Zu Besuch in der Jugendhilfestation
Freitag, 28. August 2009, 19:08 Uhr
Mal ohne Wahlkampf war Thüringens Bauminister Gerold Wucherpfennig (CDU) heute unterwegs. Neben den Bürgermeistern von Ebeleben und Westgreußen stattete er einer Kinder- und Jugendeinrichtung einen Besuch ab, die für den Norden Thüringens eine ganz wichtige Funktion ausübt. Für Sie war kn/nnz bei diesem Besuch dabei...
Zuerst ging es ins Rathaus von Ebeleben. Hier gab es mit Bürgermeister Uwe Vogt (SPD) ein Gespräch zu Problemen der Infrastruktur. Es geht um die Bahnanbindung von Ebeleben, speziell der Bahnstrecke Hohenebra – Ebeleben. Über diese Verbindung werden pro Jahr rund 150.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Die Bahnstrecke bedarf aber dringender Sanierungsarbeiten. Er könne aber aus seinem Ressort kein Mittel für die Sanierung der Bahnstrecke bereitstellen, so Wucherpfennig. Er darf nur Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr bereitstellen (ÖPNV). Er werde sich aber mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium in Verbindung setzen, um hier Lösungsmöglichkeiten für die Region zu finden.
Weitere Gespräche wird Minister Wucherpfennig mit der Bürgermeisterin von Westgreußen, Gisela Mosebach (DKV) führen. Hier wird es um Probleme an der Wasserbauanlage Helbe gehen.
Zwischen beiden Besuchen machte der Minister einen Abstecher in die Jugendhilfestation in Ebeleben, im Volksmund besser unter dem Namen Kinderheim bekannt. Das ehemalige Kinderheim (1954/55 bereits gegründet) ist mehr als nur eine Unterbringungsstätte für Kinder und Jugendliche. Der Landesgeschäftsführer des Trägerwerkes Soziale Dienst in Thüringen e.V., Joachim Schmidt, betonte in den Gesprächen mit dem Minister, dass seine Einrichtung hier in Ebeleben von Jugendämtern aus fünf bis sechs Landkreisen Zuweisungen bekommt. Schwerpunkte dabei sind aber der Landkreis Nordhausen, der Kyffhäuserkreis und der Unstrut-Hainich-Kreis.
Einrichtungen dieser Art haben sowohl bei der Bevölkerung und auch bei manchen Politikern nicht den besten Leumund. Deshalb freute es Joachim Schmidt hier einen Minister begrüßen zu dürfen, um auch Politikern mal zu zeigen, wo die Säge noch klemmt. Die Schneewittchen-Schlafsäle aus früheren mit starker Belegung sind vorbei, so Hausleiterin Bettina Horn-Rätsch bei einem Rundgang mit dem Minister durch die Einrichtung.
Die Gruppenstärke von 30 Kindern im Alter von 3 – 6 Jahren wurde jetzt drastisch reduziert. In der ganzen Einrichtung sind jetzt nur noch 24 Kinder und Jugendliche untergebracht, die fast nur noch in Einzelzimmern untergebracht werden. Nur auf Wunsch der Kinder gibt es ein Zweibettzimmer. Jedes Zimmer hat sogar Fernsehen und Musikanlage. Mehrere Zimmer sind mit Gemeinschaftseinrichtungen (Küche, Bad, Aufenthaltsraum, sogar mit PC, siehe Foto) versehen, praktisch wie in einer WG. Da bekam Großenehrichs Bürgermeister Maik Göllert große Augen. Er hatte hier früher als Kind einen Teil seiner Jugend verbracht und konnte vieles nicht mehr wiedererkennen. Er bot auch an, als Motivator wiederzukommen, um zu zeigen, dass Heimkinder nicht automatisch im Abseits landen müssen.
Neben der vollen Heimunterkunft gibt es in dieser Einrichtung auch die sogenannte Fünf- Tage- Gruppe. Hier werden Kinder betreut, die nur für Fünf Tage in der Einrichtung verbleiben und am Wochenende wieder in ihrer Familie sind. Dabei handelt es sich um Familien, die mit der Erziehung überfordert sind und deren Eltern auch mal eine Auszeit notwendig haben. In diesen Gruppen werden aber nicht nur die Kinder betreut, sondern auch die Eltern, wie so ein Führerschein für Eltern betonte Horn-Rätsch im Gespräch. Wenn die Kinder zu ihren Eltern am Wochenende gehen, bekommen die Kinder und auch die Eltern Aufgaben mit nach Hause, die auch am Sonntag beim zurückkommen wieder abgerechnet werden. Adoption und Pflegeeltern sind nicht die Hauptrichtung, so Horn-Rätsch. Die Einsichtigkeit der Eltern ist sehr wichtig, dass die Familien wieder zusammenwachsen können. Und das wird in einer Art Rollenspiel mit Eltern und Kindern vermittelt.
Dabei geht es um gemeinsames Essen, Spielen und Gespräche, die früher in diesen Familien nicht mehr Gang und gebe war. Wir können die Familie nicht ersetzen aber durch personenbezogene Zusammenarbeit können die Kinder später wieder endgültig zurück in ihre Familien. Der Aufenthalt soll nicht länger als ein bis zwei Jahre sein. Auf einen wichtigen Punkt wies Horn-Rätsch hin, auch wenn die Kommunikation in diesen Familien oft völlig verloren ging, die Kinder lieben ihre Eltern.
Dass sich ältere Jugendliche von ihren Eltern abnabeln wollen ist ganz natürlich. So gibt es bereits Wohnbereiche mit eigener Küche. Hier kann der Jugendlich bereits lernen eigenständig für sich den Einkauf und das Kochen zu lernen, was für das spätere Leben sicher sehr wichtig ist. Im Turm der Einrichtung ist auch eine komplette Wohnung eingerichtet, in der eine junge Mutter Kind zur Zeit untergebracht ist.
Die Kinder dieser Einrichtung nehmen am regulären Schulbetrieb teil, Es gibt hier keine Schulverweigerer und die Schüler sind entweder hauptsächlich in einer Regelschule oder einer Förderschule. Im Haus betonte man die sehr gute Zusammenarbeit mit den Schulen der Region. Die Jugendlichen sollen möglichst auch später in der Region bleiben. Deshalb braucht die Einrichtung Ausbildungsplätze in der Region, so Schmidt.
Auf die Frage des Minister, ob die Kinder denn abgestempelt seien, wurde das verneint. Die Kinder können ganz normal Freunde aus der Schule mit in das heim bringen und hier gemeinsam Spiel. Froh ist man in der Einrichtung, dass Pläne aufs Eis gelegt wurden, nach denen die Freifläche verkleinert werden sollte (Umwandlung in Bauland).
Viel Wert legt die Leitung der Einrichtung auf die Aus- und Weiterbildung. Wir bleiben bei der Pädagogik auf dem neusten Stand, so Geschäftsführer Joachim Schmidt. Jährlich bis zweijährlich wird die Leistungsbeschreibung der Einrichtung in Zusammenarbeit mit den Jugendämter überarbeite. Sechs Erzieherinnen und ein Erzieher, die entweder Sozialpädagogen oder Heilpädagogen sind, betreuen Kinder und Eltern.
Mit etwas Genugtuung hat der Minister vernommen, dass die Einrichtung auch vom Konjunkturpaket II profitiert und eine neue Heizung und eine Solaranlage auf das Dach bekommt. Zum Abschluss des Besuches packte der Minister noch einige Spielsachen für die Kinder aus. So schnell konnte er gar nicht schauen und einer der Lederfußbälle war zum Spielen schon im Freien verschunden. Nach dem Besuch wurde den Gästen, neben Kreistagsmitglied Maik Göllert (CDU) hatte Bundestagskandidat Johannes Selle (CDU) schon aus Berufsgründen an diesem Besuch teilgenommen, klar das die Jugendhilfestation Ebeleben mehr als nur ein Waisen- oder Kinderheim ist, wie so mancher vielleicht noch bisher gedacht hat. Mehr Infos auch unter www.traegerwerk-thueringen.de im Internet.
Autor: khhZuerst ging es ins Rathaus von Ebeleben. Hier gab es mit Bürgermeister Uwe Vogt (SPD) ein Gespräch zu Problemen der Infrastruktur. Es geht um die Bahnanbindung von Ebeleben, speziell der Bahnstrecke Hohenebra – Ebeleben. Über diese Verbindung werden pro Jahr rund 150.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Die Bahnstrecke bedarf aber dringender Sanierungsarbeiten. Er könne aber aus seinem Ressort kein Mittel für die Sanierung der Bahnstrecke bereitstellen, so Wucherpfennig. Er darf nur Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr bereitstellen (ÖPNV). Er werde sich aber mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium in Verbindung setzen, um hier Lösungsmöglichkeiten für die Region zu finden.
Weitere Gespräche wird Minister Wucherpfennig mit der Bürgermeisterin von Westgreußen, Gisela Mosebach (DKV) führen. Hier wird es um Probleme an der Wasserbauanlage Helbe gehen.
Zwischen beiden Besuchen machte der Minister einen Abstecher in die Jugendhilfestation in Ebeleben, im Volksmund besser unter dem Namen Kinderheim bekannt. Das ehemalige Kinderheim (1954/55 bereits gegründet) ist mehr als nur eine Unterbringungsstätte für Kinder und Jugendliche. Der Landesgeschäftsführer des Trägerwerkes Soziale Dienst in Thüringen e.V., Joachim Schmidt, betonte in den Gesprächen mit dem Minister, dass seine Einrichtung hier in Ebeleben von Jugendämtern aus fünf bis sechs Landkreisen Zuweisungen bekommt. Schwerpunkte dabei sind aber der Landkreis Nordhausen, der Kyffhäuserkreis und der Unstrut-Hainich-Kreis.
Einrichtungen dieser Art haben sowohl bei der Bevölkerung und auch bei manchen Politikern nicht den besten Leumund. Deshalb freute es Joachim Schmidt hier einen Minister begrüßen zu dürfen, um auch Politikern mal zu zeigen, wo die Säge noch klemmt. Die Schneewittchen-Schlafsäle aus früheren mit starker Belegung sind vorbei, so Hausleiterin Bettina Horn-Rätsch bei einem Rundgang mit dem Minister durch die Einrichtung.
Die Gruppenstärke von 30 Kindern im Alter von 3 – 6 Jahren wurde jetzt drastisch reduziert. In der ganzen Einrichtung sind jetzt nur noch 24 Kinder und Jugendliche untergebracht, die fast nur noch in Einzelzimmern untergebracht werden. Nur auf Wunsch der Kinder gibt es ein Zweibettzimmer. Jedes Zimmer hat sogar Fernsehen und Musikanlage. Mehrere Zimmer sind mit Gemeinschaftseinrichtungen (Küche, Bad, Aufenthaltsraum, sogar mit PC, siehe Foto) versehen, praktisch wie in einer WG. Da bekam Großenehrichs Bürgermeister Maik Göllert große Augen. Er hatte hier früher als Kind einen Teil seiner Jugend verbracht und konnte vieles nicht mehr wiedererkennen. Er bot auch an, als Motivator wiederzukommen, um zu zeigen, dass Heimkinder nicht automatisch im Abseits landen müssen.
Neben der vollen Heimunterkunft gibt es in dieser Einrichtung auch die sogenannte Fünf- Tage- Gruppe. Hier werden Kinder betreut, die nur für Fünf Tage in der Einrichtung verbleiben und am Wochenende wieder in ihrer Familie sind. Dabei handelt es sich um Familien, die mit der Erziehung überfordert sind und deren Eltern auch mal eine Auszeit notwendig haben. In diesen Gruppen werden aber nicht nur die Kinder betreut, sondern auch die Eltern, wie so ein Führerschein für Eltern betonte Horn-Rätsch im Gespräch. Wenn die Kinder zu ihren Eltern am Wochenende gehen, bekommen die Kinder und auch die Eltern Aufgaben mit nach Hause, die auch am Sonntag beim zurückkommen wieder abgerechnet werden. Adoption und Pflegeeltern sind nicht die Hauptrichtung, so Horn-Rätsch. Die Einsichtigkeit der Eltern ist sehr wichtig, dass die Familien wieder zusammenwachsen können. Und das wird in einer Art Rollenspiel mit Eltern und Kindern vermittelt.
Dabei geht es um gemeinsames Essen, Spielen und Gespräche, die früher in diesen Familien nicht mehr Gang und gebe war. Wir können die Familie nicht ersetzen aber durch personenbezogene Zusammenarbeit können die Kinder später wieder endgültig zurück in ihre Familien. Der Aufenthalt soll nicht länger als ein bis zwei Jahre sein. Auf einen wichtigen Punkt wies Horn-Rätsch hin, auch wenn die Kommunikation in diesen Familien oft völlig verloren ging, die Kinder lieben ihre Eltern.
Dass sich ältere Jugendliche von ihren Eltern abnabeln wollen ist ganz natürlich. So gibt es bereits Wohnbereiche mit eigener Küche. Hier kann der Jugendlich bereits lernen eigenständig für sich den Einkauf und das Kochen zu lernen, was für das spätere Leben sicher sehr wichtig ist. Im Turm der Einrichtung ist auch eine komplette Wohnung eingerichtet, in der eine junge Mutter Kind zur Zeit untergebracht ist.
Die Kinder dieser Einrichtung nehmen am regulären Schulbetrieb teil, Es gibt hier keine Schulverweigerer und die Schüler sind entweder hauptsächlich in einer Regelschule oder einer Förderschule. Im Haus betonte man die sehr gute Zusammenarbeit mit den Schulen der Region. Die Jugendlichen sollen möglichst auch später in der Region bleiben. Deshalb braucht die Einrichtung Ausbildungsplätze in der Region, so Schmidt.
Auf die Frage des Minister, ob die Kinder denn abgestempelt seien, wurde das verneint. Die Kinder können ganz normal Freunde aus der Schule mit in das heim bringen und hier gemeinsam Spiel. Froh ist man in der Einrichtung, dass Pläne aufs Eis gelegt wurden, nach denen die Freifläche verkleinert werden sollte (Umwandlung in Bauland).
Viel Wert legt die Leitung der Einrichtung auf die Aus- und Weiterbildung. Wir bleiben bei der Pädagogik auf dem neusten Stand, so Geschäftsführer Joachim Schmidt. Jährlich bis zweijährlich wird die Leistungsbeschreibung der Einrichtung in Zusammenarbeit mit den Jugendämter überarbeite. Sechs Erzieherinnen und ein Erzieher, die entweder Sozialpädagogen oder Heilpädagogen sind, betreuen Kinder und Eltern.
Mit etwas Genugtuung hat der Minister vernommen, dass die Einrichtung auch vom Konjunkturpaket II profitiert und eine neue Heizung und eine Solaranlage auf das Dach bekommt. Zum Abschluss des Besuches packte der Minister noch einige Spielsachen für die Kinder aus. So schnell konnte er gar nicht schauen und einer der Lederfußbälle war zum Spielen schon im Freien verschunden. Nach dem Besuch wurde den Gästen, neben Kreistagsmitglied Maik Göllert (CDU) hatte Bundestagskandidat Johannes Selle (CDU) schon aus Berufsgründen an diesem Besuch teilgenommen, klar das die Jugendhilfestation Ebeleben mehr als nur ein Waisen- oder Kinderheim ist, wie so mancher vielleicht noch bisher gedacht hat. Mehr Infos auch unter www.traegerwerk-thueringen.de im Internet.







