint Dirk Daniel
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de