nnz-Betrachtung: Immer weiter und weiter...
Dienstag, 01. September 2009, 10:56 Uhr
Wer immer weiter und weiter agiert, der ist von sich überzeugt, dass er bislang alles richtig gemacht hat. Vor allem Politiker unterliegen diese Trugschluss...
Dieter Althaus will weiter dieses Land regieren. Nur 17 Prozent der Thüringer, die im Freistaat wählen durfen, wollten das auch so und haben hinter der CDU ihr Kreuz gemacht. Und nun sollen diese 17 Prozent den Ausschlag geben, dass dieser Mann, dass diese Partei weitermachen wie bisher. Wer das gutheißt, der sollte langsam aber sicher an sich selbst zu zweifeln beginnen.
Und genau da liegt der politische Hase im Wahlpfeffer begraben. Wenn wenigstens jetzt, Tage nach dem Desaster, auch nur ein kleiner Wink von Selbstkritik zu spüren sein würde, der sieht sich getäuscht. Alles richtig gemacht, vielleicht ein wenig auswerten. Wir sind der Wahlsieger, der Wähler hat uns den Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, sagte Althaus, dessen Partei fast 12 Prozentpunkte verloren hat. Oder anders: Gegenüber der Wahl 2004 hatten rund 105.000 Thüringer weniger in diesem Jahr die CDU favorisiert.
Es geht aber noch besser: Mit der SPD und Christoph Matschie. Die beiden benennen sich auch als Wahlsieger und leiten das aus einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten ab. Das ist in etwa vergleichbar mit dem damals jährlichen Wachstum der Effektivität der DDR-Wirtschaft um 15 Prozent. Man darf also nicht vergessen, wo sich der Ausgangspunkt befand. Das waren vor fünf Jahren bei den LINKEN 26,1 Prozent (+1,3) und bei der SPD 14,5 Prozent.
Hätten wir noch Bodo Ramelow, der sich auch mal gern mit seinem Hündchen fotografieren lässt. Der will auch Ministerpräsident werden, nur wollen das die anderen nicht.
Und damit kommen wir zu dem, was erneut alle Mitglieder des Möchtegern-Polittrios eint: Sie verkünden seit fast 40 Stunden: Es gehe nicht um Namen, sondern um das Land. Wen dem so wäre, dann könnten Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen binnen zweier Tage abgeschlossen sein: Entweder CDU und SPD in einer Koalition oder Rot-Rot-Grün. Und weil es vermutlich so schnell nicht gehen wird, geht es in erster Linie nicht um das Wohl und Wehe des Landes und der Menschen, sondern um das eigene.
Will heißen, dass in den kommenden Tagen und in vermuteten Konstellationen lediglich darum gepokert wird, wer vom Machtkuchen den fettesten Happen abbekommt. Und aus diesem individuellen Machtstreben heraus wird dem Land dessen angebliches Wohl und Wehe diktiert.
Bleibt noch die Frage, ob die jeweilige Basis das alles mitmacht, denn da gibt es durchaus Nuancen. Während die Christdemokratie in Thüringen wohl leicht murrend aber trotzdem zufrieden hinterherlaufen wird, ist das Grummeln in der SPD vermutlich intensiver. Die LINKE Basis wird hingegen nicht mit sich verhandeln lassen, wie jetzt zu hören war. Bei Rot-Rot-Grün gibt es für sie nur eine Wahl: Entweder Ramelow als Ministerpräsident oder Opposition. Bis jetzt...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDieter Althaus will weiter dieses Land regieren. Nur 17 Prozent der Thüringer, die im Freistaat wählen durfen, wollten das auch so und haben hinter der CDU ihr Kreuz gemacht. Und nun sollen diese 17 Prozent den Ausschlag geben, dass dieser Mann, dass diese Partei weitermachen wie bisher. Wer das gutheißt, der sollte langsam aber sicher an sich selbst zu zweifeln beginnen.
Und genau da liegt der politische Hase im Wahlpfeffer begraben. Wenn wenigstens jetzt, Tage nach dem Desaster, auch nur ein kleiner Wink von Selbstkritik zu spüren sein würde, der sieht sich getäuscht. Alles richtig gemacht, vielleicht ein wenig auswerten. Wir sind der Wahlsieger, der Wähler hat uns den Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, sagte Althaus, dessen Partei fast 12 Prozentpunkte verloren hat. Oder anders: Gegenüber der Wahl 2004 hatten rund 105.000 Thüringer weniger in diesem Jahr die CDU favorisiert.
Es geht aber noch besser: Mit der SPD und Christoph Matschie. Die beiden benennen sich auch als Wahlsieger und leiten das aus einem Zuwachs von 4 Prozentpunkten ab. Das ist in etwa vergleichbar mit dem damals jährlichen Wachstum der Effektivität der DDR-Wirtschaft um 15 Prozent. Man darf also nicht vergessen, wo sich der Ausgangspunkt befand. Das waren vor fünf Jahren bei den LINKEN 26,1 Prozent (+1,3) und bei der SPD 14,5 Prozent.
Hätten wir noch Bodo Ramelow, der sich auch mal gern mit seinem Hündchen fotografieren lässt. Der will auch Ministerpräsident werden, nur wollen das die anderen nicht.
Und damit kommen wir zu dem, was erneut alle Mitglieder des Möchtegern-Polittrios eint: Sie verkünden seit fast 40 Stunden: Es gehe nicht um Namen, sondern um das Land. Wen dem so wäre, dann könnten Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen binnen zweier Tage abgeschlossen sein: Entweder CDU und SPD in einer Koalition oder Rot-Rot-Grün. Und weil es vermutlich so schnell nicht gehen wird, geht es in erster Linie nicht um das Wohl und Wehe des Landes und der Menschen, sondern um das eigene.
Will heißen, dass in den kommenden Tagen und in vermuteten Konstellationen lediglich darum gepokert wird, wer vom Machtkuchen den fettesten Happen abbekommt. Und aus diesem individuellen Machtstreben heraus wird dem Land dessen angebliches Wohl und Wehe diktiert.
Bleibt noch die Frage, ob die jeweilige Basis das alles mitmacht, denn da gibt es durchaus Nuancen. Während die Christdemokratie in Thüringen wohl leicht murrend aber trotzdem zufrieden hinterherlaufen wird, ist das Grummeln in der SPD vermutlich intensiver. Die LINKE Basis wird hingegen nicht mit sich verhandeln lassen, wie jetzt zu hören war. Bei Rot-Rot-Grün gibt es für sie nur eine Wahl: Entweder Ramelow als Ministerpräsident oder Opposition. Bis jetzt...
Peter-Stefan Greiner
