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Staunende Wirtschaft

Dienstag, 01. September 2009, 13:20 Uhr
Die Arbeitsmarktzahlen in Nordthüringen sehen für eine Krise erstaunlich gut aus. Das wiederum erstaunt auch die Wirtschaft...


Erfreulich: Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt. 132.423 Arbeits-lose – 4.933 weniger als im Juli – meldete die Agentur für Arbeit für den Freistaat Thüringen. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,1 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres (10,7 Prozent) ist die regist-rierte Arbeitslosigkeit aber um 3.783 gestiegen.

„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich äußerst stabil, vielleicht kom-men wir mit einem blauen Auge davon“, kommentiert Erfurts IHK Hauptgeschäftführer Gerald Grusser die aktuellen Zahlen. Die Rezession habe Deutschland kräftig durchgewirbelt, die Situation auf dem Arbeitsmarkt aber nur wenig verschlechtert.

Selbst im Vorjahresvergleich sei die Arbeitslosenquote im August nur geringfügig um 0,4 Prozent gestiegen. „Sicher spielen die Regelungen zur Kurzarbeit eine wichtige Rolle, aber die Unternehmen sind auch bemüht, Stammpersonal zu halten“, so Grusser.

Gerade den regional verankerten und spezialisierten kleinen und mittleren Firmen könnte es schwer fallen, nach dem erwarteten Aufschwung neue Fachkräfte zu gewinnen. Trotz der herben Umsatzeinbrüche, vor allem in den Industriefirmen, sei eine Entlassungswelle bisher erfreulicherweise ausgeblieben.

„Von Entwarnung kann trotzdem keine Rede sein. Es ist zu erwarten, dass sich die Lage trotz erster positiver Konjunktursignale im Herbst erneut zuspitzt“, warnt der IHK-Chef. Zahlreiche Betriebe würden jetzt Bilanz ziehen, ob sie weiterhin mit Kurzarbeit über die Runden kommen oder nicht.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass zahlreiche Beschäftigte zum Jahreswechsel ihren Job verlieren. In vielen Fällen werde es aber auch eine Rückkehr zu regulärer Beschäftigung geben. „Von Normalität sind wir auf alle Fälle noch meilenweit entfernt“, sagt Grusser. Vor diesem Hintergrund appelliert der IHK-Chef eindringlich an die politisch Verantwortlichen, so schnell wie möglich eine funktionsfähige Landesregierung zu bilden.

Die Unternehmer würden eine verlässliche, wirtschaftsfreundliche und wachstumsorientierte Politik und keine Eitelkeiten um Posten und Personen erwarten.
Autor: nnz/kn

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