Somewhere over the rainbow
Freitag, 04. September 2009, 11:22 Uhr
Am 24. August starb völlig unerwartet der langjährige Jugendclubhausleiter und Jazzclubvorsitzende Dieter Gabriel. Für alle, die ihn kannten, war diese Nachricht ein Schock. In der nnz versucht Olaf Schulze, von diesem außergewöhnlichen Mann Abschied zu nehmen.
dieter gabriel (Foto: dirk schröter)
Sein größtes Problem war, dass er einfach nicht altern konnte. Natürlich hatte Dieter Gabriel nicht die ewige Jugend gepachtet und mit über 50 hat es hier und da gezwickt – aber nicht in seinem Herzen. Dort ist er immer jung geblieben.
Weil er sich Visionen bewahrt hat, weil er seine Ideale vertreten und sie gelebt hat. Machen wir uns nichts vor: Nordhausen ist keine Kulturmetropole, kein Mekka der Kunst, wo die gefeierten Akteure scharenweise hinpilgern. Aber die Stadt hat einen Jazzclub, der seit mehr als zwei Jahrzehnten Unglaubliches leistet und Künstler gezeigt hat, die auf den großen Podien der Welt zu Hause sind. Dieses kleine Wunder hat einen Namen: Dieter Gabriel.
dieter gabriel (Foto: dirk schröter)
Nie gab er sich mit Erreichtem zufrieden. Die ausgefahrenen Gleise des Mainstreams lockten ihn nicht; er war ständig auf der Suche nach dem Besonderen, dem Neuen, dem er gern zum Durchbruch verhelfen wollte. Und er tat es nicht aus Selbstzweck. Dieter wollte auch immer seinen Freunden, Bekannten und Weggefährten neue Horizonte öffnen. Das war eine Art von Besessenheit, von positiver, kreativer Energie, die er ausstrahlte, die ansteckte, die inspirierte.
Dieter hatte viele Freunde, denn er hat auch stets nach Harmonie und Verständigung gesucht. Er versuchte zu schlichten, zu vermitteln, zu helfen. Er hasste Streit und Zwist, hatte wahnsinnig viel Spaß am Leben, den er teilen wollte mit seiner Familie, seinem Jazzclub, seinen Freunden.
Für mich war es immer ein besonderes Erlebnis, mit Dieter Zeit zu verbringen. Er war witzig, geistreich im besten Sinne und konnte nächtelang zuhören. Er konnte in seiner offenen, ehrlichen Art auch spinnen und blödeln und es gab Abende, da sind wir vor Lachen kaum zum Trinken gekommen.
Viele, vor allem junge und kulturinteressierte Menschen in Nordhausen, haben Dieter viel zu verdanken. Als Jugendclubhausleiter, als Jazzclubchef, als Jazzmeilenverantwortlicher, als Kulturamtsmitarbeiter, als Sozialarbeiter. Immer ist er vorangegangen, war ein Idol und sicher auch ein Original. Wenn in Nordhausen zukünftig mal wieder ein Straßenname zu vergeben ist, dann sollte dieses Mannes gedacht werden, der drei Jahrzehnte lang entscheidend die anspruchsvoll musikalisch-künstlerische Szene der Stadt belebt hat.
Nur mit dem Altern, das hat er irgendwie nie hingekriegt. Und vom Highfield in den Himmel, lieber Dieter – das ging vielen deiner Freunde entschieden zu schnell.
Doch wenn es da, überm Regenbogen, eine große Tafel gibt, an der die Jazzheroen sitzen und feiern, wird Dieter Gabriel jetzt bei ihnen sein. Denn er hat wahrlich wacker ins Horn geblasen.
Mach’s gut Dieter, oder wie du es ausdrücken würdest: Jazz hat’s!
alle Fotos: Dirk Schröter
Autor: nnz
dieter gabriel (Foto: dirk schröter)
Sein größtes Problem war, dass er einfach nicht altern konnte. Natürlich hatte Dieter Gabriel nicht die ewige Jugend gepachtet und mit über 50 hat es hier und da gezwickt – aber nicht in seinem Herzen. Dort ist er immer jung geblieben. Weil er sich Visionen bewahrt hat, weil er seine Ideale vertreten und sie gelebt hat. Machen wir uns nichts vor: Nordhausen ist keine Kulturmetropole, kein Mekka der Kunst, wo die gefeierten Akteure scharenweise hinpilgern. Aber die Stadt hat einen Jazzclub, der seit mehr als zwei Jahrzehnten Unglaubliches leistet und Künstler gezeigt hat, die auf den großen Podien der Welt zu Hause sind. Dieses kleine Wunder hat einen Namen: Dieter Gabriel.
dieter gabriel (Foto: dirk schröter)
Nie gab er sich mit Erreichtem zufrieden. Die ausgefahrenen Gleise des Mainstreams lockten ihn nicht; er war ständig auf der Suche nach dem Besonderen, dem Neuen, dem er gern zum Durchbruch verhelfen wollte. Und er tat es nicht aus Selbstzweck. Dieter wollte auch immer seinen Freunden, Bekannten und Weggefährten neue Horizonte öffnen. Das war eine Art von Besessenheit, von positiver, kreativer Energie, die er ausstrahlte, die ansteckte, die inspirierte. Dieter hatte viele Freunde, denn er hat auch stets nach Harmonie und Verständigung gesucht. Er versuchte zu schlichten, zu vermitteln, zu helfen. Er hasste Streit und Zwist, hatte wahnsinnig viel Spaß am Leben, den er teilen wollte mit seiner Familie, seinem Jazzclub, seinen Freunden.
Für mich war es immer ein besonderes Erlebnis, mit Dieter Zeit zu verbringen. Er war witzig, geistreich im besten Sinne und konnte nächtelang zuhören. Er konnte in seiner offenen, ehrlichen Art auch spinnen und blödeln und es gab Abende, da sind wir vor Lachen kaum zum Trinken gekommen.
Viele, vor allem junge und kulturinteressierte Menschen in Nordhausen, haben Dieter viel zu verdanken. Als Jugendclubhausleiter, als Jazzclubchef, als Jazzmeilenverantwortlicher, als Kulturamtsmitarbeiter, als Sozialarbeiter. Immer ist er vorangegangen, war ein Idol und sicher auch ein Original. Wenn in Nordhausen zukünftig mal wieder ein Straßenname zu vergeben ist, dann sollte dieses Mannes gedacht werden, der drei Jahrzehnte lang entscheidend die anspruchsvoll musikalisch-künstlerische Szene der Stadt belebt hat.
Nur mit dem Altern, das hat er irgendwie nie hingekriegt. Und vom Highfield in den Himmel, lieber Dieter – das ging vielen deiner Freunde entschieden zu schnell.
Doch wenn es da, überm Regenbogen, eine große Tafel gibt, an der die Jazzheroen sitzen und feiern, wird Dieter Gabriel jetzt bei ihnen sein. Denn er hat wahrlich wacker ins Horn geblasen.
Mach’s gut Dieter, oder wie du es ausdrücken würdest: Jazz hat’s!
alle Fotos: Dirk Schröter
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- Over the Rainbow (MP3-Datei, 4 MByte)
